1. Hersfelder Zeitung
  2. Magazin
  3. Wohnen

Baden oder duschen, Wasser kochen und mehr: Spar-Tipps vom Experten

Erstellt:

Kommentare

Energiesparen ist aktuell wichtiger denn je. Wie man im eigenen Zuhause am besten Strom und Wasser sparen kann, erklärt Energieexperte Sören Demandt.

Der starke Anstieg der Energiepreise in den letzten Monaten veranlasst fast jeden zweiten Haushalt in Deutschland zum Sparen von Strom, Wasser und Co. Auch Wirtschaftsminister Robert Habeck von den Grünen appelliert an die deutsche Bevölkerung: „Jeder kann einen Beitrag leisten.“ Den Wasser- und Stromverbrauch einzuschränken, wirkt sich nicht nur auf den Geldbeutel aus, sondern schützt zudem noch die Umwelt. Wie man in der Küche, im Badezimmer oder am Schreibtisch am besten Energie spart, erklärt Energieexperte Sören Demandt.

Wasserstrahl kommt aus Duschkopf. Duschen verbraucht weniger Wasser als Baden.
Duschen verbraucht weniger Wasser als Baden (Symbolbild) © Shotshop/Imago/ (Montage)

Duschen oder Baden? Was verbraucht mehr Energie?

„Generell kann man sagen, dass Duschen weitaus weniger Wasser verbraucht als Baden: Die durchschnittliche Badewanne hat 150 Liter Fassungsvermögen, wenn das Wasser abkühlt, lässt man oft noch mehr heißes Wasser einlaufen“, erläutert Sören Demandt, Energieexperte bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, gegenüber der Nachrichtenagentur spot on news. Es komme allerdings auch darauf an, wie lange man duscht, auf welche Temperatur man das Wasser stellt, woher man sein warmes Wasser bezieht und die Schüttmenge des Duschkopfs. Bei einer achtminütigen Dusche bei 38 Grad und mit mittlerer Schüttmenge kommen etwa 80 Liter zusammen.

Weiter lässt sich im Badezimmer Energie sparen, indem man unbenutzte Elektrogeräte, wie Ladegeräte von elektrischen Zahnbürsten oder den Föhn, aussteckt, wenn sie nicht benutzt werden.

Wasser auf dem Herd oder im Wasserkocher erhitzen?

Beim Kochen von Nudeln hat man sich diese Frage schon oft gestellt. Sören Demandt empfiehlt den Wasserkocher: „Er erhitzt effizienter als der Herd. Wenn man Wasser auf dem Herd erhitzt, dann auf jeden Fall mit Deckel, da sonst ein erheblicher Teil der Energie verloren geht.“ Beim Wasserkocher sollte man darauf achten, dass man nur so viel erhitzt, wie man auch wirklich braucht. Wer nur eine Tasse Tee trinken will, müsse keinen ganzen Liter Wasser auf 100 Grad erhitzen.

Mikrowelle vs. Herd: Wo lässt sich Essen besser erwärmen?

Beim Erwärmen von Essen gibt es laut dem Sören Demandt keinen gravierenden Unterschied zwischen der Mikrowelle und dem Kochfeld. Der Vorteil bei der Mikrowelle: „Man kann die Wattzahl und die Zeit selbst bestimmen.“

Benutztes Geschirr per Hand abwaschen oder in der Spülmaschine?

„Eine volle Geschirrspülmaschine ist ganz klar effizienter als das Spülen von Hand“, sagt Demandt. Und: „Sowohl wenn es um den Wasser- als auch den Stromverbrauch geht.“ Hier rät der Experte zum integrierten Eco-Programm, auch bei der Waschmaschine: „Das braucht zwar etwas länger, um die gleiche Reinigungsleistung zu erzielen, erhitzt das Wasser aber nicht so stark.“ Kurzprogramme seien dagegen nicht zu empfehlen, weil sie mehr Wasser und Strom verbrauchen. Auch Vorspülen sei nicht notwendig – dies verbrauche unnötig Wasser. Zudem solle man die Kapazität der Maschine voll ausschöpfen.

Ist das Vorheizen des Backofens sinnvoll?

Beim Aufbacken von Pizza oder Kuchenbacken ist das Vorheizen laut dem Energieexperten unnötig und verbrauche viel Energie. Zudem rät er, den Backofen einige Minuten früher abzuschalten – die Hitze bleibe im Inneren lange genug erhalten, ohne dass zusätzliche erzeugt werde. Außerdem rät der Experte zur Umluft-Funktion: Im Vergleich zu Ober- und Unterhitze spare man so etwa 15 Prozent Energie.

Ist das Ausstecken von unbenutzten Geräten wirklich notwendig?

Ladegeräte moderner Handys brauche man nicht unbedingt ausstecken, sagt Demandt, denn sie verbräuchten „so gut wie gar keinen Strom“. Bei älteren Ladegeräten, zum Beispiel von Laptops, lohne es sich, sie auszustecken, da sie auch Strom ziehen, auch wenn kein Gerät dranhängt. „Das ist die einfachste Art, Energie einzusparen“, so Demandt. Das Gleiche gelte für alte HiFi-Anlagen und Desktop-Computer. Der Experte sieht in Mehrfachsteckdosen mit Ein-Aus-Knopf den praktischsten Weg, mehrere Geräte vom Strom zu trennen, insbesondere bei Gerätegruppen wie beim Fernseher oder am Schreibtisch.

Was verbraucht im Haushalt am meisten Energie?

„Das WLAN deaktivieren, wenn man es nicht nutzt, bringt mehr, als die meisten denken“, sagt Sören Demandt. Dazu müsse der Router nicht unbedingt vom Netz genommen werden. Viele Geräte hätten eine integrierte Zeitsteuerung, die etwa nachts oder wenn man im Urlaub ist, die WLAN-Funktion trennt. „Man glaubt es kaum: Der WLAN-Router verbraucht mehr Energie als ein Kühlschrank.“ (ncz/jok/spot)

Auch interessant

Kommentare