Überraschung im Ausschuss

Schenklengsfeld fehlt das Geld: Bürgermeister stoppt Sanierung des Rathauses

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Gestoppt: Die Komplettsanierung des Schenklengsfelder Rathauses fällt aus. Die Verwaltung zieht nicht um.

Schenklengsfeld. War es die sprichwörtliche geplatzte Bombe oder der Zug an der Reißleine? Schenklengsfelds neuer Bürgermeister Möller hat die Rathaussanierung gestoppt.

Das teilte er hat am Mittwochabend in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses auf Anfrage der SPD zum Sachstand bei der Rathaussanierung mit. Das gesamte Projekt wurde durch den Gemeindevorstand auf Eis gelegt.

„Um Schaden von der Gemeinde abzuwenden, habe ich einen sofortigen Baustopp angeordnet. Wir werden nicht umziehen und haben auch alle Sanierungsarbeiten eingestellt, weil uns das Geld fehlt“, teilte Carl Christoph Möller den Ausschussmitgliedern mit. Da die Gemeinde sich nicht weiter verschulden dürfe, habe dringend Handlungsbedarf bestanden.

Sanierung sollte mindestens 1,2 Millionen Euro kosten

Für die Sanierung des Rathauses waren Kosten von 1,2 Millionen Euro errechnet worden. Aufgrund der mangelhaften Bausubstanz sei aber von einer weitaus höheren Summe auszugehen. Die derzeit im Rathaus stehenden unberührten Umzugskartons gehen wieder zurück.

In einem nächsten Schritt möchte die Gemeinde den Mietvertrag für die als Ausweichquartier ausgewählte Immobilie umgehend kündigen, da sie nun nicht mehr benötigt wird. „Wir hoffen da auf eine gütliche Einigung mit der Vermieterin“, erklärt Möller.

Nicht benötigt: Die Umzugskartons gehen wieder zurück.

Zudem muss die Gemeinde alle zugesagten Förderanträge sofort zurückziehen, um nicht in Regress genommen werden zu können. Diese Gefahr sei aber relativ gering, da noch keinerlei Bauzuschüsse geflossen seien. Die bereits entstandenen Kosten für Baugutachten und Architekten müssen bezahlt werden.

Was von der Sanierung bleibt, wir nun diskutiert

Der Gemeindevorstand prüft nun eine abgespeckte Notsanierung des Rathauses. Diese soll sich auf die Fassade und die Fenster beschränken. Eventuell könnte auch der Anbau realisiert werden. Das alles werde jetzt ergebnisoffen diskutiert.

Die ernüchternde Nachricht wurde von den Ausschussmitgliedern recht gefasst aufgenommen. Schließlich muss die Gemeinde die Eigenkontrollverordnung definitiv bis 2020 erfüllen. 

Die aktuellen Arbeiten in Schenklengsfeld, Wüstfeld und Hilmes werden noch komplett ausgeführt – Straßen-, Kanal- und Wasserleitungsbau. Bei allen anderen betroffenen Straßenzügen – Raiffeisenstraße in Schenklengsfeld, Fichtenweg und Eschenweg in Landershausen, Bergstraße in Wehrshausen sowie Nebenstraßen in Hilmes – werden künftig in Sparversion nur noch die Kanalleitungen erneuert. 

3,6 Millionen Euro sind für die laufenden und anstehenden Bauvorhaben veranschlagt.

Es stehen noch dringend zu erledigende Arbeiten in Millionenhöhe an

Außerdem muss die Gemeinde die Kläranlage in Malkomes für bis zu 2,5 Millionen Euro dringend auf den neuesten technischen Stand bringen. Überdies wird die Kläranlage in Wippershain stillgelegt. Die dort anfallenden Fäkalien sollen dann durch ein zu errichtendes Leitungssystem über Hauneck in die Kläranlage nach Bad Hersfeld gleitet werden. Kosten: mindestens eine Million Euro.

Quelle: HNA

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