Zeit für Selbstgemachtes

In Zeiten des Coronavirus: Brot backen ohne Hefe - so gelingt der Sauerteig "Hermann"

Sauerteig-Brot liegt im Trend - und ist ganz einfach nachzubacken.
+
Sauerteig-Brot liegt im Trend - und ist ganz einfach nachzubacken.

Backen ist in Zeiten des Coronavirus wieder voll im Trend. Auch der Sauerteig erfährt ein Comeback. So gelingt das trendige Brot - ganz ohne Hefe.

  • Eigenes Sauerteig-Brot zu backen ist zu einem Trend in der Coronavirus-Krise* geworden. 
  • Für die Herstellung eines Sauerteig-Ansatzes benötigt man nur Mehl und Wasser - und ein bisschen Geduld.
  • Wenn der Sauerteig immer weiter angefüttert wird, kann er Jahre halten. 

Dortmund/NRW - Das Coronavirus* zwingt Menschen derzeit überall zum Zuhause bleiben, wie RUHR24.de* berichtet. Das verschafft Zeit - und Raum - für viele neue Hobbys. Unter den Top drei der neusten Lieblingsbeschäftigungen der Deutschen: Puzzeln, Fitness - und Brot backen.

Backen während der Coronavirus-Zeit - so gelingt der Sauerteig-Ansatz

In vielen Supermärkten ist derzeit jedoch aufgrund des Coronavirus nicht nur Toilettenpapier ausverkauft, sondern auch Hefe - eine nicht ganz unwichtige Zutat, damit Backwaren gelingen (alle Informationen zum Coronavirus in unserem NRW-Live-Ticker*). Die Lösung ist ein Brot, dessen Geschmack viele Menschen an ihre Kindheit erinnert und das komplett ohne Hefe gelingt: ein Sauerteig-Brot.* 

Für ein gutes Sauerteig-Brot braucht es eigentlich nur zwei Zutaten: Wasser und Mehl - und außerdem ein bisschen Zeit und Geduld. Als ersten Schritt muss ein Sauerteig-Ansatz hergestellt werden. Dafür gibt es zahlreiche Rezepte

Das einfachste: 75 Gramm Mehl werden mit 75 Milliliter Wasser in einem großen Einmachglas vermischt. Der Deckel des Glases sollte locker aufsitzen und noch Luft durchlassen.

Sauerteig-Backen leicht gemacht - Hefe wird nicht benötigt

Anschließend geht es für den Sauerteig zum Ruhen an einen warmen Ort, alle zwölf Stunden sollte er einmal durchgerührt werden. Mit der Zeit bilden sich so Milchsäure- und Hefe-Bakterien in der Masse.

Doch damit ist es noch nicht getan: Am nächsten Tag sollten erneut 75 Milliliter Wasser und 75 Gramm Mehl zur Mischung hinzugefügt werden. Das ganze wiederholt man auch am dritten und vierten Tag. Am fünften Tag sollte der Sauerteig schließlich fertig sein und kann weiterverarbeitet werden. 

Sauerteig-Brot: Backen ohne Hefe als neues Hobby während der Coronavirus-Pandemie

Wenn der Sauerteig-Ansatz richtig gepflegt wird, kann er die Basis für unzählige Brote werden. Theoretisch hält er nämlich ewig, weil sich die lebenden Mikroorganismen immer wieder vermehren können. 

Wenn man den Sauerteig-Ansatz zu einem klassischen Sauerteig-Brot weiterverarbeiten möchte, vermischt man einen Teil des Ansatzes (etwa 400 Gramm) mit 600 Gramm Mehl und 250 bis 450 Milliliter Wasser (je nach Mehlsorte). 

Hefe ist derzeit in vielen Supermärkten ausverkauft. 

Anschließend wird der Teig zu einem Brot geformt und sollte etwa eine Stunde bei 35 Grad im Ofen gehen. Danach kann er für weitere 45 Minuten bei 175 Grad im Ofen gebacken werden. Der übrig gebliebene Ansatz wird dann einfach wieder mit Mehl und Wasser angefüttert und gedeiht bis zum nächsten Backtag. 

Video: Quarantäne-Trend - Gemeinsam backen auf Instagram

Sauerteig-Brot - Nicht erst seit der Coronavirus-Krise im Trend

Die Herstellung von Sauerteig liegt nicht erst seit der Coronavirus-Pandemie im Trend: Schon im Jahr 79 nach Christus lassen sich im alten Ägypten erste Aufzeichnungen über die Herstellung eines Sauerteigs aus Weizenkleie und Traubenmost finden. Die Reise ging auf deutschen Schulhöfen weiter: Dort machte der Sauerteig in den 80er- und 90er-Jahren als "Herrmann"-Teig in Brotdosen die Runde und fungierte als eine Art Kettenbrief.

Inzwischen ist Sauerteig wieder in aller Munde: Influencer beschäftigen sich mit der Zubereitung, es gibt zahlreiche Bücher darüber und Weltenbummler nehmen ihn mit auf Reisen, um überall gutes Brot backen zu können.

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

BE A SELBERMACHER 1.0 Das Sauerteig Update Da mich die letzten Tage viele viele Nachrichten erreichten bezüglich der Pflege eures Anstellgutes, hab ich euch bereits gestern Abend meinen frisch angefüttertes Anstellgut gezeigt. Jetzt 12 Stunden später hab ich mein fertiges und reifes Anstellgut. Dies ist Grundlage und Startkultur für meine Sauerteige.... eine Art Kickstarter wenn man will Solltet ihr nicht so oft zum Backen kommen empfiehlt es sich, ca all 7-10 Tage 10g eures alten Anstellgutes abzunehmen... dazu kommen 100g Roggenmehl und 80g warmes Wasser. Alles gut verrühren und 12-14 Stunden im Raum reifen lassen. Das ist wie ein Familienmitglied das immer wieder Hunger hat und gepflegt werden möchte. Ich hoffe das bringt Klarheit Denkt bitte dran liebe Freunde... Ab heut Abend startet meine Schmankerlparade ❤️ Da dreht sich alles um das, was ums Brot herum passiert ‍‍ Info Nr ✌ Am Sonntag beginnt die dritte Auflage unseres BE A SELBERMACHER Projektes Diesmal dreht sich alles ums Thema Dinkel #brotfamilie #beaselbermacher #brot #sauerteig #sauerteigbrot #pflege #genießen #gesund #vital #lecker #veganrecipes #vegandeutschland #bevegan #vegan

Ein Beitrag geteilt von tomthebaker (@tom_the_baker_) am

Sauerteig-Brot - Vorteile des trendigen Backwerks für die Coronavirus-Pandemie

Welche Vorteile bietet ein eigener Sauerteig? Lebendiger Sauerteig sorgt dafür, dass Brote aufgehen, besser schmecken und fördern außerdem die Haltbarkeit, Frische und Verdaulichkeit des Brotes. 

Außerdem kann es ein ziemliches Erfolgserlebnis sein, wenn aus einem Teig-Ansatz nach mehreren Tagen Aufzucht ein ganzes Brot entsteht. Und ein Erfolgserlebnis kann während der Coronavirus-Pandemie schließlich jeder gut gebrauchen. lisi

*RUHR24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare