Autoimmunerkrankung

Multiple Sklerose in Deutschland immer häufiger

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Dank neuer Therapien hat die Lebenserwartung von MS-Patienten zugenommen. Der Anteil gesetzlich Versicherter mit Multipler Sklerose liegt in Deutschland derzeit bei 0,32 Prozent. Foto: Patrick Pleul

Eine aktuelle Studie zeigt, dass die Autoimmunerkrankung Multiple Sklerose in Deutschland häufiger wird. Ein Grund ist, dass offenbar tatsächlich mehr Menschen neu an MS erkranken.

Berlin (dpa) - In Deutschland leben einer aktuellen Studie zufolge immer mehr gesetzlich Versicherte mit Multipler Sklerose. Ihr Anteil wuchs demnach innerhalb von sechs Jahren von rund 0,25 Prozent auf knapp 0,32 Prozent.

2015 wurden rund 224.000 Versicherte wegen der Krankheit behandelt - gut 51.000 mehr als 2009. "Studien aus anderen westlichen Ländern haben gezeigt, dass die Lebenserwartung von MS-Patienten zugenommen hat und wir gehen davon aus, dass das auch in Deutschland der Fall ist", sagte Mitautor Jakob Holstiege vom Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung im Vorfeld des Welt-MS-Tages am 30. Mai. Zudem erkrankten heute in unseren Breitengraden tatsächlich mehr Menschen neu an MS.

Die nicht heilbare chronisch entzündliche Autoimmunerkrankung äußert sich in neurologischen Ausfällen. Früher sei davon ausgegangenen worden, dass es etwa der Hälfte aller Patienten nach fünf bis zehn Jahren dauerhaft schlecht ginge und sie nicht mehr arbeiten könnten, sagte Heinz Wiendl, Direktor der neurologischen Klinik Münster und stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Kompetenznetzes Multiple Sklerose. "Das hat sich dank neuerer Therapien deutlich gebessert": 80 bis 90 Prozent der konsequent Therapierten befänden sich heute nach diesem Zeitraum in einem identisch neurologischen Zustand wie zu Therapie-Beginn.

Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft

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