Reise: Ihre Rechte bei Öl am Strand

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Einzelne Ölklumpen sollen die Strände verschmutzt haben. Die Strände am Roten Meer sind nach Angaben der staatlichen Umweltschutzagentur inzwischen gesäubert worden.

Der Ölteppich im Roten Meer stammt aus einem Leck an einer Förderplattform. Das Öl hat auch Strände im Ferienziel Hurghada erreicht. Sie haben eine Badeurlaub gebucht? Was Sie jetzt wissen sollten.

Wegen des Ölteppichs im Roten Meer besorgte Ägypten-Urlauber sollten sich mit ihrem Reiseveranstalter in Verbindung setzen. Das empfehlen der Tourismusrechtler Prof. Ronald Schmid aus Wiesbaden und der Deutsche Reiseverband (DRV).

Die Veranstalter könnten dazu Auskunft geben, ob die Strände am jeweils gebuchten Hotel konkret von Öl-Verunreinigungen betroffen sind, sagte DRV-Sprecherin Sibylle Zeuch am Dienstag in Berlin.

Der Ölteppich stammt aus einem Leck an einer Förderplattform. Er habe auch Strände im beliebten Ferienziel Hurghada erreicht, berichteten ägyptische Medien unter Berufung auf die ägyptische Umweltschutzagentur.

Fall von höherer Gewalt

Wenn Strände verschmutzt sein sollten, liege ein Fall von höherer Gewalt vor, erläuterte Schmid, der Reiserecht an den Technischen Universität Dresden lehrt.

Wenn es um einen reinen Badeurlaub geht, dürfe der Urlauber den Aufenthalt dann ohne Stornokosten absagen. Alternativ bestehe die Möglichkeit, beim Anbieter eine Preisminderung zu verlangen.

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Für Ägypten-Rundreisen mit zum Beispiel kulturellem Schwerpunkt gelte dieses Kündigungsrecht aber nicht, sagte Schmid dem dpa-Themendienst. Auch sollte nicht schon lange vor einem geplanten Urlaubsbeginn der Reisevertrag gekündigt werden. Besser sei es zu warten, um einschätzen zu können, wie sich die Situation entwickelt.

Bisher seien vereinzelt kleinere Ölklumpen angespült worden, sagte DRV-Sprecherin Zeuch unter Berufung auf Reiseleiter in Ägypten.

Die Strände seien inzwischen gesäubert worden. Der Reiseverband behalte die Situation aber im Auge. Auch nach Angaben der staatlichen Umweltschutzagentur sind 95 Prozent der Ölklumpen an der Küste wieder weggeräumt worden. Ausgetreten sei das Öl bereits in der Woche zuvor.

dpa

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