Verstörende Abhängigkeit

Mutter ist besessen von Puder - mit verheerenden Folgen

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Babypuder steht wohl auf jedem Wickeltisch - doch eine Mutter aus England verwendet ihn völlig falsch.

Jeder hat eine Lieblingsspeise - doch was eine Britin kiloweise zu sich nimmt, beunruhigt enorm. Sie gefährdet damit nicht nur ihre Gesundheit: Die Sucht geht auch ins Geld.

Als das fünfte Kind der heute 44-jährigen Britin Lisa Anderson auf die Welt kam, hieß es wieder: Windeln wechseln, nachts nicht mehr durchschlafen und Utensilien wie Babypuder einkaufen. Letzteren wendete sie nicht nur bei ihren Kindern an, sondern auch bei sich selbst. Was anfangs eine reine Körperpflege-Routine war, artete aus: Anderson überkam nach der Geburt ihres fünften Kindes das extreme Bedürfnis, Babypuder zu essen. Seitdem - rund 14 Jahre - ist sie abhängig von Babypuder.

Babypuder-Abhängigkeit kostete Britin bis jetzt tausende von Euro

Der seifige Geschmack sei es, dem sie nicht widerstehen könne, sagte Anderson dem britischen News-Portal Daily Mail. Bis zu ein Fläschchen Babypuder pro Tag braucht die 44-Jährige, um ihre Sucht zu stillen. Sie esse ihn nur heimlich zu Hause, so Anderson. Alle 30 Minuten gibt sie ihrem Drang nach und leckt Körperpuder von ihrem Handrücken, wie die Daily Mail berichtete.

Der in Babypuder enthaltene Talk birgt jedoch gefährliche Risiken, so wird ihm krebserregende Wirkung zugeschrieben. Und auch in den Geldbeutel der Britin reißt die Puder-Abhängigkeit ein großes Loch: In 15 Jahren hat sie schätzungsweise 9.400 Euro für Babypuderflaschen ausgegeben. Die Essstörung, von der Anderson betroffen ist, bezeichnen Mediziner als Pica-Syndrom. Betroffene essen im Grunde nicht essbare Dinge wie Kreide, Haare, Steine oder Pflegeprodukte.

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Pica-Syndrom: Wenn Menschen lebensgefährliche Dinge essen

Pica gilt als Essstörung, von der häufig Menschen betroffen sind, die an psychischen Krankheiten, Autismus oder Demenz leiden. Patienten sind süchtig nach ungenießbaren Dingen wie etwa Seife, Zahnpasta oder sogar Fäkalien. Selbst Lack, scharfe Gegenstände oder Glas können zu den Dingen zählen, die beim Pica-Syndrom verspeist werden, was Lebensgefahr bedeutet. Da das Krankheitsbild, das mit kognitiver Verhaltenstherapie und Psychotherapie behandelt werden kann, unter Ärzten eher wenig bekannt ist, gehen Experten davon aus, dass weit mehr Menschen betroffen sind, als in Fachkreisen angenommen wird.

Lisa Anderson ging mit ihrer Geschichte an die Öffentlichkeit, um ein Bewusstsein für das Pica-Syndrom zu schaffen. Sie sucht sich dem Frauenmagazin Ohmymag zufolge fachärztliche Hilfe.

Im Video: Mehr über die Britin, die Unmengen Babypuder vertilgt

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jg

Bei seltenen Erkrankungen Hilfe suchen

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