Ein erfülltes Berufsleben

Oskar Ruhl als Schulleiter der Gesamtschule Schenklengsfeld verabschiedet

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Vorfreude auf den Ruhestand und Wehmut: Oskar Ruhl, Schulleiter an der Gesamtschule Schenklengsfeld, wurde in den Ruhestand verabschiedet. Unser Bild zeigt ihn (links) beim „Ciao-Spiel“ mit der Schülervertretung. Foto: Thomas Landsiedel

Schenklengsfeld. Großer Bahnhof für einen verdienten Schulleiter. Oskar Ruhl wurde jetzt in Schenklengsfeld verabschiedet.

Mit vielen herzlichen Worten und großem Respekt vor der von ihm geleisteten Arbeit wurde am Freitagmittag Oskar Ruhl, Schulleiter der Gesamtschule Schenklengsfeld, in Anwesenheit zahlreicher Ehrengäste in den Ruhestand verabschiedet.

Während seiner gut dreistündigen Verabschiedung im Foyer der Schule wurde deutlich, wie ungern Schüler und Kollegen ihn ziehen lassen, und dass er selbst der Schule wohl auch nicht ohne ein weinendes Auge den Rücken zukehren wird. „Der Lotse geht von Bord“ brachte es Karsten Backhaus, Leiter der Modellschule Obersberg, für den Schulverbund auf den Punkt.

Schulstandort gesichert

Anita Hofmann, Leiterin des Staatlichen Schulamts Bebra, fand in ihrer Laudatio auf Oskar Ruhl, der nach Abschluss des Lehramtsstudiums mit den Fächern Chemie und Geographie 38 Jahre an der Gesamtschule Schenklengsfeld – davon die letzten 10 Jahre als Schulleiter – wirkte, ausschließlich lobende Worte: „Sie sind eine Person, die nicht weggucken kann, wenn Arbeit da ist“. Stets aufs Wesentliche fokussiert habe Ruhl während seiner Zeit als Schulleiter unter anderem die Komplettsanierung der Schule bei laufendem Betrieb gestemmt und die Sicherung des Schulstandortes Schenklengsfeld bewirkt, was sich auch in Auszeichnungen wie „MINT-freundliche Schule“ oder „Eine-Welt-Schule“ widerspiegelt. Persönliche Eitelkeiten seien ihm dabei, wie Hofmann betonte, völlig fremd gewesen.

Didaktisches Geschick

Als Pädagoge habe Ruhl, der es im Chemie-Unterricht gerne auch mal „ordentlich krachen“ ließ, ein hohes Maß an didaktischem Geschick bewiesen. Sein Stellvertreter und designierter Nachfolger Klaus Amlung beschrieb ihn als fußballbegeisterten Kollegen und Freund mit verschmitztem Humor, der nicht nur „den Schalk im Nacken, sondern auch Schalke auf der Brust“ hatte. Die ihm anvertrauten Schüler habe er vorrangig nach dem ihnen innewohnenden Potenzial und nicht nach deren Noten beurteilt.

Der sichtlich gerührte Oskar Ruhl betonte in seiner Abschiedsrede seine tiefe Dankbarkeit für ein erfülltes Berufsleben, auf das er zufrieden zurückblicken könne. Sein ausdrücklicher Dank gelte seinen Kollegen und Mitstreitern, ohne die das alles nicht möglich gewesen wäre: „Niemand ist eine Insel“. In seinen sicherlich mit vielen Reisen ausgefüllten „Unruhestand“ verabschiedete er sich mit einem Zitat von Heinrich Zille „Wie herrlich ist es, nichts zu tun und dann vom Nichtstun auszuruhn“.

Von Thomas Landsiedel

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