Bürgermeister-Stichwahl

Schenklengsfelder SPD spricht sich für unabhängigen Kandidaten Möller aus

Zuversicht im Doppelpack: Sowohl Udo Langer (Bürgerliste) als auch der unabhängige Carl Christoph Möller (rechts) rechnen sich für die Bürgermeister-Stichwahl am 8. Oktober in Schenklengsfeld gute Siegchancen aus. Foto: nh

Schenklengsfeld. Die Schenklengsfelder Sozialdemokraten, die am Sonntag bei der Bürgermeisterwahl mit ihrem Kandidaten Gunter Müller gescheitert waren, haben sich recht schnell von der Niederlage erholt. Sie sprechen sich bei der Stichwahl am Sonntag, 8. Oktober, bei der Udo Langer (Bürgerliste) und der unabhängige Carl Christoph Möller antreten, für den politischen Newcomer aus.

„Es gibt zwar keinen Vorstandsbeschluss, aber wir haben zusammengesessen und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass die Politik der Bürgerliste aus unserer Sicht keine Politik ist, die das Allgemeinwohl im Blick hat“, erklärt der gescheiterte SPD-Kandidat und SPD-Gemeindeverbandsvorsitzende Gunter Müller. Die Politik der Bürgerliste und somit auch ihres Fraktionsvorsitzenden Udo Langer sei zu sehr auf Eigeninteressen der Bürgerlisten-Mitstreiter ausgerichtet. Dafür gebe es viele Beispiele. Unter anderem sollten für den Ankauf von Flächen, die Mitgliedern der Bürgerliste gehörten, überhöhte Preise bezahlt werden, so Müller.

„Gegen die Klüngelei“

„Wegen solcher Geschichten wollte die SPD ja auch einen Kandidaten von außerhalb. Explizit, um das Geklüngel bei der Bürgerliste zu beenden. Die besetzt ja auch alle wichtigen Positionen in der Gemeinde“, führt der SPD-Gemeindeverbandsvorsitzende weiter aus.

Auch wenn es keinen offiziellen Vorstandsbeschluss gebe, so werde seitens der SPD dennoch die Unterstützung des Kandidaten Carl Christoph Möller freigegeben: „Viele aus meiner Partei sind der Ansicht, dass wenn Herr Möller sich diese Aufgabe zutraut, es dann auch so werden soll“, teilte Gunter Müller mit.

Der zweite ausgeschiedene Kandidat Hans Georg Bock, ebenfalls SPD-Mitglied und Gemeindevertreter, gibt selbst keine Wahlempfehlung für die Stichwahl ab.

„Ehrenamt lohnt nicht“

Persönlich ist er auch gestern Mittag noch sehr angefasst von seiner Niederlage. „Ich habe gedacht, dass mein vielseitiges ehrenamtliches Engagement für Schenklengsfeld von den Wählern gewürdigt wird. Aber was ist die Moral von der Geschicht’: Ehrenamt lohnt sich nicht“, sagte Bock. Dennoch wolle er keinen seiner ehrenamtlichen Posten aufgeben. „Das dauert aber noch eine gewisse Zeit, bis ich das alles verarbeitet habe“, erklärt er.

Warum die Sozialdemokraten eigentlich mit zwei Kandidaten bei der Wahl angetreten sind, wird von den Beteiligten unterschiedlich bewertet. Während Hans Georg Bock schon nach der Kommunalwahl 2016 signalisiert habe, bei einem Verzicht von Bürgermeister Stefan Gensler sofort antreten zu wollen, sei innerhalb der SPD zunächst niemand so recht darauf angesprungen.

Zwist bei den Genossen

Als sich dann bis Ende des vergangenen Jahres niemand zu seiner geplanten Kandidatur geäußert habe, sei er zu Jahresbeginn losgezogen und habe sich 60 Unterstützerunterschriften besorgt. „Im März ist die SPD dann wieder auf mich zugekommen, nachdem bereits im Dezember auch der Name Gunter Müller kursierte, und wollte mich doch als Kandidaten haben. Da habe ich dann mit dem Hinweis, dass ich bereits Unterstützerunterschriften gesammelt habe, abgelehnt“, erklärt Bock. Am 21. April 2017 sei dann Gunter Müller von den Sozialdemokraten nominiert worden.

Dieser Darstellung widerspricht die SPD-Fraktionsvorsitzende in der Gemeindevertretung Tanja Hartdegen: „Herr Bock hätte sich den Mitgliedern präsentieren sollen, die dann über eine Kandidatur entschieden hätten. Das wollte er definitiv nicht.“

Kommentare