Corona-Maßnahmen

Wirbel um Friseure im Lockdown: Mobiles Haareschneiden in Bremen erlaubt?

Friseursalons haben im Lockdown deutschlandweit geschlossen. Aber darf der Friseur zu mir nach Hause kommen? Eine Rechtsanwältin klärt auf.

Update vom 28. Januar 2021: Friseure leiden nach wie vor unter dem Corona-Lockdown, der deutschlandweit für geschlossenen Salons sorgt. Auch der Haarschnitt zuhause ist verboten, sofern es die Schutzverordnung der Länder festlegt (siehe Artikel unten). Doch im Norden der Republik hat sich für mobile Friseure nun unerwartet ein Schlupfloch aufgetan. Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet, dürfen Bremer Friseure bei den Kunden zuhause Haare schneiden. Eine Auskunft des Ordnungsamts hatte kürzlich für Klarheit bezüglich einer schwammigen Formulierung gesorgt – und damit sogar die ansässige Handwerkskammer überrascht. Diese sei seit dem Erlass der Verordnung am 16. Dezember davon ausgegangen, „dass sämtliche Dienstleistungen im Bereich der nichtmedizinischen Körperpflege untersagt sind“, heißt es in dem Bericht.

Die Bremer Corona-Verordnung verbiete jedoch lediglich die Öffnung von Friseursalons – nicht die Dienstleistung an sich. Auch der Sprecher der ansässigen Gesundheitsbehörde, Lukas Fuhrmann, bestätigt der dpa: „Derzeit sind mobile Friseurbesuche erlaubt.“

Doch so schnell, wie sich die Lücke für das Friseurhandwerk aufgetan hat, soll sie nun wohl wieder geschlossen werden. Laut Fuhrmann prüfe der Bremer Senat derzeit, „wie die Hausbesuche von Friseuren unterbunden werden können und welche weiteren Schritte notwendig sind“, meldet das Nachrichtenportal buten un binnen. Als die Verordnung erlassen wurde, habe es das Phänomen mobiler Friseure aber noch nicht gegeben, heißt es vom Bremer Gesundheitsressort. Inzwischen sehe
der Senat die Notwendigkeit, zu handeln.

Lesen Sie auch: Homeoffice-Pflicht in Deutschland – Diese Regeln gelten ab sofort.

Lockdown-Verbot – aber nicht für Fußballer? Verband schreibt Wut-Brief

Update vom 14. Januar 2021: Während Bürgerinnen und Bürger weiter ihre wuchernde Lockdown-Frisur unter Mützen und Hüten verstecken, präsentieren sich die Fußballstars der 1. und 2. Bundesliga Wochenende für Wochenende mit perfekt sitzenden und gestylten Haaren. Sehr verärgert darüber sind nicht nur die meisten Menschen, die sich selbst nach einem Friseurbesuch sehnen, sondern auch der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks. Dieser schickte nun einen offenen Brief an den DFB. In diesem prangert der Verband an, dass anhand der perfekten Konturen und auf Millimeter getrimmtes Seitenhaar klar erkennbar sei, dass diese Frisuren von Profis mit professionellem Werkzeug geschnitten wurden. Dies sende die falsche Nachricht und setze die Branche massiv unter Druck. Denn nicht wenige frustrierte Bürger nun versuchen, durch Schwarzarbeit und illegale Hausbesuche das verbot zu umgehen. Keine angenehme Situation für Friseurinnen und Friseure, und auch kein Zeichen der Solidarität von Seiten der Fußballstars.

Salons geschlossen: Dürfen Friseure zuhause bei den Kunden Haare schneiden?

Ursprünglicher Artikel: Wer endlich mal wieder die Haare schön geschnitten haben möchte, hat gerade das Nachsehen: Seit Mittwoch, dem 16. Dezember befindet sich Deutschland im Lockdown. Die meisten Geschäfte wie Kaufhäuser oder Baumärkte mussten schließen, und mit ihnen auch die Friseure, die in den Tagen zuvor einen wahren Kundenansturm erlebt hatten*. Bis mindestens zum 14. Februar bleibt das öffentliche Leben noch heruntergefahren. Doch wenn der Friseursalon geschlossen hat, darf dann zumindest der Friseur zu mir nach Hause kommen und dort die Haare schneiden?

Dürfen Friseure im Lockdown zu den Kunden nach Hause kommen und dort die Haare schneiden?

Friseure geschlossen: Haarschnitt zuhause ebenfalls verboten

Ganz klar: Nein. Das bestätigt Rechtsanwältin Nicole Mutschke im Interview mit dem TV-Sender RTL. Zwar dürfen Kunden unter den aktuellen Kontaktbeschränkungen einen Haushalt zu sich nach Hause einladen. Doch die Friseur-Dienstleistung an sich ist verboten. Das legen die Corona-Schutzverordnungen der Länder fest. In der Infektionsschutzmaßnahmenverordnung von Bayern heißt es beispielsweise: „Dienstleistungen, bei denen eine körperliche Nähe zum Kunden unabdingbar ist, wie zum Beispiel Friseure, Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoo-Studios oder ähnliche Betriebe sind untersagt.“ (§ 12 Abs. 2).

Lesen Sie auch: Gibt es jetzt Corona-Urlaub für Eltern? Was Politiker planen.

Corona-Lockdown: Welche Bußgelder drohen Friseuren?

„Wenn der Friseur in NRW zu einem nach Hause kommt und dort die Haare schneidet, dann ist direkt ein Bußgeld in Höhe von 1.000 Euro fällig“, so Mutschke. Auch in anderen Bundesländern sind ähnlich hohe Strafen zu erwarten. (as) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Zentral-Redaktionsnetzwerks.

Der perfekte Haarschnitt

Wenn der Friseurbesuch im Lockdown ausfallen muss, dann sorgt ein Profi-Haarschneider und Barttrimmer (werblicher Link) für ein vorzeigbares Ergebnis. Durch die Kombination von Titan- und Keramikklingen gelingt jeder Haarschnitt, sowohl bei Kindern als auch Erwachsenen. 

Mehr zum Thema: Erkältungszeit und Corona: Darf ich mit einem Schnupfen in die Arbeit gehen? 

Wollen Sie über aktuelle Karriere-News auf dem Laufenden bleiben? Dann folgen Sie unserer Branchenseite auf dem Karriereportal Xing.

Gehalt: Die zehn bestbezahlten Ausbildungen in Deutschland

Platz 10: Maurer verdienen in ihrer dreijährigen Lehrzeit zwischen 550 und 1.200 Euro.
Platz 9: Verwaltungsfachangestellte bekommen 700 bis 800 Euro brutto.
Platz 8: Fachinformatiker erhalten monatlich zwischen 700 und 900 Euro brutto.
Platz 7: Dank Nacht- und Wochenendzuschlägen können angehende Polizisten bis zu 1.100 Euro verdienen.
Gehalt: Die zehn bestbezahlten Ausbildungen in Deutschland

Dieser Artikel enthält Affiliate-Links.

Rubriklistenbild: © imago images / CTK Photo

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare