Umbaukosten betragen bis zu 1,2 Millionen Euro

Schenklengsfelder Rathaus wird saniert

Das Schenklengsfelder Rathaus ist derzeit von Außen noch ein echter Hingucker. Schon bald werden das Gebäude saniert und die Fassade auf Forderung der Denkmalbehörde in den ursprünglichen Zustand versetzt. Das angedeutete Fachwerk verschwindet dann hinter grauem Putz.

Schenklengsfeld. Das Rathaus in Schenklengsfeld wird saniert. Mit großer Mehrheit haben die Gemeindevertreter am Mittwochabend den Schlussbericht der Rathauskommission zur Kenntnis genommen und sich für den Erhalt des bisherigen Verwaltungssitzes im Ortskern ausgesprochen.

Da der Komplex unter Denkmalschutz steht, hatten die politisch Verantwortlichen eigentlich keine andere Möglichkeit gesucht. Auch bei einem Umzug in ein anderes Gebäude, egal ob angemietet oder neu errichtet, hätte die Gemeinde das bisherige Rathaus in Schuss halten müssen. Und weil dies so ist, wird es nun komplett saniert. Die Kosten dafür dürften sich zwischen einer bis 1,2 Millionen Euro bewegen. 300 000 Euro werden über das Dorferneuerungsprogramm als Fördergeld bereitgestellt. Den großen Rest muss die Gemeinde selbst stemmen.

Damit nicht genug. Die schöne Fachwerkfassade wird hinter Putz verschwinden – auch eine Auflage der Dorferneuerung. Denn ursprünglich war das Rathaus einmal verputzt. Erst später wurde die Fachwerkansicht geschaffen.

Da die Konstruktion aus Fichten- und nicht robustem Eichenholz besteht, soll der Putz auch davor schützen, dass die anfälligen Balken zu sehr den Wettereinflüssen ausgesetzt sind. Mit den Umbauarbeiten am Rathaus könnte eventuell noch im letzten Quartal dieses Jahres begonnen werden. Spätestens Anfang 2018 wird es auf jeden Fall losgehen. Die Bauarbeiten werden nicht ganz ein Jahr in Anspruch nehmen. Während der Sanierung zieht die Verwaltung auf Mietbasis in das Erdgeschoss des Bürogebäudes der Georg Walger Kunststein GmbH samt Anbau an der Bahnhofstraße ein.

Für den Übergang: Das Bürogebäude der Georg Walger Kunststein GmbH ist das Ausweichquartier für die Verwaltung während des Rathaus-Umbaus.

Diese Übergangsvariante hatte sich als die Praktikabelste herauskristallisiert. Zerschlagen dagegen hatten sich andere Ideen wegen drohender Doppelbelegung beziehungsweise schlechter Lage der Immobilien. Auch nicht weiter verfolgt wurde die Anschaffung von neun Bürocontainern, die auf dem Gelände des Bauhofs hätten aufgestellt werden sollen. Die Kaufsumme dafür hätte 93 000 Euro betragen. Und auch die Miete von 52 000 Euro für die „Blechbuden“ hatte die Kommissionsmitglieder abgeschreckt.

Vor der eigentlichen Abstimmung hatte die SPD in Person von Tanja Hartdegen und René Petzold die Arbeit der Kommission kritisiert. So seien keinerlei handfeste Zahlen für einen Neubau mitgeliefert worden. Zudem sei kein exakter Raumbedarfsplan aufgeführt worden. „Wir sind so schlau wie vorher. Da die Baugenehmigung fürs Rathaus schon lange vorliegt, wissen wir nicht, warum es diese Kommission gegeben hat“, sagte Hartdegen. Für Stephan Nied von der Bürgerliste habe es gar keine andere Möglichkeit gegeben, als den bisherigen Komplex zu sanieren. Da er auch nach einem Auszug von der Gemeinde hätte in Schuss gehalten werden müssen – also nach Nieds Aussage eine finanzielle Doppelbelastung bedeutet hätte.

Kommentare