Schenklengsfeld: Backhaus entsteht in Handarbeit

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Der Leiter der Sparte Weinbergfreunde im Heimatverein Landeck Schenklengsfeld, Helmut Schott, hielt als verantwortlicher Zimmermann eine kurze Ansprache neben dem Richtbaum auf dem Backhaus am Weinberg.

Schenklengsfeld – Im kleinen Kreis feierten die Weinbergfreunde im Heimatverein Schenklengsfeld am Freitag Richtfest für ihr Back- und Kelterhaus.

Der Termin hatte sich mehr oder weniger spontan und kurzfristig ergeben, nachdem die ehrenamtlichen Handwerker des Vereins den Firstbalken in die Dachkonstruktion des zweigeschossigen Rohbaus eingesetzt hatten.

Trotzdem ließ es sich der Spartenvorsitzende und Amateur-Zimmermann Helmut Schott nicht nehmen, zusammen mit Jörg Gellert einen stilechten Richtbaum auf dem Dachstuhl anzunageln und nach einer kurzen Ansprache aus luftiger Höhe sein geleertes Trinkglas zu zerschmettern.

Das kombinierte Sandstein-, Ziegel- und Fachwerkhaus mit einer Grundfläche von fünf mal fünf Metern entsteht nach historischen Vorbildern seit vergangenem Sommer am Fuß des Schenklengsfelder Weinbergs im alten Ortskern. An derselben Stelle hatte bereits bis 1949 ein – allerdings nur eingeschossiges – Backhaus gestanden, das dann abgerissen worden war.

Das neue Backhaus, das im Obergeschoss auch die Geräte zur Weinherstellung aufnehmen soll, wird fast ausschließlich aus recycelten Baumaterialien errichtet, die bei Abbrucharbeiten in Schenklengsfeld und den Dörfern der Umgebung angefallen sind. Durch die Lage am Fuß des Steilhangs entstehen neben dem Gebäude zwei Natursteinterrassen. Erdgeschoss und erster Stock erhalten getrennte Eingänge auf der jeweiligen Ebene. Ein traditioneller Backofen, wie er früher in vielen Bauernhäusern benutzt wurde, liegt bereits in Einzelteilen zum Einbau bereit. Das Projekt wird durch größere Spendenbeträge der EAM-Stiftung und der Sparkasse Bad Hersfeld-Rotenburg sowie durch zahlreiche private Sponsoren finanziert. Als Fertigstellungstermin wird das alljährlich stattfindende Weinbergfest Anfang September angepeilt – wenn Veranstaltungen dieser Größenordnung bis dahin wieder möglich sind. (Peter Lenz)

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