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Corona-Impfung: Wie kann ich Nebenwirkungen vorbeugen?

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Von: Judith Braun

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Wer nach einer Corona-Impfung mit Nebenwirkungen kämpft, greift gerne zu fiebersenkenden Mitteln. Ist eine prophylaktische Einnahme sinnvoll?

Trotz warmen, sommerlichen Temperaturen lässt uns das Coronavirus keine „Verschnaufpause“: Aktuell steigt die Anzahl der Corona-Neuinfektionen in Deutschland wieder an. Laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) lag die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Donnerstag (30.6.) bei 668,6 und hat sich damit im Vergleich zum Vormonat (189,0) deutlich erhöht.

Auch wenn die Impfkampagne der Bundesregierung derzeit etwas eingeschlafen ist, so halten Experten eine Impfung immer noch für ein probates Mittel im Kampf gegen das Coronavirus. Angesichts der steigenden Neuinfektionen werden sich Menschen möglicherweise aktuell wieder vermehrt für den Piks entscheiden – trotz Nebenwirkungen, die nach der Impfung auftreten können. Mithilfe von Arzneimitteln kann man die Begleiterscheinungen einer Impfung danach effektiv lindern. Wie verhält es sich jedoch mit einer prophylaktischen Einnahme?

Corona-Impfung: Wie kann ich Nebenwirkungen vorbeugen?

Fieber und Kopfschmerzen können als Nebenwirkungen von Impfungen auftreten. Sollte man deshalb vor dem Piks bereits zu Paracetamol & Co. greifen?
Fieber und Kopfschmerzen können als Nebenwirkungen von Impfungen auftreten. Sollte man deshalb vor dem Piks bereits zu Paracetamol & Co. greifen? (Symbolbild) © Andriy Popov/IMAGO

Nebenwirkungen wie Schüttelfrost, Fieber sowie Kopf- und Muskelschmerzen sind vor allem bei jüngeren Erwachsenen nicht selten als Reaktion auf eine Impfung gegen SARS-CoV-2. Fiebersenkende Analgetika können – wie auch bei anderen Impfungen – die grippeähnlichen Symptome lindern. Das RKI empfiehlt in seinem „Aufklärungsblatt zur Schutzimpfung gegen COVID-19“ (Stand 24.05.2022) als Beispiel die Einnahme des Wirkstoffs Paracetamol, falls Schmerzen oder Fieber nach der Impfung auftreten.

Durch die Hemmstoffe des Enzyms Cyclooxigenase-2 wird die Prostaglandin-Synthese unterdrückt und die Nebenwirkungen einer Impfung effektiv gelindert. Gleichzeitig kann durch die Hemmung der Prostaglandin-Bildung allerdings auch die Höhe des sogenannten Impftiters reduziert werden. Dabei handelt es sich um das Maß für die Immunität des Körpers gegen eine bestimmte Krankheit nach einer Impfung. Ob die Reduktion der Immunantwort klinisch relevant ist, ist bislang noch unklar und über die Beeinträchtigung des Impfschutzes durch fiebersenkende Arzneimittel existieren widersprüchliche, wissenschaftliche Ergebnisse.

Corona-Impfung: Helfen fiebersenkende Arzneimittel prophylaktisch gegen Nebenwirkungen?

Wer von den Nebenwirkungen der Corona-Impfung hört oder liest, könnte versucht sein, Medikamente vorbeugend gegen mögliche Begleiterscheinungen einzunehmen. Gerade bei Paracetamol oder Ibuprofen handelt es sich um rezeptfrei erhältliche und frei verkäufliche Arzneimittel, die die meisten Menschen bereits zu Hause haben. Von einer prophylaktischen Einnahme von fiebersenkenden Mitteln rät sowohl die Weltgesundheitsorganisation (WHO) als auch andere Experten wie auch bei anderen Impfungen allerdings ab.

Eine kanadische Forschergruppe um den Pharmakologen Mahyar Eminan der University of British Columbia in Vancouver weist in ihrer im Fachmagazin „Chest“ veröffentlichten Publikation darauf hin, dass nicht bekannt sei, ob die vorsorgliche Einnahme die Wirksamkeit von Corona-Impfungen beeinträchtigen könnte. Die Forscher verweisen allerdings auf eine Studie aus „The Lancet“ aus dem Jahr 2009, bei der die prophylaktische Einnahme von Paracetamol bei der Impfung von Kindern die Bildung von Antikörpern im Vergleich zur Kontrollgruppe signifikant reduzierte. (jbr)

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