Urteil

Schmerzensgeld nach verunglücktem Friseurbesuch

Manchmal geht es beim Friseur schief. Haben Kunden tatsächlich gesundheitliche Probleme nach einer Behandlung, kann das ein Schmerzensgeld rechtfertigen. Foto: Markus Scholz/dpa-tmn
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Manchmal geht es beim Friseur schief. Haben Kunden tatsächlich gesundheitliche Probleme nach einer Behandlung, kann das ein Schmerzensgeld rechtfertigen. Foto: Markus Scholz/dpa-tmn

Wer verletzt wird, hat Anspruch auf Schmerzensgeld. Wie hoch dieses ausfällt, ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Klar ist: Mit einem Gutschein muss man sich nicht zufrieden geben.

Köln (dpa/tmn) - Wird man bei einer unsachgemäß ausgeführten Friseurbehandlung verletzt, hat man Anspruch auf Schmerzensgeld und Schadenersatz.

Wegen Verbrennungen, Verätzungen und einer kahlen Stelle bekam eine Frau 5000 Euro Schmerzensgeld zugesprochen. Das entschied das Oberlandesgericht Köln (Az.: 20 U 287/19), wie das Rechtsportal anwaltauskunft.de des Deutschen Anwaltvereins (DAV) berichtet. Eine bestehende Haftpflichtversicherung des Friseurs ist allerdings kein Grund, die Ansprüche zu erhöhen.

Der Fall: Im Dezember 2016 wollte sich die Klägerin im Friseursalon blonde Haarsträhnen färben lassen. Die verwendete Blondiercreme verursachte allerdings Verbrennungen beziehungsweise Verätzungen 1. bis 2. Grades. Die Kundin musste sich daraufhin einer monatelangen Schmerz- und Infektionsbehandlung mit verschiedenen Medikamenten unterziehen. An einer Stelle am Kopf wächst zudem kein Haar mehr.

Der Friseur bot zur Entschädigung einen Gutschein an. Die Kundin wollte hingegen Schmerzensgeld in Höhe von 10 000 Euro sowie Schadenersatz. Das Landgericht verurteilte den Beklagten zu Schadenersatz und zur Zahlung eines Schmerzensgeldes von 4000 Euro.

Das Oberlandesgericht erhöhte in der Berufungsverhandlung das Schmerzensgeld auf 5000 Euro. Die Begründung: Man müsse die erheblichen Folgen der Blondierung mit zahlreichen Arztbesuchen und erheblichen Beeinträchtigungen berücksichtigen.

Diese seien Schmerzen, eine bakterielle Infektion sowie die mehrwöchige regelmäßige Einnahme von Schmerzmitteln, Antibiotika, Kortikoiden und der Dauerschaden am Hinterkopf der Klägerin. Daher sei ein Schmerzensgeld in Höhe von 5000 Euro auch im Verhältnis zu anderen vergleichbar gelagerten Sachverhalten angemessen.

© dpa-infocom, dpa:201002-99-800482/2

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