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Windpark Eichberg bei Schenklengsfeld: Betreiber erwägt Rückbau alter Anlagen

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Wenn es nach dem Willen der Betreibergesellschaft geht, dann könnten sich im Schenklengsfelder Windpark am Eichberg mittelfristig weniger, aber dafür effektivere und deutlich höhere Windräder drehen. Das ganze Bild sehen Sie, wenn auf das Kreuz oben rechts klicken. © Burkhardt/Archiv

Schenklengsfeld. Die PNE Wind AG prüft derzeit mögliche Veränderungen beim Windpark Eichberg bei Schenklengsfeld. Im Zuge eines „Repowerings“ könnten vier bestehende ältere Anlagen durch effektivere und deutlich größere ersetzt werden.

Die Windpark Eichwald GmbH bestätigt die Planungen grundsätzlich, betont aber, dass die Überlegungen noch nicht konkret seien.

Das in Cuxhaven ansässige Unternehmen PNE stellt derzeit Untersuchungen an, ob im Windpark an der Gemarkungsgrenze zwischen Eiterfeld und Schenklengsfeld alte Anlagen zurückgebaut und durch moderne, erheblich größere Rotoren ersetzt werden.

Die Windpark Eichberg GmbH betreibt dort seit 1998 vier Windräder mit einer Nennleistung von 0,6 Megawatt. Diese Anlagen haben eine Nabenhöhe von 60 Metern. 2005 wurde der Park um drei Windräder mit zwei Megawatt Nennleistung erweitert, bei denen die Rotornabe in 85 Metern Höhe liegt.

Wenn es zu der Veränderung käme, dann würden die vier Altanlagen abgebaut werden, sagte Wolfgang Ruch, der Geschäftsführer der Windpark Eichberg GmbH, auf Anfrage. Grundsätzlich sei eine solche Veränderung möglich, weil das Gebiet an der Landkreisgrenze zu Hersfeld-Rotenburg mit der Kennung HEF 51 zu den Vorrangflächen für Windkraft gehört, die von der Landesplanung für diesen Zweck ausgewiesen wurden.

Allerdings, so betont Ruch, seien die Überlegungen aktuell noch in keiner Weise konkret – und noch weniger vorhersehbar als vor einigen Jahren. Denn ein teilweiser Rückbau auf der einen und eine Ertragssteigerung durch den Bau effektiverer Anlagen auf der anderen Seite waren schon seit dem Jahr 2013 immer wieder einmal Thema.

„Durch die geänderten rechtlichen Rahmenbedingungen ist das Verfahren erheblich komplizierter geworden“, erläutert Ruch.

Das bestätigt auch Rainer Heinsohn, der Pressesprecher der Cuxhavener PNE Wind AG. Das Unternehmen, das weltweit als Projektierer für Windkraftanlagen tätig ist, untersucht die möglichen Veränderungen am Eichberg. „Bei der Planung für Windkraftanlagen und auch für Repowering-Projekte muss man heute mit einer Dauer von fünf bis sieben Jahren rechnen“, so Heinsohn.

Er weist ebenso wie Ruch auf die vielfältigen Prüfaspekte hin, die es zu beachten gilt. Nicht zuletzt die naturschutzfachliche Bewertung spiele eine große Rolle. Hier kommt neben vielen anderen Punkten auch die Frage ins Spiel, inwieweit die neuen Anlagen, bei denen die Nabenhöhe wie bei anderen derzeit errichteten Anlagen rund 130 Meter betragen dürfte, besonders gefährdete Arten wie den Schwarzstorch und den Rotmilan beeinträchtigen. Ein besonderer Aspekt ergibt sich zudem aus der Nachbarschaft zum unmittelbar an die Vorrangfläche angrenzenden Nordzipfel des Biosphärenreservats Rhön. Bis die Entscheidungen getroffen sind, werden die sieben vergleichsweise kleinen Windräder am Eichberg weiterhin Strom liefern. (zi)

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