Gemeinde lässt nur Leitungen erneuern

Ortsdurchfahrt Malkomes: Die Gehwege bleiben außen vor

Wenig Platz: Durch die schmalen Gehwege entlang der Ortsdurchfahrt Malkomes entstehen der Gemeinde Schenklengsfeld bei der Erneuerung der Kreisstraße auch nur vergleichsweise geringe Kosten.
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Wenig Platz: Durch die schmalen Gehwege entlang der Ortsdurchfahrt Malkomes entstehen der Gemeinde Schenklengsfeld bei der Erneuerung der Kreisstraße auch nur vergleichsweise geringe Kosten.

Im kommenden Frühjahr wird in Malkomes gebaut. Erneuert werden Kanal- und Wasserleitungen sowie die Straße. Die Gehwege bleiben jedoch außen vor.

Malkomes - Wenn Hessen Mobil voraussichtlich im Frühjahr 2021 im Schenklengsfelder Ortsteil Malkomes die Fahrbahn der Kreisstraße 20 erneuern lässt, wird sich auch die Gemeinde in einer Gemeinschaftsmaßnahme an den Bauarbeiten beteiligen – allerdings nur mit der Sanierung der Kanäle und gegebenenfalls der Wasserleitungen.

Die Bürgersteige sollen hingegen nicht angetastet werden. Das hat die Gemeindevertretung am Donnerstagabend während ihrer Sitzung in der Schenklengsfelder Großsporthalle beschlossen. Mit ihrem einstimmigen Votum folgten die Gemeindevertreter einem Änderungsantrag des Bau- und Planungsausschuss zu einer ursprünglich von Bürgermeister Carl Christoph Möller eingebrachten Beschlussvorlage.

Mit dem Beschluss sollen hohe Kosten für Anlieger und Gemeinde vermieden werden. Weil es entlang der Ortsdurchfahrt keine ausreichend breiten Gehwege gibt, muss die Gemeinde beim derzeitigen Straßenzuschnitt auch nur an wenigen Stellen die Baukosten tragen. Denn Streifen neben der Fahrbahn, die schmaler als 75 Zentimeter sind, würden dem Baulastträger der Fahrbahn – in diesem Fall der Landkreis – zugeordnet, heißt es in der Beschlussvorlage. Zwischen der Einmündung der Straße „Am Berg“ und dem Ortsausgang in Richtung Dinkelrode schwankt die Fahrbahnbreite zwischen 5,75 Metern und vier Metern. An der engsten Stelle stehen die Gebäude nur 6,25 Meter voneinander entfernt. Beim Bau eines 1,5 Meter breiten Gehweges und abzüglich eines 75 Zentimeter breiten Sicherheitsstreifens bleiben für die Fahrbahn also nur vier Meter.

Hessen Mobil habe deshalb eine Verkehrsmischfläche ins Spiel gebracht – also eine schmale asphaltierte Fahrbahn mit höhengleichen seitlichen Pflasterstreifen. Bei dieser Variante würde sich aber laut Beschlussvorlage das Kostenverhältnis zuungunsten der Gemeinde verschieben. Denn wo diese Streifen breiter als 75 Zentimeter sind, müsse die Kommune sie bezahlen – und zwar nicht nur deren Bau, sondern auch Grunderwerb, Angleichung von Einfahrten, Erneuerung von Einfriedungen und die Straßenplanung. Auf Fördergeld vom Land könnte man dabei wohl nicht hoffen: Denn dafür müsse die Straße mit 5,50 Meter breiter Fahrbahn, 1,50 Meter breitem Gehweg und 75 Zentimeter breitem Schrammbord ausgebaut werden – insgesamt also auf eine Breite von mindestens 7,75 Metern. Da für reicht aber an der schmalsten Stelle der Platz nicht, in den übrigen Abschnitten wäre die Verbreiterung nur mit großem technischen Aufwand möglich – und alle Anlieger müssten verkaufsbereit sein. Trotz Landesförderung würden zudem hohe Kosten entstehen. Bei einer hypothetischen Bausumme von 100 000 Euro müssten laut Beschlussvorlage 75 000 Euro auf die Anlieger umgelegt werden. Von den verbleibenden 25 000 Euro entfielen auf die Gemeinde bei 60-prozentiger Förderung immer noch 10 000 Euro. Gebaut werden könnte dann auch frühestens 2022 – abhängig davon, wann ein Förderantrag bewilligt wird.

Aus diesen Gründen entschied das Gemeindeparlament, den bisherigen Straßenzuschnitt beizubehalten. Schadhafte Bordsteine sollen gegebenenfalls im Nachgang der Arbeiten von der Gemeinde repariert werden, wie der Vorsitzende des Bau- und Planungsausschusses, Bernd Führer, erläuterte. (Jan-Christoph Eisenberg)

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