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Autopiloten immer besser: UNO will sie 130 km/h schnell fahren lassen

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Von: Marcus Efler

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Offiziell sind Autopiloten bisher nur bis Tempo 60 zugelassen. Eine UNO-Kommission möchte das ändern – profitieren dürfte vorerst vor allem ein Hersteller.

New York (USA) – Das autonome Fahren gehört derzeit zu den ganz großen Zielen der Autoindustrie. Vor allem Tesla treibt die Entwicklung immer weiter voran, scheitert mit seinem „Autopilot“ genannten System aber oft an der Realität des Straßenverkehrs – was häufig zu schweren Unfällen (mit ungeklärter Beteiligung der Technologie) führt.

Autopiloten immer besser: UNO will sie 130 km/h schnell fahren lassen

Weiter ist da schon Mercerdes-Benz: Der schwäbische Autobauer darf als erster Hersteller überhaupt offiziell einen Autopiloten nach Level 3 anbieten, in der S-Klasse und der Elektro-Limousine EQS ist er schon zu haben. Es gestattet dem Fahrer ausdrücklich, die Kontrolle über das Auto komplett abzugeben, um beispielsweise einen Film zu schauen – allerdings nur bis 60 km/h. Daher wird dieses Assistenzsystem auch noch als Staupilot bezeichnet.

Fahrer in einer autonomen Mercedes S-Klasse
Mobil ohne Lenken, hier bei Mercedes: Bald bis 130 km/h erlaubt? © Mercedes-Benz AG

Autopiloten immer besser: Bald nicht mehr nur Staupilot?

Doch genau das könnte sich bald ändern. Denn ausgerechnet eine Abteilung der UNO, die bislang eher als Bremser von zu viel Technologie-Freiheit gilt, lässt nun Gas geben: Die UNECE, die Wirtschaftskommission für Europa, will künftig 130 km/h Top-Tempo erlauben – also normale Autobahn-Geschwindigkeit. Damit wären dann auch lange Strecken möglich, ohne dass der Fahrer sich für ein eventuelles Eingreifen stets bereithalten muss.

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Autopiloten immer besser: UNO-Kommission bremst sonst lieber

Inwiefern die einzelnen Staaten diese Empfehlung umsetzen, ist aber noch offen (so sehen viele Deutsche Autopiloten noch eher skeptisch). Sie entstammt der zuständigen Arbeitsgruppe, die gerade erst dem selbsternannten Autopilot-Pionier Tesla einen herben Dämpfer versetzt hatte: In Europa darf sein FSD-System (für Full Self Driving) nicht selbständig von der Autobahn abfahren, obwohl es dazu technisch angeblich in der Lage ist. Der Fahrer muss dieses Manöver per Betätigen des Blinkhebels einleiten.

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