1. Hersfelder Zeitung
  2. Magazin
  3. Gesundheit

Ungeimpft & schwanger: Das sind die gesundheitlichen Folgen für Mutter und Kind

Erstellt:

Von: Alina Schröder

Kommentare

Aktuellen Studien zufolge hat eine Corona-Infektion für Schwangere und deren ungeborenen Babys hohe gesundheitliche Risiken.
Aktuellen Studien zufolge hat eine Corona-Infektion für Schwangere und deren ungeborenen Babys hohe gesundheitliche Risiken. © Caroline Seidel/dpa

Schwangere sind besonders gefährdet, schwer an Corona zu erkranken. Laut aktuellen Studien erhöht ein fehlender Impfschutz in der Schwangerschaft die Risiken.

Kassel – Vor ein paar Monaten wurde die Corona-Impfung* für Schwangere noch nicht empfohlen, mittlerweile hat sich das geändert. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt seit November 2021 zwei Grundimmunisierungen mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer ab dem zweiten Drittel der Schwangerschaft.

Studien haben jetzt die gesundheitlichen Risiken für ungeimpfte Schwangere sowie ihren ungeborenen Babys untersucht und ihre Ergebnisse mitgeteilt.

Schwanger und nicht gegen Corona geimpft: Studie informiert über Risiken in Schwangerschaft

Wie aktuelle Daten zeigen, ist das Risiko für schwere Krankheitsverläufe für Frauen im gebärfähigen Alter gering. Bei einer Schwangerschaft erhöht sich dieses laut Ergebnissen der Cronos-Registerstudie allerdings. Die Studie untersuchte den Zustand von Müttern und Babys, wenn sich die Mutter während der Schwangerschaft mit Corona infiziert hat. Von knapp 4.000 registrierten Patientinnen hätten mehr als 170 einen schweren Krankheitsverlauf oder seien verstorben.

Wie eine schottische Studie zeigt, spielt die Corona-Impfung dabei eine wichtige Rolle. Zwischen März 2020 und Oktober 2021 seien 144.548 Schwangerschaften bei 130.875 Frauen analysiert. Das Ergebnis: Ungeimpfte Schwangere müssen der Studie zufolge bei einer Covid-Infektion viermal häufiger in Kliniken behandelt werden als geimpfte. Dasselbe zeigen auch Daten aus England: Aufgrund einer fehlenden Corona-Impfung müssen viele schwangere Frauen nach einer Infektion intensivmedizinisch behandelt werden. Folgende Erkenntnisse der schottischen Studie wurden in der Fachzeitschrift Nature Medicine veröffentlicht:

Corona-ungeimpft und infiziert: Das sind die gesundheitlichen Folgen in der Schwangerschaft

Neben dem erhöhten Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs für werdende Mütter gibt es jedoch auch gesundheitliche Folgen: Sie verlieren laut der schottischen Studie durch eine Infektion auch häufiger ihre Babys. Zu der Erkenntnis, dass ungeimpfte und Corona-erkrankte Schwangere häufiger von Totgeburten betroffen sind, kamen auch Studien aus England und Israel. Dies geschehe entweder bereits im Mutterleib oder nach der Geburt. Die untersuchten Todesfälle bei Säuglingen seien bei Müttern aufgetreten, die zu dem Zeitpunkt ihrer Corona-Diagnose nicht geimpft waren. Auch sei die Zahl der Frühgeburten bei ungeimpften Frauen höher als bei geimpften.

Wie zdf.de. berichtet, beobachtete der Geburtsmediziner Ekkehardt Schleußner von der Uni-Klinik Jena die Krankheitsverläufe von schwangeren Patientinnen. „Schwangere erkranken nicht mehr als nicht-schwangere Frauen gleichen Alters - aber zwei bis vier Mal häufiger mit stärkeren Symptomen bis hin zur Notwendigkeit der Beatmung, auch mit künstlicher Lunge“, sagte Schleußner. Das liege unter anderem daran, dass Corona nicht nur eine Lungen- und Atemwegs-, sondern auch eine Gefäßerkrankung sei.

Corona-Infektion in Schwangerschaft: Impfung schützt werdende Mütter und Kind

In der Schwangerschaft sei das Gefäßsystem der Frauen zudem besonders belastet, weshalb diesen die Impfung dringend empfohlen wird. In der Zwischenzeit haben Wissenschaftler schließlich erkennen können, dass die mRNA-Wirkstoffe für werdende Mütter und deren ungeborene Kinder sicher sei. „Wir wissen aber, dass die Antikörper, die die Mutter bildet, auch das Kind schützen“, so Schleußner.

Dies bestätigte auch die Europäische Arzneitmittelbehörde (EMA): Die mRNA-Impfung stelle laut einigen Studien kein Risiko für schwangere Frauen oder das Baby dar. Auch Komplikationen seien nicht beobachtet worden. Die Impfung senke sogar bei Schwangeren das Risiko von Krankenhausaufenthalten und Todesfällen. Zu diesen Erkenntnissen sei die EMA durch die Auswertung mehrerer Studien gekommen, an denen rund 65.000 schwangere Frauen in verschiedenen Stadien teilnahmen.

Der weitverbreiteten Fehlinformation, dass die Covid-Impfung unfruchtbar mache, widerspricht die Stiko entschieden. In den umfangreichen Prüfungen, die vor der Zulassung der Wirkstoffe stattgefunden habe, habe es keine Hinweise auf eine zusammenhängende Unfruchtbarkeit gegeben. (as)

Auch interessant

Kommentare