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Neuer Honda Civic: Schicke Limousine nur noch als Hybrid – Start ist noch in diesem Jahr

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Von: Rudolf Bögel

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Honda Civic weiß
Größer, flacher, schlanker. Die elfte Generation des Honda Civic ist eine schicke Limousine geworden, mit der man sich sehen lassen kann. © Honda

Er rangiert unter den Top 10 der meistverkauften Autos der Welt. Im Herbst kommt der Honda Civic ganz neu. Aber nur noch mit einer einzigen Motor-Variante. Die Details.

27,5 Millionen Mal gebaut – und jetzt wird er endlich schön. Der Honda Civic, das meistverkaufte Auto des japanischen Konzerns, hat sich nach unzähligen Modellreihen mit manchmal recht gewöhnungsbedürftigen Optiken rechtzeitig zum runden Jubiläum fein herausgeputzt. Groß ist er geworden in den letzten 50 Jahren! Auf gerade mal 3,40 Metern Länge schaffte es der fernöstliche Zwerg, als er anno 1972 auf die Straßen rollte. Konnte ja keiner ahnen, dass er dereinst unter den Top 10 der erfolgreichsten Pkw aller Zeiten landen würde. Elf Generationen später hat er mehr als einen Meter zugelegt und sieht so gar nicht mehr nach knubbliger Knutschkugel aus dem Fernen Osten aus.

Honda Civic weiß Heck
Mit diesem Trick machen die Designer Autos optisch breiter. Das Rezept ist simpel, einfach eine horizontale Linie zwischen die Heckleuchten zaubern. © Honda

Designtrick macht den neuen Honda Civic breiter

Nicht nur groß ist er geworden, sondern auch schick. Im Vergleich zum Vorgänger wirkt der Civic flacher und breiter*, was an diversen Änderungen am Blech liegt. Die Motorhaube liegt im Bereich der Windschutzscheibe um 2,5 Zentimeter tiefer, die A-Säulen sind um fünf Zentimeter nach hinten gewandert und schlanker geworden. Sanft schwingt die Dachlinie zum Heck hin ab: Heißt ja auch Fließheck-Limousine, auch wenn das heutzutage keine besonders gebräuchliche Bezeichnung mehr ist. Die freundlichen Scheinwerfer-Augen folgen dem Trend der Zeit und werden immer schmaler, verbunden sind sie mit einem flachen Wabengrill. Das Heck reckt sich keck in die Höhe, und auch hier setzen die Designer auf den gleichen Trick wie an der Front. Eine Spange verbindet die C-förmigen Heckleuchten und macht das Auto damit optisch breiter. Tatsächlich ist die hintere Spur ebenfalls in die Breite gewachsen, zusammen mit den überarbeiteten Dämpfern dürfte das Handling gerade in den Kurven dadurch besser geworden sein.

Honda Civic Armaturenbrett Detail
Gute Mischung aus Knöpfen, Reglern und digitaler Bedienung. Auf dem Armaturenbrett des Civic herrscht Ordnung. © Honda

Neuer Honda Civic: Eigener Sound für Hebel und Drehregler im Cockpit

Beim Radstand legt der neue Honda Civic um 3,5 Zentimeter zu. Das merkt man dann tatsächlich auch bei der ersten Sitzprobe. Der Civic hat an Platz und damit deutlich an Komfort zugelegt. Vorne und hinten. Dazu kommt ein völlig neues Raumgefühl. Erstens sind die Glasflächen größer geworden, was dem Rundumblick dient. Und zweitens haben die Japaner im Cockpit aufgeräumt. Zentraler Blickfang beim Armaturenbrett ist das durchgehende Lüftungsgitter in Wabenoptik. Die Schalter und Drehregler wurden nicht nur optisch überarbeitet, sondern auch akustisch. Sie knacken herrlich wie in einem Oldtimer und die verchromten Rädchen für die Klimaanlage geben beim Drehen sogar eine klickende Rückmeldung. Das hört und fühlt sich so an, als ob man einen guten alten japanischen Verstärker bedient. Zack, klack, zing!

