Viele Monate noch

Virologe Drosten mit düsterer Masken-Prognose: „Auch wenn wir mit den Impfungen beginnen ...“

Die Mundschutzmaske ist unser täglicher Begleiter geworden. Doch wann werden wir zu alter Normalität zurück finden – ohne Maske? Christian Drosten gibt eine Einschätzung ab.

  • Mit der Maskenpflicht* in einigen öffentlichen Räumen will die Regierung verhindern, dass sich das Coronavirus weiter ausbreitet.
  • Doch vor allem bei warmen Temperaturen ist der Mund-Nasen-Schutz lästig.
  • Wie lange wir eine Mundschutzmaske noch tragen werden, hängt von der weiteren Entwicklung der Coronavirus-Pandemie ab. Promi-Virologe Christian Drosten hat eine düstere Prognose.

München - Die einen haben sich längst an das Tragen der Mundschutzmaske in öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften gewöhnt, die anderen sehnen sich nach der guten alten Zeit vor Corona zurück – ohne Maske. Doch steigende Covid-19-Infektionszahlen und das Verhängen neuer, strengerer Corona-Regeln in München und weiteren Hotspots lassen die Hoffnung schwinden, dass wir bald wieder ohne Mundschutzmaske in der Tasche das Haus verlassen können.

Zwar ist die Mundschutzpflicht an die Entwicklung der Infektionszahlen gebunden – und diese können nicht vorhergesagt werden. Doch so manche Prognose ist in Umlauf, wie lange wir den Mundschutz voraussichtlich noch tragen werden. Auch Covid-19-Experte Christian Drosten, Institutsdirektor an der Charité in Berlin mit Forschungsschwerpunkt Virologie, nennt ein mögliches Szenario – das vielen nicht gefallen dürfte.

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Corona-Entwarnung nicht in Sicht: Maskenpflicht bis Ende 2021?

So blickt Virologe Drosten, der den weltweit ersten Corona-Diagnostiktest entwickelte, wenig optimistisch in die Zukunft: „In anderen Teilen der Welt (Anmerkung d. Redaktion: etwa Deutschland), in denen das Konzept darin besteht, eine weit verbreitete Virusübertragung zu vermeiden und auf den Einsatz eines Impfstoffs zu warten, können wir damit rechnen, dass wir bis Ende 2021 Masken tragen werden. Es ist unmöglich, genaue Vorhersagen zu machen, aber das nächste Jahr wird ein Jahr sein, in dem wir Masken tragen“. Auch ein rascher Einsatz eines Impfstoffes würde Drosten zufolge nichts daran ändern: „Denn auch wenn wir mit den Impfungen beginnen, wird der größte Teil der Bevölkerung weiter Masken tragen müssen“. Zwar ist Virologe Drosten zuversichtlich in Hinblick auf eine Covid-19-Impfung: „Im nächsten Jahr werden wir Impfstoffe haben“, sagt er im Interview mit der Deutschen Welle. Jedoch kann es Drosten zufolge bis Ende nächsten Jahres dauern, bis bestimmte Teile der Bevölkerung damit versorgt werden können – daher auch die noch lange andauernde Empfehlung, Masken zu tragen.

Ein weiteres Problem, das für die weitere Notwendigkeit der Masken spricht: „In Ländern wie Deutschland, wo es nur wenige Infektionen gibt, wird es keine breite Immunität geben. Das werden wir wahrscheinlich auch in den anderen Ländern Europas nicht sehen“, so Drosten. (jg) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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Der Virologe Christian Drosten sieht Deutschland in der Corona-Pandemie noch nicht ausreichend gewappnet. Doch auch an Schweden gibt es erneut Kritik.

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Rubriklistenbild: © Harald Schneider/dpa

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