Göttinger Gildentag stellt Buchbinder vor

Beim Empfang des 513. Göttinger Gildentages in diesem Jahr wurde das Handwerk des Buchbinders vorgestellt.

Der Beruf des Buchbinders ist ein handwerklicher Beruf und erfordert in vieler Hinsicht, viel Geschick und Fantasie sowie Übung und Fachwissen im Umgang mit den verschiedensten Materialien. Ein Buchbinder zu sein, bedeutet weit aus mehr, als nur Bücher zu binden.

Buchbinder ist die Bezeichnung für den Berufszweig, der das Buch in seine endgültige Form bringt und den Einband herstellt. Er tätigt damit den abschließenden Arbeitsgang der Buchherstellung nach Beendigung von Redaktion, Satz, Layout und Druckarbeiten, also die Herstellung und Verbindung der den Buchblock umschließenden äußeren Hülle mit allen Schritten vom Ordnen und Zusammenfügen der Lagen bis hin zur künstlerischen Gestaltung.

Obwohl der Bucheinband und die Notwendigkeit seiner Herstellung so alt ist wie der Kodex selbst, ist Buchbinderei als Gewerbe erst im späten Mittelalter entstanden. Es blieb eine rein handwerkliche Tätigkeit, bis sich im 19. Jahrhundert im Zuge des aufkommenden Verlegereinbandes die maschinelle Großproduktion etablierte. Heute ist Buchbinder ein Lehrberuf, der sich in drei Fachrichtungen unterteilt. Dabei dominiert der Bereich industrieller Fertigung und damit die Anzahl der Buchbinder, die die maschinelle Serienfertigung begleiten, deutlich gegenüber jenen, die Bücher weiterhin vollständig handwerklich herstellen.

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Ausbildung zum Buchbinder

Bei der Fülle verschiedener Druckerzeugnisse ist es ganz klar, dass mit unterschiedlichen Techniken gefertigt wird. Buchbinder bedienen einen ganzen Park von Maschinen und Fertigungsstraßen zum Schneiden, Falzen, Sammeln, Zusammentragen, Heften, Binden – natürlich auch zum Kleben, Lochen, Perforieren, Bohren, Prägen, Trennen, Formen, Veredeln und weiteren Fertigungsvorgängen. Buchbinder sind nicht nur die kompetenten Fachleute, wenn’s um das Finish einer Drucksache geht; sie kümmern sich auch um die Wartung und Funktionstüchtigkeit „ihrer“ Maschinen. Neben einem guten Draht zur Technik gehören zu diesem Beruf ebenso ein Blick für das Styling, ein gutes Organisationstalent und eine große Portion Verantwortungsbewusstsein. Arbeitsvorbereitung ist die halbe Miete.

Buchbinder wissen genau, welche Materialien auf den entsprechenden Maschinen verarbeitet werden können. Ob und wie gefalzt oder geschnitten wird, erkennen Buchbinder fachkundig aus den speziellen Markierungen der Druckbogen. Exaktes Planen und Organisieren sind Voraussetzung, um beste Qualität zu liefern. Jeder Auftrag ist anders und so muss viel Flexibilität an den Tag gelegt werden. Gerade das macht den Beruf noch interessanter. (Kreishandwerkerschaft Südniedersachsen)

Quelle: HNA

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