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Förderverein will Bahnstrecke jetzt verpachten statt verkaufen

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Soll doch nicht verkauft werden: Der Förderverein Werra-Fulda-Bahn will die Bahnstrecke von Schenklengsfeld nach Heimboldshausen jetzt verpachten. Unser Bild zeigt den Straßendurchlass bei Wehrshausen. Archivfoto: Jan-Christoph Eisenberg
Soll doch nicht verkauft werden: Der Förderverein Werra-Fulda-Bahn will die Bahnstrecke von Schenklengsfeld nach Heimboldshausen jetzt verpachten. Unser Bild zeigt den Straßendurchlass bei Wehrshausen. Archivfoto: Jan-Christoph Eisenberg © Jan-Christoph Eisenberg

Der Förderverein Werra-Fulda-Bahn nun doch Eigentümer der Bahnstrecke von Schenklengsfeld nah Heimboldshausen bleiben und diese nun verpachten statt verkaufen.

Schenklengsfeld – Der Förderverein Werra-Fulda-Bahn wird das Reststück der ehemaligen Hersfelder Kreisbahn vorerst doch nicht verkaufen und strebt stattdessen eine langfristige Verpachtung der Strecke an die Regiobahn Thüringen (RbT) an.

Dafür hat sich die Mitgliederversammlung des Fördervereins am Samstagabend einstimmig ausgesprochen, wie Vereinssprecher und -kassierer Peter Wenke auf Nachfrage unserer Zeitung mitteilte. Der Vereinsvorstand sei von den Mitgliedern damit beauftragt worden, einen entsprechenden Pachtvertrag mit dem in Vacha ansässigen Unternehmen auszuhandeln.

Nachdem der im Februar 2018 beschlossene Verkauf der stillgelegten Bahnstrecke von Schenklengsfeld nach Heimboldshausen für einen Euro an einen niederländischen Investor geplatzt war und die Gemeinde Schenklengsfeld die Bindefrist auf ein Verkaufsangebot des Vereins hatte verstreichen lassen, war vom Vereinsvorstand zu Jahresbeginn ein offenes Bieterverfahren für die rund zwölf Kilometer Gleisverbindung eröffnet worden. Den Mitgliedern seien nun die eingegangenen Angebote präsentiert worden: Neben der RbT als möglicher Pächter hatten außerdem die Deutsche Regionaleisenbahn (DRE) aus Berlin, die Münchner Firma Dromos als Entwickler autonomer Elektrofahrzeuge sowie die Gemeinde Schenklengsfeld Interesse am Kauf der Gleisverbindung signalisiert.

Die nun beschlossene Verpachtung an die RbT sei auch die vom Vorstand favorisierte Variante gewesen, erklärt der Vereinssprecher. Das Unternehmen wolle die Strecke wieder für den Güterverkehr in Betrieb nehmen. Die RbT habe ihren Sitz in der Region, betreibe Strecken in unmittelbarer Nachbarschaft, verfüge über Erfahrungen mit entsprechenden Projekten und sei zudem in Kontakt mit einer Ausbildungsstätte für Gleisbauer, die ursprünglich ebenfalls Interesse an der Kreisbahnstrecke bekundet hatte.

Zum von der RbT unterhaltenen Gleisnetz gehört unter anderem die Bahnstrecke Bad Salzungen-Unterbreizbach, die nach der Stilllegung seit einigen Jahren wieder in geringerem Umfang für Güterverkehr sowie zum Abstellen von Waggons genutzt wird.

Der Lokschuppen auf dem Schenklengsfelder Bahnhofsgelände soll laut Vereinssprecher Peter Wenke nicht Bestandteil des Pachtvertrags mit der RBT sein. Die Mitgliederversammlung habe am Samstag grünes Licht für den Abschluss eines Vertrags mit einem anderen Pächter gegeben, der dem Verein eine Nutzungsmöglichkeit einräume. Damit werde die angespannte Finanzsituation des Fördervereins entlastet, die seinerzeit zu der Entscheidung geführt hatte, die Strecke abzugeben.

Der bisherige Vorstand des Eisenbahnvereins ist laut Wenke während der Mitgliederversammlung im Amt bestätigt und um Thomas Giese als zusätzlichen Beisitzer erweitert worden. (Jan-Christoph Eisenberg)

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