Gewalt- und Straßenkriminalität

Wie sicher lebt es sich in Deutschland?

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Deutschland gilt als relativ sicheres Land, aber auch hier gibt es kriminelle Energien.

Der Faktor Sicherheit ist für viele Industriestaaten der Erde ein sehr kontroverses und komplexes Thema.

Insbesondere die Gewährleistung der persönlichen Unversehrtheit im öffentlichen Raum ist eine komplexe Angelegenheit und bestimmt das Gefühl von Schutz und Geborgenheit. Kriminalität einzudämmen, zu bekämpfen und auf ein Minimum zu reduzieren ist dabei ein zentraler Bestandteil.

Das gilt auch für die Bundesrepublik, die im Allgemeinen als sicheres Land gilt. Auch wenn das Weltwirtschaftsforum im Jahre 2017 in ihrem Sicherheitsranking Deutschland auf Platz 51 einstufte, verfügt die BRD über einen hohen Sicherheitsstandard, das lässt sich zumindest aus der Kriminalitätsrate ableiten.

Zudem ist wichtig zu betonen, dass die Definition des Weltwirtschaftsforums vom Begriff Sicherheit auf Reiseziele bezogen war und vor allem den Faktor Terrorismus als primären Indikator nutzte.

Die steigende Terrorgefahr führte zu einer schlechten Einstufung.

Zahl der Delikte in Deutschland sinkt

Laut den Angaben der Polizeilichen Kriminalstatistik 2018 (PKS) zeigt die Kriminalitätsrate in Deutschland eine abfallende Tendenz. Bereits seit drei Jahren hält diese positive Entwicklung an. Dabei beruft sich die Polizei indes nur auf gemeldete Delikte, die damit im sogenannten Hellfeld liegen. Der Bereich der nicht erfassten Straftaten – das Dunkelfeld – wird um ein Vielfaches höher eingeschätzt.

Selbst die registrierten Zahlen sind mit Vorsicht zu genießen. Die Gewaltkriminalität ist nach der PKS von 2017 auf 2018 gesunken – von 188.946 auf 185.377. Das ergibt eine prozentuelle Veränderung von -1,9 Prozent. Auch die Aufklärungsquote von 77,3 Prozent ist ein aussagekräftiges Zeichen für die steigende Sicherheit und die Eindämmung der Kriminalität

Die Statistik für Gewaltkriminalität ist allerdings in vier Rubriken unterteilt:

  • Mord, Totschlag, Tötung auf Verlangen
  • Vergewaltigung, sexuelle Nötigung und sexueller Übergriff im besonders schweren Fall mit Todesfolge
  • Raubdelikte
  • Gefährliche und schwere Körperverletzung

Die Rubrik

Mord

ist dabei hervorzuheben, da in diesem Bereich ein Anstieg von 3,9 Prozent erfasst wurde. Im Jahr 2017 gab es 2.379 Delikte, im darauffolgenden Jahr wurden mit 2.471 Delikten in diesem Bereich deutlich mehr Straftaten begangen. Dafür konnten die Behörden 96,1 Prozent der Fälle aufklären.

Gewaltkriminalität

Anzahl 

2017 | 2018

Veränderung

Absolut | in %

Aufklärungsquote

2017 | 2018

Mord, Totschlag, Tötungen auf Verlangen

2.379 | 2.471

92 | 3,9

95,6 | 96,1

Vergewaltigung, sexuelle Nötigung & sexueller Übergriff

11.282 | 9.234

-2.048 | -18,2

82,6 | 84,0

Raubdelikte

38.849 | 36.756

-2.093 | -5,4

55,1 | 57,0

Gefährliche & schwere Körperverletzung

137.058 | 136.727

-331 | -0,2

82,8 | 82,5

In puncto Straßenkriminalität ging die Zahl der Delikte um 6,0 Prozent zurück – von 1.131.088 auf 1.203.124. Da sich die Straftaten in dieser Rubrik im öffentlichen Raum abspielen, ist eine breitgefächerte Aufklärung schwer umsetzbar. Daher ergibt sich nur eine Quote von 18,7 Prozent.

Sicherheit im öffentlichen Raum

Sicherheitsvorkehrungen auf öffentlichen Straßen und Plätzen, für den öffentlichen Personennahverkehr, für Bahnhöfe, Einkaufszentren und andere zugängliche Bereich sind für kollektive Sicherheitsgefühl der Bevölkerung von immenser Bedeutung.

Delikte, die den öffentlichen Raum bedrohen, beunruhigen die Menschen. Raubüberfälle, sexuelle Übergriffe, Körperverletzungen oder Diebstähle beeinträchtigen das kollektive Sicherheitsgefühl und können die Gesellschaft spalten.

