Kostenexplosion droht

Die Sanierung des Schenklengsfelder Rathauses wird immer unwahrscheinlicher

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Die exakte Höhe der Sanierungskosten für das Schenklengsfelder Rathaus ist derzeit nicht zu ermitteln. Um weitere Mängel an der Bausubstanz feststellen oder ausschließen zu können, müsste der Gebäudekomplexzunächst einmal vollständig entkernt werden.

Schenklengsfeld. Die Schenklengsfelder Gemeindevertreter müssen nun bald eine Entscheidung darüber treffen, wie mit dem Rathaus weiter umgegangen werden soll.

Den eigentlichen Beschluss zur Sanierung des Komplexes vom 26. April 2017 hatten sie in ihrer Sitzung vom 7. September 2018 wegen der wahrscheinlich immens hoch ausfallenden Sanierungskosten wieder kassiert, bis zum Jahresende ausgesetzt, und den Gemeindevorstand gebeten, neue Zahlen und abgespeckte Pläne zu präsentieren.

Diese seitens der Bauabteilung noch einmal aufgelisteten Daten und Fakten liegen nun vor und werden den Gemeindevertretern in der öffentlichen Jahresabschlusssitzung am kommenden Donnerstag, 20. Dezember, ab 19.30 Uhr im Schenklengsfelder Bürgerhaus präsentiert. Den Mitgliedern des Haupt- und Finanzausschusses stellte Bürgermeister Carl Christoph Möller die nicht mehr ganz neuen Zahlen am Dienstagabend im Sitzungszimmer des Rathauses abermals vor.

So wurde bereits im September vergangenen Jahres von Bau- und Nebenkosten in einer Höhe von 975 000 Euro ausgegangen. Bis zum Frühjahr 2018 habe sich dann herauskristallisiert, dass die Herrichtung des stark maroden Komplexes bis zu 1 365 000 Euro verschlingen könnte. Von dieser Summe müsste die Gemeinde 1 077 000 Euro selbst aufbringen. Gerade einmal 288 495 Euro würde als Zuschuss aus dem Dorferneuerungsprogramm nach Schenklengsfeld fließen.

„Noch verdeckte Schäden würden diese Summe sogar noch weiter nach oben treiben können. Das alles wäre aber erst nach völliger Entkernung des Rathauses zu erkennen und beziffern“, erklärte der Bürgermeister.

Bereits im Jahre 2011 waren schon einmal Gesamtkosten von 1 185 000 Euro für die Rathaussanierung prognostiziert worden. Auf dieser Basis und mit Blick auf die Kostenentwicklung im Handwerk wäre aktuell eine Summe von 1 420 000 Euro realistisch – sofern bei einer eventuell in Angriff genommenen Entkernung keine weiteren Schäden an der Gebäudestruktur zu Tage treten würden. Aufgrund all dieser Unwägbarkeiten hatte der Gemeindevorstand das Rathausprojekt auf Eis gelegt.

Da standen die Umzugskartons bereits im Gebäude und ein angemietetes Ausweichquartier war für die Verwaltung bereits hergerichtet worden. Die bis zum Baustopp angefallenen Kosten belaufen sich auf 114 803 Euro.

Der Gemeindevorstand hatte auch die Aufgaben, festzustellen, wie der jetzige Zustand des Gebäudes verbessert, die Sicherheit der Mitarbeiter gewährleistet und ob ein barrierefreier Zugang geschaffen werden könnte. Ergebnis: Die Barrierefreiheit in dem gesamten Komplex sei bei der augenblicklichen Gebäudestruktur nicht gegeben und auch unrealistisch. Die Mitarbeiter seien bestrebt, die Anliegen der betroffenen Kunden im Erdgeschoss zu bearbeiten.

Aus den Protokollen der Sicherheitsbegehungen lasse sich zudem erkennen, dass die Bildschirmarbeitsplätze aufgrund mangelnder Erreichbarkeit, geringer Bewegungsfreiheit und schlechter Lichtverhältnisse nicht den Anforderungen entsprächen. Diese Mängel seien nur durch eine grundlegenden Gebäudesanierung oder den Bezug eines Alternativobjekts heilbar.

Drei Alternativen zum Rathaus

Drei alternative Gebäudekomplexe liegen der Verwaltung nach Angaben von Schenklengsfelds Bürgermeister Carl Christoph Möller vor. Dabei handelt es sich um den Ley Spezialmarkt, das SHK-Center Fey und die Alte Post an der Linde. Für den Ley Spezialmarkt existiert demanch bereits ein Konzept zur Umnutzung. Das Gebäude könnte in 2021 bezogen werden. Die Finanzierung erfolgt laut Bürgermeister über einen externen Investor. Die Gemeinde müsste einen langfristigen Mietvertrag abschließen. 

Beim SHK-Center Fey müsste die Kommune die Renovierungskosten tragen und würde anschließend in ein Mietverhältnis eintreten. Ganz neu im Portfolio ist die Alte Post. Zu diesem Komplex existieren laut Möller noch keine konkreten Vorstellungen, wie die Ertüchtigung des Gebäudes und die damit einhergehende Finanzierung durch die Gemeinde zu realisieren wären. Der zur Sitzung anwesende Eigentümer Adolf Busch bot an, sein Konzept und seine Ideen den Kommunalpolitikern in Kürze gerne einmal vorstellen zu wollen. (rey)

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