Auto-Kauf

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Leasing, Abo und Finanzierung?

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Es gibt viele Wege zum eigenen Auto.

Wer ein Auto haben will, muss sich durch einen wilden Dschungel an Angeboten und Modellen kämpfen. Was ist der Unterschied zwischen Leasing, Abo und Finanzierung?

  • Der Weg zum Auto kann recht steinig - oder zumindest kompliziert - sein.
  • Vom Leasing, über Abo bis hin zu Finanzierung gibt es viele Modelle.
  • Was sind die Unterschiede und welches Modell eignet sich für wen?

Die Liebe der Deutschen zum eigenen PKW ist trotz Dieselgate & Co. ungebrochen. Statistisch gesehen besitzen mehr Menschen hierzulande ein Auto als jemals zuvor – auf 1.000 Einwohner kommen 567 Autos. Selbst im urbanen Raum nimmt die Zahl der Kraftfahrer trotz alternativer Mobilitätsangebote stetig zu. Doch nicht nur die Anzahl der Autos wächst, sondern auch die Möglichkeiten, sich eins zu beschaffen. Finanzieren, leasen, abonnieren? Wir klären über die größten Unterschiede auf.

Auto-Finanzierung: Wie funktioniert es?

Die Finanzierung ist neben dem Barkauf wohl die bekannteste Art, sich ein Fahrzeug zu beschaffen. Dabei handelt es sich um einen Kredit, den man von einer Bank erhält und mit dem der Fahrzeugpreis beim Händler bezahlt wird.

Die Idee ist relativ einfach und beinhaltet im Endeffekt nichts anderes als den Barkauf des Autos mit geliehenen Mitteln. Allerdings gilt es, sich Angebote von einer Vielzahl verschiedener Banken und Händler einzuholen, um die Zinsen der einzelnen Institute miteinander zu vergleichen. Hat man das passende Angebot gefunden, zahlt man den Kaufpreis in monatlichen Raten an den Kreditgeber zurück. Für diese Leistung lässt sich das kreditgebende Institut einen prozentualen Teil des Darlehens als Vergütung auszahlen.

Der große Vorteil der Finanzierung im Gegensatz zu den anderen beiden Beschaffungsformen ist, dass einem das Fahrzeug am Ende auch tatsächlich gehört. Zu den Nachteilen gehört, dass die monatlichen Raten meist vergleichsweise hoch ausfallen und die Suche sich vor Allem bei Neuwagen oft mühsam gestaltet, da es viele Händlerbetriebe zu besuchen und Angebote zu vergleichen gilt. Auch muss man sich um Dinge wie Steuern, Versicherung und Co. kümmern. Größter Nachteil ist aktuell allerdings das Risiko des Wertverlustes. Denn wenn man mit dem neuen Diesel plötzlich nicht mehr in die Innenstadt fahren darf, fällt der Wiederverkaufspreis plötzlich schlagartig in den Keller.

Grundsätzlich ist die Finanzierung also besonders für diejenigen geeignet, die keinen administrativen Aufwand scheuen und ihr Fahrzeug möglichst günstig beschaffen und sehr lange nutzen möchten.

Leasing: Für wen eignet sich die Auto-Langzeitmiete?

Ebenfalls in monatlichen Raten abgegolten wird das Leasing*. Bei der inzwischen auch bei Privatpersonen beliebten Finanzierungsform handelt es sich letztlich um eine Art Langzeitmiete, bei der der Leasingnehmer für die Nutzung des Fahrzeugs zahlt. Als größter Unterschied zur Finanzierung kann genannt werden, dass einem das Fahrzeug am Ende des Vertrags nicht gehört, da es einem lediglich überlassen wird und nach Vertragsende an den Leasinggeber zurückgeht. Wie lange man das Fahrzeug nutzen darf, kann individuell bestimmt werden. Aktuell liegt die durchschnittliche Laufzeit bei 30 Monaten und ging in den letzten Jahren immer weiter zurück. Die zu Vertragsende gefahrenen Kilometer werden ebenfalls bei Vertragsschluss festgelegt. Beim Leasing fallen die monatlichen Raten meist günstiger aus als bei der Finanzierung, weil Leasing oft von Herstellern und Banken subventioniert wird. Zu den weiteren Vorteilen des Leasings gehört, dass man immer einen Neuwagen erhält und diesen – wie bei Handyverträgen – zum Vertragsende gegen ein neues Modell tauschen kann. Außerdem gibt es inzwischen immer mehr Angebote, bei denen man eine Versicherung oder ein Wartungspaket hinzubuchen kann. Damit stellt das Leasing quasi eine Art Baukastenmodell dar, von dem Nutzer die Komponenten auswählen können, die sie benötigen.

Diese Option lohnt sich also insbesondere für diejenigen, die ihre Kosten im Griff haben und regelmäßig ein neues Auto fahren möchten.

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Auto im Abo: Das Netflix-Modell fürs Fahrzeug

Die neueste der drei Beschaffungsarten ist eindeutig das Auto-Abo. Bei dieser Form der Fahrzeugfinanzierung zahlt der Kunde eine vergleichsweise sehr hohe monatliche Rate, in der allerdings sämtliche Kosten wie etwa Steuern und Versicherung für das Fahrzeug bereits inklusive sind. Der Kunde muss lediglich noch die Tankkosten obendrauf rechnen. Das hat allerdings auch den Nachteil, dass man beispielsweise keine eigene Versicherung für das Fahrzeug nutzen kann, sondern an die des Abo-Anbieters gebunden ist. Wie auch beim Leasing gibt man beim Auto-Abo zu Vertragsbeginn eine Anzahl Kilometer an, die man monatlich zurücklegen möchte. Größter Unterschied zum Leasing sind neben der inklusiven Leistungen wohl die kürzeren Laufzeiten des Auto-Abos, die meist zwischen einem und sechs Monaten liegen. Anschließend können Kunden sich ein neues Fahrzeug aussuchen.

Daten des US-Anbieters fair.com besagen allerdings, dass die tatsächliche durchschnittliche Nutzungszeit beim Auto-Abo bei rund 18 Monaten liegt. "Das ist wie Full-Service-Leasing für Privatkunden", fasst Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer vom Center Automotive Research der Universität Duisburg-Essen das Auto-Abo zusammen. Damit eignet sich das Auto-Abo insbesondere für Menschen, die keinen administrativen Aufwand mit dem Fahrzeug haben möchten und gewillt sind, dafür einen Aufpreis zu zahlen. Außerdem eignet es sich wunderbar für alle, die in kurzen Abständen möglichst viele verschiedene Fahrzeuge fahren wollen oder lediglich für wenige Monate mobil sein möchten.

Finanzierung, Leasing, Abo: Welches Modell eignet sich für wen?

Der Markt für individuelle Mobilität ist also nach wie vor in Bewegung und wartet mit verschiedenen Möglichkeiten auf, sich das eigene Auto zu beschaffen. Wer möglichst günstig fahren möchte und daher über viele Jahre das gleiche Fahrzeug behält, wählt am besten die klassische Finanzierung. Wer günstig und ohne Risiko einen Neuwagen fahren will und sich auf eine feste Laufzeit einlassen* kann, der ist mit Leasing am besten dran. Und diejenigen, die gewillt sind, für maximale Flexibilität ein paar Euro draufzuzahlen, können getrost zum Abo greifen.

Quelle: Vehiculum.de

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