Bewerbungen bis 11. Dezember

Schenklengsfeld: Bürger sollen Rathaus liefern

Auf der Suche nach einem Verwaltungssitz setzt Schenklengsfelds Bürgermeister Carl Christoph Möller auf die Bürgerinnen und Bürger. 

Die sollen der Verwaltung nun Grundstücke zur Anmietung, zur Pacht oder zum Kauf anbieten. Auch bereits bestehende Immobilien dürften darunter sein.

Der Vorstoß des Bürgermeisters wurde mit 10 Ja- und fünf Nein-Stimmen bei drei Enthaltungen mehrheitlich beschlossen. In erster Linie die Vertreter der Bürgerliste (BL) äußerten sich skeptisch zum Vorstoß des Bürgermeisters. So merkte Jürgen Ehlert an, dass es keinerlei Einschränkungen und auch keinerlei Vorgaben in dem Papier Möllers gebe: „Jetzt machen wir uns die nächste Baustelle auf. Diese Vorlage ist nicht ausgereift. Uns könnte auch eine Hundehütte angeboten werden.“

Als ein sinnvolles und geordnetes Verfahren bezeichnete dagegen Tanja Hartdegen von der SPD die Idee. „Das ist sinnvoll und transparent. Wir sind uns doch alle nicht einig darüber, was wir wirklich wollen. Erst einmal müssen uns Angebote vorliegen.“

Dieser Aussage widersprach Hartmut Bock (BL): „Es wird uns alles Geld kosten. Da hätten wir auch das alte Rathaus sanieren können. Was soll denn damit geschehen?“, fragte er in die Runde.

Für die SPD entgegnete René Petzold, dass es sinnvoll sei, auf die Bürger und deren Ideen zu setzen. „Lasst es uns probieren. Wir binden uns an nichts.“

Dies rief noch einmal Jürgen Ehlert auf den Plan: „Jetzt überlassen wir die Entscheidung zum Rathaus den Bürgern. Das kann es nicht sein.“

In der Vergangenheit waren der Gemeinde bereits vier Komplexe initiativ angeboten. Dabei handelt es sich um Teile des SHK-Centers Fey, den Ley Spezialmarkt, das Busch-Areal an der Linde, das derzeit noch die Post beherbergt, sowie die Immobilie Walger, in die die Verwaltung bereits während der angedachten Sanierung des Rathauses ausgegliedert werden sollte (wir berichteten)..

Die Sanierung des Rathauses im Zuge der Dorferneuerung war von der Gemeindevertretung Ende August gestoppt worden. Der Kostenbedarf war zwischenzeitlich von 975 000 Euro auf fast 1,4 Millionen Euro angewachsen. Für die Sanierung des Gebäudes und an Mietkosten für das geplante Ausweichobjekt waren bereits 145 053 Euro angefallen.

Bewerbungen einreichen

Die Schenklengsfelder sind aufgefordert, formlose Bewerbungsunterlagen mit Angaben zur Lage und Größe des Objekts sowie der Benennung eines kompetenten Ansprechpartners einzureichen. Die Unterlagen sollten an den Gemeindevorstand, Rathausstraße 2, in 36277 Schenklengsfeld gesendet werden. Sie sollten sich in einem geschlossenen Umschlag mit der Aufschrift „Interessenbekundungsverfahren Verwaltungsgebäude“ befinden. Die Abgabefrist endet am Mittwoch, 11. Dezember, um 14 Uhr. Die anfallenden Kosten zur Erstellung der Bewerbung werden nicht erstattet.

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