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Wüstfeld feiert sein Wahrzeichen - den Wasserturm

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Wüstfeld feiert seinen 90 Jahre alten Wasserturm: Ein Nachbau des Wahrzeichens aus Metall wurde an der Spitze des Festzuges durch den kleinen Ort zum Festplatz getragen.
Wüstfeld feiert seinen 90 Jahre alten Wasserturm: Ein Nachbau des Wahrzeichens aus Metall wurde an der Spitze des Festzuges durch den kleinen Ort zum Festplatz getragen. Fotos Herbert Janßen © Herbert Janssen

Mit einem Festzug und einem bunten Programm hat Wüstfeld am Wochenende sein Wahrzeichen, den Wasserturm, gefeiert. Er wird 90 Jahre alt.

Wüstfeld – Petrus hatte ein Einsehen. Die Wüstfelder konnten ihr Dorffest bei erträglichen Temperaturen und trockenen Hauptes feiern. Dabei hatte sich Pfarrerin Leipold schon darauf eingestellt, unter Hitze leidende Gottesdienstbesucher während der Predigt mit Wasser aus Spritzpistolen zu erfrischen.

Denn um Wasser ging es. Das Wahrzeichen von Wüstfeld, der im Jahr 1932 gebaute und Anfang 1933 eingeweihte Wasserturm, wird dieser Tage 90 Jahre alt. Bernd und Nico Führer, Uwe Vaupel sowie Friedbert Jacob hatten in liebevoller Detailarbeit eine metallene Nachbildung geschaffen, die nun – wie zum Erntedankfest mit Sonnenblumen, Feldfrüchten und Strohballen drapiert – neben dem Altartisch vor dem Original-Wasserturm stand. Das Dorffest konnte beginnen.

Pfarrerin Leipold predigte mit einer Gießkanne in der Hand und wies auf die lebensspendende, aber auch auf die zerstörerische Kraft des Wassers hin. Sie bezog sich auf den Propheten Jesaja, der folgende Worte hinterlassen hatte: „Regen oder Schnee fällt vom Himmel und kehrt nicht zum Himmel zurück, ohne die Erde zu befeuchten. So ist es auch mit dem Wort, das von mir ausgeht. Es kommt nicht wirkungslos zu mir zurück.“ Man solle sich also immer fragen, wessen Wasser man trinke.

Aus der Wüstfelder Chronik ginge hervor, dass es ein langer und steiniger Weg bis zur zentralen Wasserversorgung war – so die Pfarrerin. Treibende Kraft sei der Dorfschullehrer gewesen, der nicht müde geworden war, vor den gesundheitlichen Gefahren zu warnen, die mit dem Schöpfen von Wasser aus abgeteuften Brunnen verbunden waren. Leider habe der Prophet im eigenen Dorfe nichts gegolten; der Lehrer sei 1931 versetzt worden. Gleichwohl habe er die richtigen Denkanstöße gegeben.

Der Gottesdienst wurde musikalisch vom „Gemischten Chor Landershausen 1983“ und den beiden Trompetern Rainer Colli und Uwe Vaupel gestaltet. Die Trompeter musizierten auch während des Festzuges, der vom Wasserturm zum Festplatz führte. Angeführt wurde der Zug von der auf einem Rollbrett befestigten Turmnachbildung, die mit vereinten Kräften gezogen wurde.

Auf dem Festplatz angekommen, konnten die Besucher Kaffee und vielfältige Kuchen genießen, die von den Damen des Gymnastik- und Sportvereins Wüstfeld angeboten wurden. Die Feuerwehr sorgte für eine stilechte Hüpfburg, in der sich die kleinen Gäste auch auf einer Rutsche vergnügen konnten. Sie war einem riesigen Feuerwehrfahrzeug nachgebildet. Nach dem Kaffeetrinken demonstrierten Mitglieder der Wüstfelder Feuerwehr den Gebrauch von Feuerlöschern, gaben wertvolle Informationen zum Brandschutz und luden zu einer Feuerwehrolympiade ein. (Herbert Janssen)

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