Niederländer plant Gastronomie in "Pfannkuchenzug"

Mitglieder des Fördervereins Werra-Fulda-Bahn beschließen: Bahnstrecke weg für ‘n Euro

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Der stellvertretende Vorsitzende des Vereins Werra-Fulda-Bahn, Johannes Hesse, betrieb im vergangenen Jahr Verkaufswerbung für das Schenklengsfelder Bahnhofsgelände.

Schenklengsfeld. Der Förderverein Werra-Fulda-Bahn hat auf seiner Mitgliederversammlung am vergangenen Samstag beschlossen, die Bahnstrecke von Schenklengsfeld nach Heimboldshausen zum symbolischen Preis von einem Euro an den Niederländer Klaas J. Smit zu veräußern.

Der Unternehmer aus Groningen nahm an der Versammlung teil und überzeugte mit seinem Konzept das Gros der Mitglieder. 14 stimmten mit Ja, vier waren dagegen und ein Mitglied enthielt sich der Stimme. Der Verkauf sei forciert worden, da das Vereinskapital samt Zuschüssen inzwischen fast vollständig aufgebraucht sein soll.

Der stellvertretende Vereinsvorsitzende Johannes Hesse zeigte sich erfreut darüber, dass das Konzept des niederländischen Interessenten nun bald umgesetzt werden könne: „Wir bereiten den Vertrag unterschriftsreif vor. Das Konzept fließt mit in den Notarvertrag ein. Und dann kann er loslegen.“

Etwas weniger Geschwindigkeit und mehr Information im Vorfeld hätte sich Hohenrodas Bürgermeister André Stenda gewünscht. Schließlich verläuft die zu nutzende zwölf Kilometer lange Bahnstrecke durch Gemarkungen der Gemeinden Schenklengsfeld, Hohenroda und Philippsthal. Die Gemeinden Hohenroda und Schenklengsfeld sind zudem Mitglieder im Förderverein.

„Mehr Hinweise im Vorfeld durch den Vorstand über das geplante Vorhaben wären hilfreich gewesen. Dann hätte ich mir in den politischen Gremien die Legitimation für eine Zustimmung holen können“, erklärte Stenda.

Das Konzept des Niederländers sieht zunächst die Gründung einer GmbH vor. Dann sollen der Schenklengsfelder Bahnhof und die weiteren Gebäude wie beispielsweise der Lokschuppen in den Urzustand von 1912 versetzt werden. Gleiches gelte für die Bahnsteige und das Bahnhofsgelände. Auf den Schienen am Bahnhof sollen zunächst eine Dampflok und vier bis fünf Personenwagen aus den entsprechenden Jahren als Pfannkuchen-Restaurant hergerichtet werden. Dabei sollen auch einige Arbeitsplätze in den Bereichen Küche, Bedienung und Reinigung entstehen.

Im Lokschuppen sollen fünf preußische Abteilwagen aus dem Jahre 1900 und Loks restauriert werden. Später sollen sie als Erlebniszug zwischen Schenklengsfeld und Heimboldshausen fahren. Als Symbiose aus Eisenbahn und Erlebnisgastronomie bezeichnet der potenzielle Investor aus den Niederlanden sein komplexes Vorhaben. Im niederländischen Marrum betreibt Klaas J. Smit ebenfalls einen „Pannekoktrein“.

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