Untersuchung

"Öko-Test" mit besorgniserregendem Urteil: Kaum ein Flüssigwaschmittel ist umweltfreundlich

Auf die Dosis kommt&#39s an: Wer Feinwaschmittel sparsamer verwendet, tut damit auch der Umwelt was Gutes.
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Auf die Dosis kommt's an: Wer Feinwaschmittel sparsamer verwendet, tut damit auch der Umwelt was Gutes.

Besonders ökologisch sind viele Flüssigwaschmittel laut "Öko-Test" nicht. Vor allem Duftstoffe oder Aufheller können schädlich für die Umwelt sein.

  • Flüssigwaschmittel versprechen oft absolute Reinheit und einen frischen Duft.
  • Sie können allerdings auch umweltschädliche Substanzen enthalten.
  • Bei einer Untersuchung von Öko-Test fallen einige Flüssigwaschmittel* krachend durch.

Frankfurt/Main - In einer Untersuchung der Zeitschrift "Öko-Test" (Ausgabe 7/2020) schnitt daher nur eines der getesteten 19 Flüssigwaschmittel mit "gut" ab. Testsieger "Ecover Waschmittel Universal" von Ecover kostet mit 30 Cent pro Waschgang doppelt so viel wie die günstigsten Produkte.

15 weitere Waschmittel bekamen die Note "befriedigend". Dazu gehören das "Almawin Waschmittel" von Almawin (26 Cent pro Waschgang) und das "Frosch Universal-Waschmittel" von Erdal Rex (20 Cent pro Waschgang) zu den besten. Drei Waschmittel wurden nur mit "ausreichend" bewertet.

Kritik an Duftstoffen und Aufhellern

Vor allem die verwendeten Inhaltsstoffe waren oftmals Grund für die schlechtere Bewertung. Denn in Bezug auf die Waschleistung wurden die meisten Produkte mit "gut" bewertet - vor allem mit Rotweinflecken, Gras und Frittierfett kamen sie gut zurecht.

Ausnahmslos alle getesteten Produkte enthielten Parfüm. Duftstoffe sind laut "Öko-Test" in der Umwelt oftmals schwer abbaubar und können allergische Reaktionen auslösen. Vor allem der Duftstoff Lilial sei bedenklich und gelte als fortpflanzungsschädigend. Gleiches gelte für Borverbindungen, die ihn gut der Hälfte der getesteten Flüssigwaschmittel vorhanden seien.

Auch Aufheller, die weiße Wäsche noch weißer* machen sollen, wirkten sich negativ auf das Ergebnis aus. Sie sollen über Umwege ins Abwasser gelangen können und so die Umwelt belasten. Kritische Mengen an Methylisothiazolinon (MIT) - ein Stoff, der für die Haltbarkeit sorgen soll - konnten die Tester in vier Produkten feststellen.

Zu guter Letzt spielte auch Mikroplastik in der Bewertung eine Rolle. Laut "Öko-Test" gab es hier erfreulicherweise nichts zu bemängeln, allerdings seien in manchen Produkten lösliche Kunststoffverbindungen enthalten, die der Umwelt Probleme bereiten könnten. Diese sollen demnach verhindern, dass es zu sehr schäumt oder Schmutz zurück in die Kleidung gelangt. Ungefähr die Hälfte der getesteten Flüssigwaschmittel komme laut "Öko-Test" ohne diese Kunststoffverbindungen aus.

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Umweltfreundliches Waschen

Auch wenn jeder Waschgang die Umwelt belastet, kann man mit ein paar Tricks seinen ökologischen Fußabdruck verringern. Neben der richtigen Dosierung - oftmals wird Waschmittel überdosiert - sollte man die Maschine immer so voll wie möglich beladen. Über die Wäsche in der Trommel sollte immer noch eine Hand hochkant passen.

Zudem hilft ein kalter Waschgang* ebenfalls der Umwelt. 90 Prozent der verbrauchten Energie beim Waschen* gehen laut "Öko-Test" für das Erhitzen des Wassers drauf. Für die meisten Waschgänge reichen daher 30 Grad völlig aus. (fk mit © dpa-infocom, dpa:200624-99-550013/3) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes)

Video: Flüssigwaschmittel gegen Pulver - Was ist besser?

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