Gemeindevertretung tagt im Schnelldurchgang

Vier Alternativen zum Rathaus in Schenklengsfeld

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Wippershain. Im Schnelldurchgang von 31 Minuten haben die Schenklengsfelder Gemeindevertreter – trotz brisanter Tagesordnung – ihre Jahresabschlusssitzung über die Bühne gebracht.

Und danach ging es für die Kommunalpolitiker am Donnerstagabend aus dem Wippershainer Dorfgemeinschaftshaus auch schnell wieder nach Hause.

Der sonst übliche Jahresabschluss mit dem gemeinsamen Abendessen fiel in diesem Jahr aus. Der Gemeindevorstand hatte diesen in seiner Sitzung am 11. Dezember mit dem Hinweis auf die finanzielle Lage der Kommune abgesagt.

In Schenklengsfeld dürfen nach Vorgabe von Landrat Dr. Michael Koch nur noch Pflichtaufgaben erfüllt werden. Und ein gemeinsames Essen stelle laut Bürgermeister Carl Christoph Möller eine freiwillige Leistung dar.

Grundsatzbeschluss zur Tagespflege

Einstimmig auf den Weg gebracht wurde zuvor von den anwesenden 20 Mitgliedern der Gemeindevertretung ein Grundsatzbeschluss zum möglichen Betrieb der angedachten Tagespflege in Oberlengsfeld durch die Awo Nordhessen gGmbH.

Der Gemeindevorstand soll nun die notwendigen Vertragsverhandlungen mit der Awo aufnehmen. Für den Abschluss eines Mietvertrags mit der Awo wird zu gegebener Zeit ein weiterer Beschluss durch die Gemeindevertretung notwendig.

Thematisiert wurde zum Jahresende abermals die angedachte Sanierung des Rathauses. Bürgermeister Möller stellte den Gemeindevertretern den aktuellen Sachstand vor (wir berichteten mehrfach). Danach sei eine exakte Kostenschätzung erst nach Entkernung des gesamten Komplexes notwendig. Derzeit erwartet Möller Gesamtkosten von 1,42 Millionen Euro.

Stellungsnahme des Architekten gefordert

Eine Summe, die Bernd Führer von der Bürgerliste nicht glauben mochte. Führer, Vorsitzender des Bauausschusses, forderte daher abermals eine Stellungnahme des verantwortlichen Architekten während der nächsten Ausschusssitzung.

Derweil stellte der Bürgermeister die mittlerweile vier alternativen Gebäudekomplexe zum bisherigen Verwaltungssitz der Gemeinde vor.

Neben dem Ley Spezialmarkt, dem SHK-Center Fey und der Alten Post ist seit Donnerstag auch das bis zur Aussetzung des Sanierungsbeschlusses durch die Gemeindevertretung am 7. September angedachte Ausweichquartier der Familie Walger im Gespräch. „Dieser Komplex ist uns am heutigen Donnerstag zum Kauf angeboten worden“, teilte Möller dem Gremium mit. Im Januar werde er nun weitere Gespräche mit den Besitzern der Immobilien führen, um sich die einzelnen Pläne genau vorstellen zu lassen.

Von Mario Reymond

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