Fahrbericht

Der neue Audi Q 3 Sportback - so gut ist der 7. SUV von Audi

+
Gestreckter und geduckter kommt der Sportback im Vergleich zum "normalen" Q 3 daher.

Die SUV-Welle wird zum Tsunami. Auch bei Audi. Mit Q 2, Q 3, Q 5, Q 7, Q 8 und den Etron waren es bislang schon sechs Modelle. Jetzt kommt der Q 3 Sportback dazu. Wie gut ist das viersitzige Coupé? Wir durften es in der Praxis testen.

"Du mußt verstehn! Aus Eins mach Zehn, und zwei laß gehn, und drei mach gleich, so bist du reich." An das Hexeneinmaleins aus Goethes Faust erinnert das, was die Auto-Industrie derzeit im Wachstumssektor Nummer 1, bei den SUVs, so treibt. Nämlich ein Modell nach dem anderen herausbringen. Unterschiede oft marginal.

Audi Q 3 Sportback: Aus eins mach zwei!

Nach dem Q 3 fährt bei Audi jetzt der Q 3 Sportback vor. Und das ist keine große Hexerei. Man nehme die gleiche Produktionsplattform, ein paar Veränderungen in Größe und Form des Blechkleids - und Simsalabim - schon steht ein brandneues Modell vor der Tür. Nur bei der Bezeichnung des Modells weicht Audi vom Einmaleins ab. Denn logischerweise könnte der Neue aus Ingolstadt ja Q 4 heißen, geht aber nicht, denn dieser Name ist ja schon für den zweiten Elektro-SUV, den Q 4 etron reserviert.

Auch bei Mercedes funktioniert diese Zauberei schon ganz gut, dort bekommen die SUVs einfach die Zusatzbezeichnung Coupé. Als GLC Coupé oder GLE Coupé. Bei BMX wird hingegen einfach weitergezählt. Aus dem X 3 wir der X 4 aus dem X 5 der X 6. Genau bei diesen beiden Premiumherstellern sitzt auch die Konkurrenz des neuen Sportback.

Sowohl der Mercedes GLC als auch der BMWX 4 dürfte dem potenziellen Kundenkreis gefallen. Und der soll in den nächsten fünf Jahren sogar noch exorbitant wachsen. Audi rechnet hier mit einem Nachfrage-Plus von über 40 Prozent und will sich mit dem neuen Q 3 natürlich ein entsprechendes Stück vom Kuchen abholen.

Fahrbericht: Der neue Audi A4 redet mit Ampeln und surft auf der grünen Welle.

Sportlicher und raubtierhaft: Der Audi Q 3 Sportback

Gestreckter und geduckter kommt der Sportback im Vergleich zum "normalen" Q 3 daher. Er ist immerhin 1,6 Zentimeter länger. Optisch wird das auch noch betont durch den über die obere Karosserie-Kante hinausragenden Spoiler.

In der Höhe fehlen drei Zentimeter. Zusammen mit den gesenkten Seitenlinien im Blech und dem coupétypisch nach hinten abfallendem Dach ergibt sich die Haltung eines Raubtiers kurz vor dem Sprung. Passend dazu ein kantiges und knackiges Hinterteil. Sportback heißt ja auch nichts anders als "sportlicher Hintern".

Im Innenraum hat sich im Audi Q 3 Sportback kaum was getan.

Stolz sind die Designer auch auf den Kühlergrill. Der ist achteckig, mächtig und dreidimensional. Die innenliegenden Noppen kann man je nach Ausstattung von mattschwarz bis chromfarben gestalten. 3-D ganz ohne Brille.

Lesen Sie auch: Das bedeuten die vier Ringe im Audi-Logo wirklich.

Audi Q 3 Sportback: Kaum neues hingegen im Inneren

Trotz der Coupéform sitzt man hinten zumindest mit einer Körpergröße von knapp 1,80 Metern recht komfortabel, ganz ohne klaustrophobische Anfälle und Angst, dass einem die Decke auf den Kopf fällt. Dafür muss der Familienvater, der seinen Kofferraum gerne bis unter die Oberkante füllt auf rund 100 Liter Volumen verzichten, weil das Dach ja nicht mehr ganz so hoch ist. Bis zur Abdeckung bleibt der Stauraum logischerweise gleich.

