Gastritis: Alkohol und Schmerzmittel schaden Magenschleimhaut – Bakterium Ursache von chronischer Form

Starker Druck im Oberbauch

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Völlegefühl und Druck im Oberbauch: Diese Symptome können Anzeichen für eine akute Gastritis sein.

Ich habe Schmerzen im Oberbauch und leide unter Übelkeit. Kann eine Magenschleimhautenzündung dahinterstecken?“, fragt Leserin Elke S. aus Lohfelden.

Antworten hat Dr. Hubert Sostmann, Facharzt für Innere Medizin und Chefarzt der Gastroenterologie am Kasseler Diakonissenkrankenhaus: „Die Diagnose für eine Magenschleimhautentzündung ist häufig schwierig zu stellen, weil die Symptome recht unspezifisch sind.“ Anzeichen für eine akute Gastritis können neben einem Völle- beziehungsweise Druckgefühl im Oberbauch auch Übelkeit, Aufstoßen und Erbrechen sein. Ähnlich seien die Symptome aber auch bei einem Reizmagen, den Ärzte vor allem bei jüngeren Patienten diagnostizierten.

Feststellen lasse sich das Krankheitsbild erst durch eine Magenspielegung und durch die Entnahme von Gewebeproben. „Bei jungen Menschen setzen wir zunächst auf die Behandlung, bei älteren Patienten sind wir vorsichtiger und spiegeln häufiger.“

Die Ursachen für eine akute Gastritis sind laut Sostmann vielfältig: Neben Alkoholexzessen können Medikamente wie Aspirin und Antirheumatika Auslöser sein, mitunter auch Lebensmittelvergiftungen und Infektionen. Der erste Schritt zur Behandlung: „Weglassen, was den Magen schädigt“, sagt der Gastroenterologe. Darüber hinaus kommen Säureblocker (Medikamente, die die Magensäure reduzieren) und Mittel gegen Übelkeit zum Einsatz. Sostmann rät zudem dazu, auf reizende Lebensmittel wie Kaffee oder säurehaltige Säfte zu verzichten. „Nach zwei, drei Tagen, spätestens nach einer Woche klingen die Symptome wieder ab.“

Drei chronische Formen

Bei einer chronischen Gastritis spüren Betroffene hingegen seltener Symptome. Am häufigsten trete Typ B auf, der mit dem Bakterium Helicobacter pylori zusammenhängt. Etwa 20 Prozent der Bevölkerung weisen laut Sostmann das Bakterium auf; in Ländern, in denen die hygienischen Bedingungen weitaus schlechter sind, seien bis zu 90 Prozent betroffen. „Die meisten Menschen wissen gar nicht, dass sie an einer solchen Helicobacter-pylori-Infektion leiden“, erläutert der Mediziner. Doch hat das Bakterium erst den Magen besiedelt, liege immer eine Entzündung vor.

Neben dem häufigsten Typ der Gastritis unterscheiden Mediziner zwei weitere Ausprägungen: Bei dem eher selten auftretenden Fall A gehen die säurebildenden Zellen zugrunde. Für diese Autoimmunkrankheit gebe es keine spezielle Therapie, lediglich Spätfolgen wie Vitamin-B12-Mangel lassen sich laut Sostmann behandeln. Hier komme es wegen fehlender Magensäure zwar nicht zu Geschwüren, wohl aber zu Tumoren. Der eher unspezifische Typ C sei ein „Sammeltopf“: Hervorgerufen werde diese Form beispielsweise durch Gallenreflux oder Medikamente; sie lasse sich durch Gewerbeproben diagnostizieren.

Zur Vorbeugung einer Gastritis rät Sostmann, auf übermäßigen Genuss von Alkohol zu verzichten und bei der Einnahme von Schmerzmitteln Vorsicht walten zu lassen, denn: „Bei den meisten Formen können relativ schnell Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre auftreten.“

Quelle: HNA

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