Honda Civic Interieur Fahrersitz
Neues Raumgefühl im Honda Civic. Die Wabenleiste geht quer über das Armaturenbrett und gibt dem Cockpit damit einen schwebenden Charakter. © Honda

Mit Weitwinkel-Kamera und Sonarsensoren zu mehr Sicherheit

Natürlich gibt es auf Wunsch auch einen neun Zoll großen Touchscreen, in dem sich die digitale Welt öffnet. Die Kacheloptik lehnt sich an die von Smartphones an und scheint einfach zu sein. Apropos: Bluetooth-Anbindungen, kabelloses Laden und Buchsen aller Art sind selbstverständlich mit an Bord. Acht Lautsprecher bietet die Serie, deren zwölf sind es in der höchsten Ausstattung „Advanced“. Hier sorgt ein Bose-Soundsystem mit zwölf Lautsprechern für den guten Ton. High-Tech haben die Entwickler auch in die Assistenzsysteme gepackt. Zum ersten Mal im Einsatz ist eine neue 100-Grad-Weitwinkel-Front-Kamera, die Fahrbahnmarkierungen und Begrenzungen besser erkennt als das Vorgängersystem. Dazu kommen erstmalig Sonarsensoren zum Einsatz. Spur- und Geschwindigkeitsassistenten arbeiten jetzt noch genauer – und auch das adaptive Fernlicht feiert Premiere. Für Menschen, die täglich in die Arbeit pendeln, hat Honda zum ersten Mal einen Stauassistenten (Traffic Jam Assist) an Bord, der nicht nur beim Gasgeben und Bremsen unterstützt, sondern auch beim Lenken, und das jetzt schon ab 0 km/h.

Honda Civic weiß blau
Flotter Viertürer. Der Honda Civic ist eine klassische Fließhecklimousine, weil die Karosserieformen nach hinten elegant fließend abfallen. © Honda

Die Kraft der drei Motoren – der Benziner arbeitet nur zu

Und dann wäre da noch der Antrieb. Er ist der einzige im Angebot und wird  von Honda mit dem spröde klingenden Akronym e:HEV umschrieben. Genauso kompliziert wie es klingt, ist das Hybridsystem dann auch. Aber nur auf der technischen Ebene. Beim Fahren merkt man das Zusammenspiel von insgesamt drei Motoren nämlich nicht. Woher wir das wissen? Weil ein ähnliches System auch schon im H-RV zum Einsatz kommt. Grob gesprochen wird der 2,0-Liter-Benziner in erster Linie für die Stromproduktion eingesetzt, wenn es um hohe Lasten wie beim starken Beschleunigen geht, greift er auch direkt ein. Die beiden E-Motoren bringen es auf eine Leistung von 135 kW und 315 Nm Drehmoment und speisen sich aus der aus 72 Zellen bestehenden Lithium-Ionen-Batterie. Das Besondere am Honda-System: Es gibt kein Getriebe, die einzelnen Triebwerke greifen direkt über eine eigene Kupplung auf den Antriebstrang zu.

Honda Civic weiß Rudolf Bögel
Hat sich von den Vorzügen des neuen Honda Civic überzeugen lassen. Unser Autor Rudolf Bögel bei der statischen Präsentation des Megasellers. © www.weigl.biz / Honda

Neuer Honda Civic – Der Preis ist noch ein Geheimnis, aber…

Der Lohn der technischen Mühen soll ein geringer Verbrauch sein. Weil die europäische Homologation für den Civic noch aussteht, gibt es nur vorläufige Werte. Unter fünf Litern soll der Benzindurst liegen, das konnten wir aber nicht ausprobieren bei der statischen Präsentation. Beim CO2 will man bei unter 110 g/km landen. Weitere bekannte Parameter: Die Höchstgeschwindigkeit soll bei 180 km/h liegen, die Anhängelast bei 750 kg (gebremst) und das Kofferraumvolumen bei 420 Litern. Damit wären wir schon beim Preis. Auch hier hüllt man sich noch in Schweigen. Man darf aber davon ausgehen, dass mit teureren Hybridsystem auch eine Erhöhung einhergehen wird. Bislang startet der Civic bei 21.300 Euro. Das Autojahr 2022 hat natürlich noch mehr spannende Neuheiten zu bieten – vom SUV bis zum Elektroauto. Rudolf Bögel *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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