Viruslast wird untersucht

Corona-Studie von Christian Drosten: Wie ansteckend Kinder wirklich sind

Christian Drosten hält an seiner Einschätzung zur Corona-Ansteckungsgefahr durch Kinder fest. Der Virologe hat nun eine entsprechende Studie veröffentlicht.

Berlin/Kassel – Virologe Christian Drosten ist weiterhin überzeugt, dass auch unter Kindern eine hohe Corona-Infektionsgefahr, ähnlich wie unter Erwachsenen, besteht: „Mein anfänglicher Eindruck einer ungefähr gleich großen Infektiosität aller Altersgruppen hat sich bestätigt“, so der Experte über entsprechende Daten, die am Dienstag (25.05.2021) im Fachmagazin Science erschienen sind.

Für die Studie bestimmten Forschende gemeinsam mit dem Institutsdirektor der Berliner Charité die sogenannten Viruslasten für mehr als 25.000 Covid-19-Fälle, sprich: die Menge des Viruserbguts in einer PCR-Probe.

Christian Drosten glaubt, dass mit Corona infizierte Kinder genauso ansteckend wie Erwachsene sein können. Nun legt der Institutsdirektor der Berliner Charité eine entsprechende Studie vor.

Corona-Studie von Christian Drosten: Proben ein Grund für geringere Messwerte

Untersucht wurden dabei sowohl Patienten ohne Krankheitsanzeichen als auch Personen mit schweren Symptomen bis hin zu Krankenhausfällen. Der Corona-Studie zufolge zeigen sich bei Erwachsenen im Alter zwischen 20 und 65 Jahren „keine nennenswerten Unterschiede“ bei der Viruslast. Bei älteren Kindern und Jugendlichen würden sich die Werte mit steigendem Alter denen der Erwachsenen weiter angleichen.

Einen Grund dafür sieht Virologe Drosten auch bei der Probeentnahme: Bei Kindern würden kleinere Tupfer, eine Art Wattestäbchen, zur Probeentnahme eingesetzt, was wiederum auch für weniger Probenmaterial sorge. Zudem würden oft nur einfache Rachenabstriche anstatt tiefe Nasenrachenabstriche vorgenommen, in denen sich weniger Virusrückstände befänden. Daher seien bei Kindern ohnehin geringere Viruslast-Messwerte zu erwarten, so Drosten.

Corona-Studie der Charité

Hier finden Sie die Studie

Virologe Drosten warnt vor symptomfreien Corona-Infizierten: Maßnahmen nach wie vor wichtig

Erste Auswertungen dieser Art hatte Christian Drosten bereits vor mehr als einem Jahr* veröffentlicht. Zum damaligen Zeitpunkt waren diese jedoch noch nicht von unabhängigen Fachleuten überprüft worden. Laut Angaben des Virologen sei die aktuelle Publikation allerdings deutlich umfangreicher und die nun wohl größte Untersuchung zu diesem Thema. Darüber hinaus werde die Studie noch weiter fortgesetzt.

Außerdem soll der Studie nach ein kleiner Teil der Infizierten für besonders viele Ansteckungen sorgen. Wie Drosten erklärt, gebe es in allen Altersgruppen, auch bei Kindern, infizierte Personen mit außergewöhnlich hohen Viruslasten – darunter auch Menschen ohne Krankheitsanzeichen.

Gerade Personen, die gesund wirken, seien daher eine große Gefahr. „Das Maximum der Virusausscheidung liegt ein bis drei Tage vor dem Symptombeginn“, erläutert Drosten. Maßnahmen wie Social Distancing und Maskentragen seien daher nach wie vor enorm wichtig, da die Corona-Pandemie nur schwer zu kontrollieren sei. Im „Coronavirus-Update“ spricht der Mediziner außerdem davon, dass Menschen, die mit der britischen Variante B.1.1.7 infiziert sind, ansteckender seien als Infizierte mit anderen Varianten. Die Viruslasten dieser Personen seien im Vergleich etwa zehnmal so hoch. (Nail Akkoyun mit dpa) *merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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