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BMW übernimmt Alpina: Was wird aus den begehrten Sport-Limousinen?

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Von: Marcus Efler

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Alpina steht für Power-Limousinen, die Großserien-Modellen den Auspuff zeigen. Doch jetzt übernimmt BMW die Markenrechte. So geht es künftig weiter.

München – Es sind die Autos für BMW-Fahrer, denen ein BMW zu langsam oder zu gewöhnlich ist: Alpina setzt in Sachen Leistung und Höchstgeschwindigkeit auf das serienmäßige Topmodell einer Baureihe immer noch einen drauf. Gerade für Langstreckenfahrer bieten Fahrzeuge wie das Alpina B8 Gran Coupé* eine geradezu perfekte Symbiose aus Sportlichkeit, Komfort und Effizienz.

Wohlgemerkt produziert das Familienunternehmen Bovensiepen die Sportlimousinen, Kombis und Coupés seit 1983 als selbständiger, beim Kraftfahrt-Bundesamt registrierter Hersteller, nicht als schnöder Tuner. Doch genau damit ist nach derzeitigem Stand der Dinge bald Schluss. Denn der Autokonzern BMW* übernimmt die Markenrechte für Autos, den Vertrieb und das Teilegeschäft. Was nicht nur für Fans bayerischer Power-Limousinen zu der bangen Frage führt: Was wird aus den Automodellen und dem kleinen, feinen Standort im Ostallgäu?

BMW übernimmt Alpina: Was wird aus den begehrten Sport-Limousinen?

Zumindest bis Ende 2025 wird sich in der Praxis allerdings erst einmal nicht viel ändern, denn die Fahrzeuge kommen vorerst weiterhin aus Buchloe. Wobei dort ohnehin nur der letzte Schliff, etwa bei der Innenausstattung mit feinstem Leder, vorgenommen wird: Schon länger liefert Alpina seine Exklusive-Teile, vor allem für die erstarkten Motoren, direkt in die BMW-Werke, wo sie in den Produktionsprozess eingespeist werden.

Fahraufnahme eines BMW Alpina B5 Touring von schräg vorn (Symbolbild)
Allgäu-Express: Der BMW Alpina B5 als Kombi. (Symbolbild) © Hersteller

2026 wird dann aber das heutige Alpina-Fahrzeugprogramm (nach Auslaufen des 2020 verlängerten Vertrages) tatsächlich eingestellt. Ein Teil der 300 Mitarbeiter bleibt für Teilegeschäft und klassische Fahrzeuge in Buchloe, die anderen sollen direkt bei BMW oder anderen Partnerfirmen unterkommen.

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BMW übernimmt Alpina: Submarke statt eigenständiger Hersteller

„Durch den Erwerb der Markenrechte werden wir den langfristigen Fortbestand dieser traditionsreichen Marke zukunftsorientiert gestalten“, erklärte BMW-Vertriebsvorstand Pieter Nota. Hier klingt also schon an, was mit Alpina und dem (optionalen) markentypischen schlanken Streifen auf der Karosserieflanke wohl geschehen wird: Eine Eingliederung ins normale Modellprogramm als Submarke, die für komfortable, edel ausgestattete Power-Limousinen steht – neben den supersportlichen, auch für Rennsport geeigneten Modellen der Perfomance-Marke M*.

BMW übernimmt Alpina: Dieses Geschäftsfeld bleibt in Buchloe

Damit wäre Alpina künftig noch weniger eigenständig als AMG*. Die frühere Motorsport-Firma ist zwar mittlerweile Teil der Mercedes-Benz Group*, entwickelt am Standort Affalterbach aber nach wie vor selbst Modelle – wie etwa im Konzernauftrag den aktuellen Mercedes-AMG SL*.

Kleiner Trost für den Standort Buchloe: Alpina wird es wohl weiter geben. Denn unter dieser Marke hat die Firma Bovensiepen mittlerweile auch einen der führenden Wein-Großhändler Europas aufgebaut. (Mit Material von press-inform) *24auto.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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