Aufruf der Krimesburschen

Wasser fürs Wahrzeichen: Gelungene Hilfsaktion für Schenklengsfelder Linde

Volksfest-Stimmung: Trotz hochsommerlicher Hitze lassen es sich die Schenklengsfelder nicht nehmen, die Hilfsaktion der Kirmesburschen für die historische Linde zu unterstützen. Fotos: Mario Reymond

Schenklengsfeld. Damit ihr Wahrzeichen nicht verdurstet, haben die Schenklengsfelder am Donnerstagabend ihre 1250 Jahre alte Linde gewässert.

 „Geil“, mit diesem einen Wort umschreibt Initiator Thilo Weimar aus Schenklengsfeld die Aktion „Wasser für die historische Linde in Schenklengsfeld“.

Bereits eine halbe Stunde vor Beginn der eigentlichen Bewässerung des mit über 1250 Jahren wohl ältesten Baum Deutschlands hatten die Schenklengsfelder und viele Menschen aus den Nachbarorten und den angrenzenden Gemeinden Wasser auf den Lindenplatz in Schenklengsfeld gebracht. Aus Bad Hersfeld war gar ein Lastwagen angerollt, auf dessen Ladefläche große Plastikbehälter mit 5000 Litern Wasser stehen. „Ein Spender, der gerne anonym bleiben möchte, hat uns das Wasser zukommen lassen“, freut sich Thilo Weimar.

Aber auch jede kleine Gießkanne, die vorbeigebracht wird, treibt dem stellvertretenden Ortsvorsteher von Schenklengsfeld ein Lächeln ins Gesicht. Nachdem die Behälter auf dem Laster geleert sind, wird er auf die Seite gefahren, um Platz zu machen für Traktoren, an denen Wasserfässer hängen. „Wüstfelder Wasser aus dem Turm, hilft unserer alten Linde ganz enorm“, haben die Nachbarn aus dem Schenklengsfelder Ortsteil getitelt und sogar ihr Wahrzeichen, den Wasserturm, im Mini-Format mit dabei.

Die Kirmesburschen aus Landershausen nutzen die Aktion, um ihre Teilnahme an der sogenannten „Eisbach-Challenge“ zu erfüllen. Statt selbst irgendwo ins kühle Nass zu springen, haben sie 1000 Liter klares Wasser für den Lindenbaum dabei.

Das hat geklappt: Bürgermeister Carl Christoph Möller und Initiator Thilo Weimar freuen sich vor dem Wahrzeichen über den Erfolg der „Wasser-Aktion“.

„Ich finde es ganz große Klasse, dass die Linde das dringend notwendige Wasser bekommt. Möge es dazu beitragen, den Baum für die nächsten 1250 Jahre zu erhalten“, sagt Bürgermeister Carl Christoph Möller. Persönlich ist er hocherfreut über den großen Zuspruch: „Das zeigt, dass wir alle hinter unserem Wahrzeichen stehen. Bedanken möchte ich mich bei allen Beteiligten“, führt das Gemeindeoberhaupt weiter aus.

Durch den Verkauf von Grillwürstchen und Getränken sind zudem 4500 Euro in die Kasse der Schenklengsfelder Kirmesburschen gespült worden. Wenn alle ausstehenden Rechnungen der Lieferanten beglichen sind, soll der Erlös an die beiden gemeindlichen Kindergärten und die Kinderkrippe gespendet werden. Sollte es in den kommenden Tagen weiterhin so trocken bleiben, sei es nicht ausgeschlossen, dass die Schenklengsfelder Kirmesburschen noch einmal zu einer derartigen Aktion aufrufen. „Wenn es das Wetter erfordert, werden wir das ganze sicher wiederholen. Es ist Wahnsinn, wie hier alle an einem Strang ziehen“, erklärt Thilo Weimar.

Erfrischung für 1250 Jahre alte Linde

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