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Karriere-Experte: So sinnvoll ist die Arbeit im Homeoffice in der Zukunft

Eine Frau arbeitet während der Corona-Zeit im Home-Office. Die Debatte über eine verkürzte Quarantänezeit stieß Christian Drosten an.
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Viele Firmen haben eine Homeoffice-Regelung für ihre Mitarbeiter gefunden.

Was sind die Vor- und Nachteile im Homeoffice? Ein Karriere-Berater weiß Rat – und erklärt, wie Firmen in Zukunft mit Homeoffice-Regelungen umgehen können.

Homeoffice hat sich bei vielen Arbeitnehmern während Corona-Krise* etabliert. Wie soll es weitergehen? Aus Sicht einiger Firmen ist Homeoffice „die Zukunft“, andere Arbeitgeber unterdessen wissen ihre Mitarbeiter, sofern möglich, lieber in der Firma vor Ort. Oft sind es auch Mischformen, sodass Mitarbeiter nur in bestimmten Fällen oder zum Beispiel an manchen Tagen im Homeoffice arbeiten dürfen oder sollen.

Die Vor- und Nachteile des Homeoffice

Was sind die Gründe dafür, weshalb Homeoffice mal besser, mal schlechter funktioniert? Berater Peter Kraushaar von comteamgroup.com nennt vier Kriterien, an denen sich Firmen und Mitarbeiter nach seiner Erfahrung orientieren können:

  • Rahmenbedingungen: Hat der Beschäftigte neben der technischen und räumlichen Ausstattung auch eine familiäre Situation, die ihm erlaubt, von Zuhause aus konzentriert zu arbeiten, dann ist Homeoffice grundsätzlich möglich. Muss er zwischen Esstisch und Kinderbetreuung seiner Tätigkeit nachgehen, wird Homeoffice zum Boomerang und auf Dauer ein großer Stressfaktor.
  • Aufgaben: Bekannte, gut strukturierte und standardisierte Aufgaben können im Homeoffice zielführend bearbeitet werden. Bei neuen und kreativen Aufgaben stößt das Homeoffice an seine Grenzen. Hier sind der Austausch und die Teamarbeit im Büro weitaus erfolgreicher.
  • Personenabhängige Merkmale: Ein Beschäftigter, der es liebt, autonom und selbstbestimmt zu arbeiten, ist im Homeoffice gut aufgehoben. Ein Beschäftigter, der soziale Beziehungen und Kontakte wie die Luft zum Atmen braucht, um seinen beruflichen Alltag zu meistern, ist schnell Homeoffice-müde.
  • Zu guter Letzt: Organisationen, die von einer Projekt-Kultur geprägt sind, stehen für selbstorganisiertes Arbeiten. In einer solchen Kultur gehört Homeoffice schon immer dazu. In Family- und Innovations-Kulturen, wo stark auf Beziehung und persönlichen Austausch gebaut wird, fällt Homeoffice schwerer.

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Blick in die Zukunft: Wie wird sich Homeoffice etablieren?

Am Ende muss jeder Betrieb gemeinsam mit den Mitarbeitern natürlich selbst entscheiden, wie die Abläufe am sinnvollsten sind - und ob und inwiefern eine bestimmte Homeoffice-Regelung auch in Zukunft Sinn macht.

Sein Tipp: „Unternehmen dürfen jetzt nicht stehenbleiben und irgendwie weitermachen, wenn es um neue Arbeitsweisen geht.“ Es brauche jetzt „ein klares Bekenntnis der Geschäftsleitung und der Führungskräfte, dass sie nicht in die alte Arbeitswelt zurückkehren werden“.

Kreative Lösungen sind dabei gern gefragt. „Meine feste Überzeugung ist, dass die Demokratisierung in Unternehmen zunimmt. Hierarchien werden weiter abgebaut und die Mitsprache der MitarbeiterInnen ausgebaut“, ist Peter Kraushaar überzeugt. Es werde in Firmen wechselnde „Leitfiguren“ geben, die Aufgaben mit ihrer Kompetenz und Leidenschaft übernehmen und „proaktiv vorantreiben“. Seine Prognose: „In Unternehmen wird es letztendlich Mischformen im Rahmen der neuen Arbeitswelt geben.“ (ahu) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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Im Homeoffice

Wer daheim wenig Platz hat, kann sich an Homeoffice-Tagen mit einem schmalen Bürotisch (80x40) behelfen, der im Idealfall höhenverstellbar ist (werblicher Link).

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Kündigung des Arbeitsvertrags: Die wichtigsten Fakten, die jeder kennen sollte

Bei einer Kündigung des Arbeitsvertrags gibt es viele rechtliche Fallstricke zu beachten - egal ob sie vom Arbeitgeber oder Arbeitnehmer aus erfolgt.
Ein Arbeitsvertrag muss immer schriftlich gekündigt werden, und zwar mit einer Original-Unterschrift und dem vollen Namen. E-Mail, Textnachricht oder Fax reichen hier nicht aus.
Wie lange die Kündigungsfrist dauert, können Arbeitnehmer ihrem Arbeitsvertrag entnehmen. Laut Gesetz beträgt sie jedoch mindestens vier Wochen. Während der Probezeit gilt eine kürzere Kündigungsfrist von zwei Wochen. Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber verlängert sich je nach Dauer der Betriebszugehörigkeit des Mitarbeiters.
Wer kündigen will, sollte seine Kündigung dem Chef oder der Personalabteilung persönlich übergeben oder per Post verschicken - am besten per Einschreiben.
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