In Hillartshausen will Familie Heinig einen Erlebnishof für Landtourismus einrichten

Urlaub im Vierseithof

Begegnung im Garten: Auch Esel „Calle“ freut sich über den LEADER-Förderbescheid, den Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt (2. von rechts) zuvor an Uwe (links) und Kathrin Heinig (Mitte) in Hillartshausen übergeben hat. LEADER-Managerin Sigrid Wetterau war an der Konzeptentwicklung beteiligt. Bürgermeister Martin Göll (2. von links) sagt Unterstützung zu. Foto: roda

Hillartshausen. Kathrin und Uwe Heinig haben vor einem Jahr in Hillartshausen ein nicht mehr bewirtschaftetes Bauernanwesen bezogen und wollen daraus einen Erlebnishof entwickeln. Als Unterstützung erhalten sie aus dem LEADER-Programm der EU 25 000 Euro. Den Förderbescheid dazu überreichte nun Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt während eines Besichtigungstermins.

Das Geld ist Startkapital für Investitionen im Gesamtwert von 100 000 Euro. Bereits in den vergangenen Monaten hatte das Ehepaar zusammen mit der regionalen LEADER-Managerin Sigrid Wetterau unter dem Begriff „Rhönhof Lebensart“ ein Konzept entwickelt. Unter anderem ist geplant, in dem denkmalgeschützten Vierseithof Übernachtungsmöglichkeiten für Radtouristen und Urlauber mit längerem Aufenthalt anzubieten.

Trekkingtouren bis zur Rhön

Von Hillartshausen aus können die Gäste dann Trekkingtouren zu Fuß oder auf dem Rad in die abwechslungsreiche Hügellandschaft der Umgebung bis zur Rhön und zum Thüringer Wald unternehmen. Außerdem sollen eine Kreativwerkstatt und ein Hofladen eingerichtet werden. Daneben ist Platz genug für eine große Festscheune.

Überdies hat die diplomierte Agrar-Ingenieurin Kathrin Heinig schon Vorstellungen für die Anlage eines Kräutergartens mit Gewächshaus. Ein Streichelzoo ist bereits im Anfangsstadium. Zwei Rhönschafe, fünf Katzen und „Sanna“, ein Wind-Hütehund-Mischling, haben sich schon gut auf dem Heinighof eingelebt. Dazu gesellt sich ein Großesel katalanischer Art namens Calle. Der dreieinhalb-jährige Wallach erscheint auch stark genug, das Gepäck für eine Mehrtages-Wandertour zu tragen.

Beginnen wird Kathrin Heinig jedoch mit einem selbst produzierten Imbissangebot regionaler Spezialitäten. Dafür hat sich die in Leipzig aufgewachsene Neu-Hillartshäuserin bereits über Land, Leute sowie Geschichte kundig gemacht und ist dabei auf eine Rezeptesammlung der früher in der Gegend lebenden Kelten gestoßen. Eine Kostprobe dieser Vorzeitküche servierte sie den Gästen bei der Übergabe des Förderbescheids. Der Wildschweinbraten auf Heubett aus dem hauseigenen Backofen vermittelte dabei ganz neue Geschmackserlebnisse.

Überhaupt ist der Backofen zentrales Element im Speisenangebot des Erlebnishofes. Von Uwe Heinig erst aufwändig restauriert, soll in den mit Holz beheizten Kammern auch Brot sowie Kuchen gebacken und dann im Hofladen angeboten werden.

Verbunden mit dem Förderbescheid war zudem die behördliche Baubewilligung des Hof-Projekts. Damit hat das tatkräftige Ehepaar nun auch offiziell die Erlaubnis, einen Landtourismus der besonderen Art und nach ihren Vorstellungen zu entwickeln. Die Unterstützung seitens der Gemeinde Friedewald sagte Bürgermeister Martin Gröll jedenfalls zu. (ha)

Kommentare