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Neues Elektro-Hypercar: Der Pininfarina Battista im Test

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Pininfarina Battista
Auch wenn sich der Pininfarina Battista von außen kaum von anderen Supersportwagen unterscheidet, machen ihn die 1900 PS doch zu etwas Besonderem. © Pininfarina/Pininfarina /dpa-mag

Gegen ihn haben Lamborghini und Ferrari keine Chance: Der Pininfarina Battista ist das stärkste Straßenauto, das in Italien bis dato gebaut wurde. Über 1900 PS speist der Supersportwagen aus seiner Batterie. Wie performt er damit?

Berlin - Bislang war einem Ferrari oder Lamborghini so ziemlich jeder Stich im italienischen Autoquartett sicher. Doch jetzt kommt ein neuer Spitzentrumpf ins Spiel.

Denn wenn Pininfarina im Frühjahr sein erstes eigenes Auto auf die Straße bringt, gerät auf der Überholspur südlich der Alpen so einiges durcheinander: Der Battista ist mit 2,3 Millionen Euro nicht nur eines der teuersten Straßenautos, das in Italien bis dato gebaut wurde. Sondern mit 1400 kWW/1912 PS verspricht das Coupé auch deutlich mehr Leistung als Ferrari und Co.

Mit der Kraft der vier Motoren

Während sich bisherige Supersportwagen-Fahrer der Kritik der Klimaschützer stellen mussten, ist der Battista technisch eng verwandt mit dem Rimac Nevera und fährt rein elektrisch. Und aus der emissionsfreien Antriebstechnik haben die Entwickler wohl so viel wie derzeit möglich herausgeholt: Die Akkus haben eine Kapazität von 120 kWh, und für die von Verbrennern bislang unerreichte Leistung braucht es gleich vier Motoren, die nah an den Rädern montiert sind: Vorn haben sie jeweils 250 kW/340 PS und hinten 450 kW/612 PS. Ihr maximales Drehmoment addiert sich auf 2300 Nm und katapultiert den Fahrer in eine andere Dimension.

Das kann man durchaus wörtlich nehmen. Denn wenn die E-Maschinen den mehr als zwei Tonnen schweren Battista beim Kickdown speedartig dem Horizont entgegenschicken, fühlt man sich wie bei einem Raketenstart. 1,9 Sekunden für den Sprint von 0 auf 100 km/h, keine sieben Sekunden bis Tempo 200 und mit Bleifuß weit mehr als 350 km/h: Zumindest für passionierte Schnellfahrer gibt es kaum ein spektakuläreres Auto als dieses.

Im „Furiosa“-Modus wird der Battista zur Rennmaschine

Die beeindruckende Beschleunigung ist aber längst nicht alles. Weil jeder Motor ohne Verzögerung einzeln angesteuert werden kann, lässt sich die Fahrdynamik stärker beeinflussen als bei jedem anderen Auto außer dem Nevera. Wer die fünf Fahrmodi mit Namen wie „calma“ oder „furiosa“ durchschaltet, erlebt den Battista ganz unterschiedlich: Eben noch komfortabler Gran Tourismo, der die 500 Kilometer Normreichweite einhält, gibt er plötzlich das ambitionierte Hypercar, das es förmlich um die Kurven reißt.

Pininfarina Battista
Im Fahrmodus „calma“ lässt es sich im Pininfarina Battista auch ganz entspannt fahren. © Pininfarina/Pininfarina /dpa-mag

Allerdings bleibt das Highspeed-Erlebnis etwas steril. Da man nur ein paar Lüfter und das Rasseln des Rollsplits unter der Karbonkarosse hört, wird so mancher Petrolhead den klassischen Motorsound vermissen. Auch die Vibrationen, der Temperaturanstieg oder der Duft von Gummi, Öl und Benzin am Ende der Fahrt dürfte einigen fehlen.

Digitale Ausstattung überrascht mehr als sein Aussehen

Während der Battista fährt wie von einem anderen Stern, ist sein Auftritt fast schon konventionell: Vom durchgehenden Lichtband quer über den Bug einmal abgesehen, unterscheidet sich der elektrische Tiefflieger kaum von anderen Supersportwagen. Weil er aber nur 120 Mal gebaut werden soll, wird er wohl dennoch eine Rarität bleiben.

Entsprechend seiner Preisklasse bietet der Battista einen mit hochwertigen Materialien ausgestatteten Innenraum. Überraschend ist jedoch die komplett digitalisierte Bedienung: Hinter dem Lenkrad prangen im Halbrund gleich drei Bildschirme, Knöpfe oder Schalter findet man hier kaum noch. Selbst die Sitze werden am Touchscreen eingestellt. Und auch der Kofferraum öffnet auf einen Fingerstreich.

Fazit: Auto-Leidenschaft für die Generatin E

Leistung wird bei Elektroautos fast schon inflationär eingesetzt. Doch selbst in einer Welt, in der bereits kompakte SUV mehr Power haben als konventionelle Sportwagen, erreicht der Battista noch einen Bestwert. Und in Kombination aus extremer Beschleunigung und individueller Steuerung aller vier Motoren, bietet er ein außergewöhnliches Fahrerlebnis. Auch wenn es kaum mehr als 100 Exemplare von ihm geben wird, beweist der elektrische Supersportler, dass das Ende der Benzin-Ära nicht das Ende des leidenschaftlichen Fahrens bedeutet.

Pininfarina Battista
Der Battista ist mit 2,3 Millionen Euro nicht nur eines der teuersten Straßenautos, das in Italien bislang gebaut wurde. Mit seinen vier Elektro-Motoren kommt er auch auf mehr Leistung als Ferrari und Co. © Pininfarina/Pininfarina /dpa-mag

Datenblatt: Pininfarina Battista dpa

Motor und Antrieb:Vier Elektromotoren
Max. Leistung:1400 kW/1912 PS
Max. Drehmoment:2300 Nm
Antrieb:Allradantrieb
Fahrdaten:
Höchstgeschwindigkeit:über 350 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h:1,9 s
Batteriekapazität:120 kWh
Reichweite:500 km
CO2-Emission:0 g/km
Schadstoffklasse:k.A
Energieeffizienzklasse:A+
Kosten:
Basispreis des Pininfarina Battista:2,3 Millionen Euro
Kfz-Steuer:0 Euro/Jahr
Wichtige Serienausstattung:
Sicherheit:Vier Airbags, Karbon-Karosserie, LED-Scheinwerfer, Allradantrieb
Komfort:Klimaautomatik, Virtuelles Cockpit, Lederausstattung, elektrische Kofferraumklappe

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