Städte, Kommunen und Gemeinde haben bereits die Initiative ergriffen und Maßnahmen ins Leben gerufen, um die Sicherheit an öffentlichen Standorten und die damit einhergehende Wohnqualität zu verbessern. Folgende Vorkehrungen können die Straßenkriminalität eindämmen und Problembezirke dauerhaft unter Kontrolle bringen:

  • Kontrollen und sichtbare Präsenz durch Polizei & Sicherheitsdienste
  • Aufklärung über Präventionsmaßnahmen
  • Beratung für Geschäftsleute, Geldboten & gefährdete Personen durch kriminalpolizeiliche Beratung (möglichst zielgruppenorientiert)
  • Übersichtliche & strukturierte Bebauung
  • Prävention durch Technik
  • Videoüberwachung & Beleuchtung
  • Sauberkeit, Verhinderung sowie Beseitigung von Schmierereien
  • Dauerkonsumenten von Rauschgift & Alkohol verdrängen
  • Verbot der Bettelei
  • Bepflanzung & Möblierung von Straßen & Plätzen
  • Wohnanlagen, Einzelhandel & Gastronomie attraktiver gestalten
  • Verbesserung der Anzeigebereitschaft
  • Strafverfolgung straffen

Sicherheit im öffentlichen Raum stetig zu verbessern und im Idealfall zu gewährleisten kostet Geld. Alle Maßnahmen verlangen, je nach örtlicher Sicherheitsanalyse, den Einsatz von mehr Personal und Videoüberwachung. Das weiß auch Stefan Gmyrek, Geschäftsführer von topsicherheit.de: „Schon seit geraumer Zeit nutzen Behörden wie die Landes- und Bundespolizei unsere Videoüberwachung, um der Kriminalität im öffentlichen Raum Einhalt zu gebieten.“

Das Unternehmen stellt Videoüberwachungssysteme für sicherheitsrelevante Anwendungen her. Dazu gehören unter anderem Überwachungskameras, LED-Strahlen und Aufzeichnungshardware. Die Systeme sind qualitativ hochwertig und können selbstständig installiert werden. Durch die firmeninterne Herstellung in Asien kann hohe Qualität zu niedrigen Preisen angeboten werden.

„Sicherheit betrifft viele Bereiche im Leben“, betont Stefan Gmyrek. „Doch öffentlicher Raum stellt diesbezüglich nochmal eine ganz andere Herausforderung dar. Schließlich sind solche Orte oftmals unübersichtlicher und es sind mehrere Menschen involviert. Da kann schnell Unsicherheit aufkommen.“

Wahrnehmung von Kriminalität

Die Daten und Informationen der Polizeilichen Kriminalstatistik basieren zwar auf wahrheitsgetreuen Fakten, doch kann die gesellschaftliche Wahrnehmung von Kriminalität dem kollektiven Gefühl von Sicherheit schaden.

Denn neben der objektiven Kriminalitätslage spielt auch die gefühlte Sicherheit eine wichtige Rolle für die Lebensqualität der Bevölkerung und für das gesellschaftliche Zusammenleben. Furcht und Unsicherheitsgefühle können nicht nur zu Vermeidungs- und Schutzverhalten, zu Vertrauensverlust und sozialem Rückzug führen, sondern den sozialen Zusammenhalt auf vielen Ebenen beeinträchtigen.

Die subjektive Sicherheit lässt sich dabei nicht so einfach mit der objektiven Kriminalitätslage in Verbindung bringen. Denn die gefühlte Bedrohung ist in den meisten Fällen schlichtweg größer als das tatsächlich vorherrschende Risiko. Die Wahrnehmung von Kriminalität als gesellschaftliches Problem ist bei vielen Menschen stärker ausgeprägt als die persönlich empfundene Gefahr.

Um diesen Umstand greifbar zu machen, hat es sich der Deutsche Viktimierungssurvey (DVS) von 2017 zur Aufgabe gemacht, Informationen zur Entwicklung der Sicherheitswahrnehmung seit 2012 zu erfassen. Dabei steht im DVS die Wahrnehmung der persönlichen Sicherheit der Menschen im Mittelpunkt des Interesses. Unsicherheitsgefühle und Kriminalitätsfurcht stellen dabei nur eine, nämlich die emotionale Facette der Kriminalitätswahrnehmungen, dar.

Wie sicher fühlen Sie sich – oder würden Sie sich fühlen –, wenn Sie nach Einbruch der Dunkelheit allein zu Fuß in ihrer Wohngegend unterwegs sind oder wären? Sehr sicher, eher sicher, eher unsicher, sehr unsicher?

Das Gefühl von Unsicherheit ist oftmals losgelöst von faktenbasierten Statistiken.

Rund 78,6 Prozent der 31.192 befragten Personen gaben an, dass sie sich nachts in ihrer Wohngegend sehr oder eher sicher fühlen. Die Umfrage ergab zwar, dass sich eine Mehrheit recht sicher fühlte, doch im Vergleich zu 2012 ist der Anteil derjenigen gewachsen, die sich eher unsicher oder sehr unsicher fühlen. 

Im Jahr 2017 fühlten sich 21,5 Prozent der befragten Bürger unsicher. Im Jahr 2012 waren es noch 17,3 Prozent gewesen. In einem Zeitraum von fünf Jahren hat sich damit die subjektive Wahrnehmung von Sicherheit zunehmend in den Bereich der Unsicherheit verschoben.

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