Lehrer in den USA

Herziger Neunjähriger überlässt Lehrerin sein Geburtstagsgeschenk

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Der rührige Parker William überließ seiner Lehrerin das Geld, das er zum Geburtstag geschenkt bekommen hat. Der Grund ist allerdings sehr unerfreulich.

Eines Morgens fand eine Lehrerin in den USA ein rühriges Geschenk ihres Schülers auf dem Schreibtisch. Doch die gutgemeinte Geste macht einen gravierenden Notstand deutlich.

Der neunjährige Parker Williams aus Florida war jüngst in den lokalen Nachrichten, weil er zu seinem Geburtstag 15 Dollar (umgerechnet etwa 14 Euro) geschenkt bekam - und alles seiner Lehrerin gab. Weshalb? Weil er meinte, "Lehrer werden nicht genug bezahlt".

Neunjähriger findet, das Lehrer nicht genug verdienen

Die Statistiken besagen, dass Lehrer in den USA um 21 Prozent weniger verdienen als in ähnlichen Jobs, die einen Hochschulabschluss erfordern. Dies führt zu einem landesweiten Lehrermangel und immer größeren Klassen. Offenbar war dem Drittklässler Parker Williams diese Problematik bekannt. Denn eines Tages fand seine Lehrerin 15 Dollar auf seinem Schreibtisch mit der Notiz: "Liebe Frau Chambers, ich glaube nicht, dass Lehrer genug für das bezahlt werden, was sie tun. Werden Sie dieses Geschenk annehmen?" Diese gut gemeinte Aktion verdeutlicht, wie schlimm es um den Lehrerberuf in den USA wirklich steht.

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Berufe mit gleichwertiger Ausbildung werden um 21 Prozent besser bezahlt als Lehrer

Das mittlere Lehrergehalt für Kindergarten- und Grundschullehrer in den USA liegt nach Angaben des Bureau of Labor Statistics unter 60.000 US-Dollar (etwa 54.270 Euro), wobei das Gehalt je nach Dienstalter und Schule variiert. Es ist vergleichbar mit dem Gehalt eines Eventmanagers oder Personal Trainers. Im Gegensatz zu diesen beiden Berufen erfordert der Lehrerberuf jedoch eine mehrjährige Ausbildung. Trotzdem verdienen Lehrer im Durchschnitt 21 Prozent weniger als in anderen Berufen mit Bachelor-Abschluss. Vor 30 Jahren war das Lohngefälle nur zwei Prozent geringer. Doch es kommt noch etwas anderes hinzu.

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Teure Ausbildung und geringes Gehalt führen zu Lehrermangel in den USA

Die sprunghaft ansteigenden Kosten der Ausbildung zum Pädagogen - gepaart mit dem niedrigen Gehalt, das man am Ende erhält - bedeuten, dass viele Lehrer erhebliche Schulden abzahlen müssen. Eine Umfrage ergab, dass über die Hälfte von 2.000 befragten Lehrern "sehr besorgt" war, den Kredit für die Ausbildung nie abbezahlen zu können. Diese Umstände führen natürlich zu einem gewaltigen Lehrermangel in den USA. Seit 2008 kämpft das Land darum, mit der wachsenden Schülerbevölkerung Schritt zu halten. Derzeit fehlen etwa 307.000 Lehrer. Die Frustration über die schlechten Gehälter und die Klassengrößen haben in den letzten beiden Jahrzehnten zu landesweiten Lehrerprotesten geführt, zuletzt in Chicago, berichtet das Karriere-Portal Business Insider.

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Der kleine Parker Williams bereut es nicht, seiner Lehrerin eine kleine Gehaltserhöhung verschafft zu haben. "Ich denke, dass sie eine wirklich nette Lehrerin ist", erklärte er den lokalen Reportern von WFLA-TV.  Sie hat ihre eigene Art zu unterrichten und hat für jeden Zeit. Ich denke, dass viel mehr Menschen so nett sein sollten."

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vro

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