Arbeitsrecht

Arbeitsvertrag: Ist eine Kündigung per E-Mail erlaubt?

Für die Kündigung von Arbeitsverträgen gelten strenge Regeln – auch bei der Form. Ist etwa eine Kündigung per E-Mail zulässig?

Kündigungen* gehören zu den Dingen im Arbeitsleben, bei denen sich niemand Schlampereien erlauben kann. Der Gesetzgeber sieht dafür strenge Richtlinien vor, sei es für den Kündigungszeitpunkt oder auch die Form. Doch gerade bei letzterem fühlen sich viele unsicher: Muss ich die Kündigung als Brief verschicken – oder reicht auch eine E-Mail?

Kündigungen müssen in Schriftform erfolgen – E-Mail zählt nicht dazu

Das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) hat diesen Fall ganz klar festgelegt. Nach § 623 BGB muss eine Kündigung des Arbeitsvertrags immer in Schriftform erfolgen, die elektronische Form ist ausgeschlossen. Das heißt also: Kündigungen, die per E-Mail, Fax, E-Postbrief, SMS, WhatsApp oder ähnlichem erfolgen, sind unwirksam. Auch eine mündliche Kündigung ist rechtlich nicht erlaubt. Dies gilt übrigens sowohl für Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer. Die Schriftformerfordernis kann auch nicht durch Regelungen im Arbeitsvertrag aufgehoben werden. Das selbe gilt für sogenannte „Turbo-“ oder „Sprinterklauseln“ in Aufhebungsverträgen.

Lesen Sie auch: Kündigung: Aus diesen Gründen darf Sie Ihr Arbeitgeber feuern.

Kündigung nur mit eigenhändiger Unterschrift gültig

Arbeitsverträge müssen immer schriftlich gekündigt werden. Aber zählen E-Mails dazu?

Doch Vorsicht: Selbst wenn die Schriftform bei der Kündigung beachtet wird, ist diese nur wirksam, wenn das Kündigungsschreiben auch handschriftlich unterschrieben wird (§ 126 Abs. 1 BGB). Zwar ist rechtlich auch ein „notariell beglaubigtes Handzeichen“ statt einer Unterschrift erlaubt, doch in der Praxis dürfte dies kaum eine Rolle spielen. Die Unterschrift auf dem Dokument muss übrigens nicht lesbar sein. Namenskürzel oder Initialen (das sogennante „paraphieren“) reichen laut Rechtsexperten dagegen nicht aus.

Auch interessant: Kündigung: Das sollten Sie beachten, wenn sie freiwillig den Job wechseln.

Was passiert, wenn die Schriftformfehlt?

Gut zu wissen: Wenn eine Kündigung per E-Mail oder einer anderen, nicht erlaubten Form eingeht, können Arbeitnehmer die Kündigung auch noch nach Ablauf der dreiwöchigen Kündigungsklagefrist nach § 4 Satz 1 KSchG gerichtlich anfechten. (as) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Mehr zum Thema: Kündigung schreiben: Wie kündige ich meinen Arbeitsvertrag?

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Quelle: BGB, Haufe.de

Kündigung des Arbeitsvertrags: Die wichtigsten Fakten, die jeder kennen sollte

Bei einer Kündigung des Arbeitsvertrags gibt es viele rechtliche Fallstricke zu beachten - egal ob sie vom Arbeitgeber oder Arbeitnehmer aus erfolgt.
Ein Arbeitsvertrag muss immer schriftlich gekündigt werden, und zwar mit einer Original-Unterschrift und dem vollen Namen. E-Mail, Textnachricht oder Fax reichen hier nicht aus.
Wie lange die Kündigungsfrist dauert, können Arbeitnehmer ihrem Arbeitsvertrag entnehmen. Laut Gesetz beträgt sie jedoch mindestens vier Wochen. Während der Probezeit gilt eine kürzere Kündigungsfrist von zwei Wochen. Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber verlängert sich je nach Dauer der Betriebszugehörigkeit des Mitarbeiters.
Wer kündigen will, sollte seine Kündigung dem Chef oder der Personalabteilung persönlich übergeben oder per Post verschicken - am besten per Einschreiben.
Kündigung des Arbeitsvertrags: Die wichtigsten Fakten, die jeder kennen sollte

Rubriklistenbild: ©  Sven Simon/Imago

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