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Ein Jahrhundert Backhandwerk

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Der Duft frischer Brötchen lässt jeden Morgen zu einem guten Morgen werden. Wenn dann auch noch eine freundliche Bedienung den frisch gebrühten Kaffee über den Tresen reicht mit den Worten: „Guten Appetit und einen schönen Tag“, dann sollte der Start in den Arbeitsalltag problemlos klappen. Seit über 100 Jahren steht die Bäckerei und Konditorei Meyer aus Balhorn für eben jene Frische, Qualität und Freundlichkeit.

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Der Duft frischer Brötchen lässt jeden Morgen zu einem guten Morgen werden. Wenn dann auch noch eine freundliche Bedienung den frisch gebrühten Kaffee über den Tresen reicht mit den Worten: „Guten Appetit und einen schönen Tag“, dann sollte der Start in den Arbeitsalltag problemlos klappen. Seit über 100 Jahren steht die Bäckerei und Konditorei Meyer aus Balhorn für eben jene Frische, Qualität und Freundlichkeit. An diesem Festwochenende, 3. und 4. Oktober, können alle Besucher das Wirken in und um die Bäckerei selbst live erleben. Ob außergewöhnliche Tortenkreationen, beste Wiener Kaffeebohnen oder der Backversuch des längsten Brotes der Welt. Inhaber Fred Schaumburg und seine Frau

Alexandra

haben sich einiges zu ihrem

Geburtstag

einfallen lassen. Der heutige Balhorner Standort existiert seit dem Jahr 1948. Hier eröffnete

Karl Meyer

, nachdem er nach zweijähriger Kriegsgefangenschaft seiner Heimat in der Niederlausitz (im heutigen Polen) den Rücken kehren musste, seine nordhessische Backstube. Den Grundstein zu der in mittlerweile vierter Generation bestehenden Backtradition, legte jedoch bereits

August Meyer

mit seiner Frau

Anna

um 1909.

Eine

lange Zeit, in der die Familien Meyer und später Schaumburg viele Höhen und Tiefen miterleben mussten. Stetiges Anpassen an die örtlichen Gegebenheiten und ein kundenorientiertes Denken verschaffte der Traditionsbäckerei jedoch den nötigen Halt und sorgt auch noch heute für die Sicherheit von rund siebzig Arbeitsplätzen in und um Balhorn. Fortschritt In den Achtzigerjahren begannen Schwiegersohn Helmut Schaumburg mit Ehefrau

Ursula

die Geschicke des gewachsenen Backbetriebes zu lenken. Moderne Maschinen, optimierte Arbeitsabläufe in Kombination mit handwerklichem Wissen prägen in dieser Zeit den Balhorner Familienbetrieb. Die Kinder Sabine und Fred finden schon in Kindertagen viel Freude am

Handwerk

ihrer Eltern. „Eigentlich“, so

Fred Schaumburg

, „war uns unser Werdegang schon früh in die Wiege gelegt worden, die Meisterschulen waren daher für mich und meine Schwester der richtige Weg.“

Sabine Schaumburg

leitet heute die aufstrebende Konditorei im Hause Meyer. Mit immer neuen und individuellen Kreationen haben die süßen Sünden eine stetig wachsende Fangemeinde. Ein

Kreis

schließt sich, wenn Anfang und

Ende

zusammengebracht sind. So könnte man die Übernahme des Familienbetriebes durch Fred und seine Frau

Alexandra Schaumburg

beschreiben. Ebenso aus

Schlesien

stammend verschlägt es die gelernte Zahntechnikerin Alexandra nach Nordhessen, wo sie vor gut zwölf Jahren in die Familie einheiratet. Nach hundert Jahren geht nunmehr eine junge Generation mit alten Wurzeln und frischen Ideen neue Wege. Die Zeit einer Backstube 1909: Gründung der Bäckerei Meyer durch August und

Anna Meyer

in Rainswalde,

Kreis

Sorau/Niederlausitz (im heutigen Polen) 1938:

Karl Meyer

und seine Ehefrau

Charlotte

übernehmen den elterlichen Betrieb, eröffnen in

Sorau

eine weitere Bäckerei. 1939-1945: Der zweite Weltkrieg zerstört alle aufgebauten Grundlagen. Die Familie Meyer wird, wie so viele andere aus dem Gebiet, aus ihrer Heimat vertrieben. 1948: Der Kriegsheimkehrer Karl Meyer arbeitet zunächst in einer Balhorner Bäckerei, bevor er sich erneut selbständig macht, um 1980: seinen mittlerweile um einige Filialen gewachsenen Betrieb an seine Tochter Ursula und

Schwiegersohn Helmut Schaumburg

zu übergeben. 2002:

Helmut Schaumburg

reicht den Führungsstab an seinen

Sohn Fred Schaumburg

und dessen Ehefrau

Alexandra

weiter. Die vierte Generation steht somit am

Ruder

der Schlesisch-nordhessischen Bäckerei. (ysv)

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