Auch beim Cockpit ist alles so wie gewöhnt. Virtuell und individuell gestaltbar. Aber es gibt einen neuen Passagier an Bord. Eine vielleicht schon von zu Hause Bekannte hat erstmals auch im Q 3 Platz gewonnen. Hallo, Alexa!

Das Herz des Audi Q 3 Sportback

Und hallo neuer Motor. Mit dem 35 TFSI steigt Audi in die sogenannte MILD-Hybridisierung ein. Das heißt: Dem 1,5-Liter Turbobenziner hilft eine 13 PS starke E-Maschine beim Anfahren, Gas geben oder beim Segeln zwischen 40 und 160 Stundenkilometern.

Der sogenannte Startergenerator, der zusammen mit einem 48-Volt-Bordnetz kommt, setzt vor allem beim Schadstoffausstoß und beim Spritsparen an. 0,4 Liter pro 100 Kilometer sollen dadurch weniger verbrannt werden. Mit den angegebenen 5,7 Litern sind wir auf unseren Testfahrten durch den Schwarzwald natürlich nicht hingekommen: Knapp über sieben Liter waren es dann schon.

Zum Marktstart Ende Oktober fährt Audi neben dem Hybrid-Antrieb noch zwei alte Bekannte auf. Den 230 PS starken 45 TFSI quattro und den 190-PS-Diesel 40 TDI, auch mit Allrad. Ersterer bietet 350 Nm Drehmoment, der Diesel wartet mit 400 Nm auf. Da geht was auf den Teststrecken zwischen Kirch- und Hinterzarten im Schatten des großen Feldbergs.

Fahrbericht: Der neue Mercedes GLS - ein SUV mit Kaminfeuer.

So fährt sich der Audi Q 3 Sportback

Nach dem Test aller drei Motorisierungen kann man jedoch getrost zum kleinen Hybrid-Aggregat raten. Er bietet wirklich das Beste aus zwei Welten: Ordentliche Power von unten heraus, weil der zusätzliche Elektromotor die schmalbrüstigen 250 Nm auf Bodybuilder-Niveau aufpumpt. Dafür säuft er nicht so viel, wie das üblicherweise ein Benziner tut. Ein harmonischer Motor, gut geeignet für den Alltag und für Stadt-Land-Pendler, denen auch die eher unspektakulären Sprintwerte von 9,6 Sekunden von 0 auf Tempo 100 weniger stören.

Drei unterschiedliche Motorisierungen stehen für den Audi Q 3 Sportback bereit.

Obwohl der 45 TFSI und auch der Selbstzünder im 40 TDI ordentlich Spaß machen, so sollten Fahrer, die wirklich Bock auf Leistung haben und unbedingt einen Q 3 Sportback haben wollen, noch ein wenige Geduld aufbringen. Auch wenn das noch keiner bestätigt - natürlich wird es auch einen RS Q 3 geben (Grundpreis um die 60.000 Euro). 400 PS und 480 Nm Drehmoment stehen da wohl im Fahrzeugschein. Damit wäre der neue Kraftbursche um 33 PS und 15 Nm stärker als der aktuelle RS Q 3 performance.

Fahrbericht: VW T-Cross: Der Polo unter den SUVs ist ein gelungenes Crossover.

Unser Fazit zum Audi Q 3 Sportback

Angeschwollen ist auch der Grundpreis des Sportbacks auf 36.000 Euro. Damit ist er zwar um 1.600 Euro teurer als sein etwas weniger eleganter Kollege. Aber dafür kommt er bereits mit Sportfahrwerk und Audi Drive Select System daher. Ausstattungsbereinigt gibt es dann so gut wie keinen Unterschied mehr. Reine Hexerei. Auch beim Preis.

Fahrbericht: Der neue Toyota RAV 4 - der meist verkaufte SUV der Welt im Test.

Rudolf Bögel

Diese neuen Elektroautos kommen 2019 auf die deutschen Straßen

Kommentare