Sanieren, neu bauen oder mieten?

Rathausposse  in Schenklengsfeld geht weiter - Diskussion im Hauptausschuss

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Die Zukunft des Rathauses in Schenklengsfeld beschäftigt die Kommunalpolitik seit Monaten.

Die Diskussion um die Zukunft des gemeindlichen Verwaltungssitzes in Schenklengsfeld wird immer mehr zu einer Posse.

In der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am vergangenen Mittwochabend wurde das Thema Rathaus wieder zeitintensiv und inhaltsoffen diskutiert.

Die SPD war nach dem zwischenzeitlichen Verzicht auf 288 495 Euro Fördergeld aus der Dorferneuerung (wir berichteten) davon ausgegangen, das eine bis zu 1,4 Millionen Euro verschlingende Sanierung kein Thema mehr und somit endgültig vom Tisch sei.

Das wiederum sehen die Vertreter der Bürgerliste ganz anders. Es sei keinerlei Beschluss in dieser Hinsicht vorhanden, argumentierten deren Ausschussvertreter. 

Die ureigene Aufgabe

Auf die Frage aus den Reihen der SPD, was denn die längst schon wieder aufgelöste Rathauskommission so alles erarbeitet habe, entgegnete ein Vertreter der Bürgerliste, dass es die ureigene Aufgabe gewesen sei, sich mit den Fragen zur Sanierung des bestehenden Komplexes zu beschäftigen. Andere Alternativen seien nicht ins Auge gefasst, oder recht schnell wieder verworfen worden.

Auf SPD-Nachfrage nach Protokollen und Niederschriften aus den Kommissionssitzungen zuckte der Vertreter der Bürgerliste mit den Schultern. Diese seien sicher angefertigt worden. Wo sie allerdings verblieben seien, das wisse er auch nicht.

Widersinnigkeit der Diskussion 

Widersinnig an dieser ganzen Diskussion: Auch die Sozialdemokraten waren natürlich mit eigenen Kräften in dieser Kommission vertreten.

Nun beginnt die seit vielen Jahren ergebnislos geführte Diskussion um den Schenklengsfelder Verwaltungssitz noch einmal ganz von vorne.

Bürgermeister Carl-Christoph Möller legte seinerseits einen Aufruf zu einem Interessenbekundungsverfahren vor. Danach sollen Bürger der Gemeinde geeignete Immobilien zur Anmietung, zur Pacht oder zum Kauf anbieten. 

Auch Grundstücke für den Bau eines neuen Verwaltungssitzes dürften nach den Vorstellungen des Bürgermeisters angeboten werden. Für diese Beschlussempfehlung votierten die drei SPD-Vertreter. 

Mehrere Angebote von Privatleuten

Drei Ausschussmitglieder der Bürgerliste stimmten dagegen, einer enthielt sich der Stimme. Der Gemeinde liegen seit längerer Zeit vier Angebote von Privatleuten vor, die der Gemeinde ihre Immobilien als „Rathaus“ angeboten haben.

Die SPD möchte ihrerseits einen Neubau prüfen lassen, der neben der Verwaltung auch Platz für die Feuerwehr Schenklengsfeld bietet. Deren Gebäude entspreche laut eines aktuellen Prüfberichts in vielen Bereichen nicht mehr den Vorschriften und müsse ohnehin baulich verändert werden. 

Einstimmiger Beschluss

Dieser Antrag wurde einstimmig beschlossen. Ebenfalls einstimmig angenommen wurde ein Antrag der Bürgerliste, wonach der Gemeindevorstand tätig werden soll, um erst einmal Fakten zu sammeln und eine sogenannte Matrix zum Rathaus-/Feuerwehrkomplex zusammenzustellen.

Von allen Ausschussvertretern durchgewunken wurde ein weiterer Antrag der Bürgerliste. Danach soll ein vereidigter Sachverständiger prüfen, ob das Rathaus weiter als Verwaltungssitz genutzt werden kann oder wie hoch der finanzielle Aufwand wäre, um diesen Zustand zu erreichen.

Die nächste Sitzung der Gemeindevertretung findet am Donnerstag, 31. Oktober, ab 19.30 Uhr im Dorfheim von Oberlengsfeld statt.

Von Mario Reymond

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