Forscher warnen

Dieser Superkeim hat selbstständig seine DNA verändert - und schlägt jetzt um sich

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Ein neuer Superkeim soll seine DNA verändert haben und nun gegen zwei Antibiotika resistent sein.

Eine australische Studie will nun einen hochgefährlichen Krankheitserreger entdeckt haben, gegen den nicht einmal gängige Antibiotika etwas ausrichten sollen.

Es scheint, als ob weltweit aggressive Krankheitserreger auf dem Vormarsch sind: Immer wieder warnen Forscher vor sogenannten Superkeimen, die gegen viele Antibiotika resistent sind und damit für Menschen hoch gefährlich werden können.

Australische Studie deckt Super-Erreger auf - gängige Antibiotika versagen

Nun ist eine australische Studie veröffentlicht worden, die sich dem Erreger "Staphylococcus epidermidis" widmet. Das Perfide daran: Das Bakterium kommt üblicherweise auf der menschlichen Haut vor, ist dort aber eigentlich harmlos. Durch Verletzungen kann er allerdings in den Körper eindringen und dort zu einer schweren Infektion führen – oder im schlimmsten Falle sogar zum Tode.

Die Wissenschaftler konnten den Keim bereits in mehreren Proben aus der ganzen Welt nachweisen. "Er scheint sich ausgebreitet zu haben", warnt Ben Howden von der Universität Melbourne. Die Forscher sind in Alarmbereitschaft: Schließlich haben sie in ihrer Untersuchung außerdem festgestellt, dass einige Krankheitserreger bereits kleine DNA-Veränderungen vorgenommen haben – und so nun gegen zwei gängige Antibiotika resistent sind.

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Superkeim könnte zum ernsthaften Gesundheitsproblem weltweit werden

Als Grund führen die Wissenschaftler den übermäßigen Einsatz von Antibiotika an. Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt vor einer zu hohen Antibiotikavergabe. So berichtete Spiegel Online, dass pro Jahr etwa 700.000 Menschen an Infektionen sterben, gegen die Antibiotika nichts ausrichten können.

Das weiß auch Studienleiter Ben Howden: "Antibiotikaresistenz ist eine der größten Gefahren für die Krankenhauspflege weltweit", schließt er. Die Ergebnisse wurden nun im Fachmagazin Nature Microbiology veröffentlicht.

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jp/Glomex

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