Kläranlagen sind veraltet, Leitungen marode

Regenwasser bereitet in Schenklengsfeld Sorge

Veraltet: Die Kläranlage in Malkomes entspricht nicht mehr den neuesten technischen Standards. Foto: Mario Reymond

Die seit Jahren ungeklärte Abwasserfrage in der Gemeinde Schenklengsfeld muss nun langsam aber sicher aufgearbeitet werden. Beide Kläranlagen und die Leitungen sind marode.

Die Kläranlage in Wippershain stammt aus den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts und wird komplett wegfallen. Die Fäkalien aus dem größten Schenklengsfelder Ortsteil sollen in Zukunft über ein noch zu errichtendes Leitungssystem über das Klärsystem der Gemeinde Hauneck zur Anlage in Bad Hersfeld geleitet werden.

Doch bis es so weit ist, muss erst einmal die Gemeinde Schenklengsfeld ihre Hausaufgaben machen. Die Haunecker Anlage könnte sechs Liter Abwasser pro Sekunde, die aus Wippershain talwärts fließen würden, verarbeiten. „Im Normalbetrieb fallen in der Kläranlage in Wippershain zwei Liter an. Bei Regen hingegen sind es 14 Liter. Das liegt daran, dass Regenwasser aus der Feldflur auch der Kläranlage zugeführt wird. Zudem dringt in das komplett marode Kanalsystem in Wippershain ebenfalls Wasser ein und gelangt so in die Kläranlage. Wir müssen nun erst einmal das gesamte Kanalsystem in Wippershain in Ordnung bringen und auch dafür sogen, dass Oberflächenwasser wieder in das Grabensystem der Feldflur fließt. In den vergangenen Jahren ist in dieser Hinsicht nichts gemacht worden, obwohl die Problematik schon seit mehr als zehn Jahren bekannt ist“, erklärt Bürgermeister Carl Christoph Möller.

Abwasserfracht reduzieren

In einem ersten Schritt wird nun im Zuge der am 15. Mai beginnenden Sanierung der 12. Straße durch den Landkreis auch der dortige Kanal durch die Gemeinde erneuert. Ein Sammelbecken soll ebenfalls errichtet werden, um die Abwasserfracht in Richtung Hauneck auf zehn Liter reduzieren zu können. Dann müsste auch die Schenklengsfelder Nachbargemeinde noch technische Veränderungen vornehmen, um die in Zukunft anfallenden Abwässer aus Schenklengsfeld in Richtung Bad Hersfeld weiterleiten zu können. „Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Die Versäumnisse vieler Jahre sind auf die Schnelle nicht aufzuarbeiten“, sagt Möller.

Die Kläranlage in Malkomes ist zwar zehn Jahre jünger, als die in Wippershain, aber auch das dortige Bauwerk müsste kostenintensiv erneuert werden. Dort werden derzeit zwei Varianten geprüft: einmal die Ertüchtigung der bestehenden Anlage um dann Fäkalien aus den Gemeinden Schenklengsfeld und Friedewald zu klären oder ein Leitungsnetz bis zur Kläranlage in Bad Hersfeld, um die Abwässer der Gemeinden Schenklengsfeld und Friedewald in der Anlage der Kreisstadt aufzufangen.

„Derzeit werden beide Möglichkeiten ergebnisoffen geprüft“, so der Bürgermeister.

Aber auch in Malkomes ist Eile geboten. Für die Jahre 2013 und 2015 musste Schenklengsfeld bereits 158.112 Euro an Strafe abführen, da die gesetzlich vorgegebenen Werte nicht erreicht wurden. Auch in Malkomes sorgt zu viel eingeleitetes Regenwasser aus der Feldflur und über marode Kanäle zu einer erheblichen Verdünnung des Abwassers und verhindert neben der veralteten Technik einen ordentlichen Klärvorgang.

VON MARIO REYMOND

Kommentare