Ehejubiläum in Unterweisenborn

Ja-Wort am Silvestertag: Martha und August Hohmann haben 1949 geheiratet

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Stehen immer noch bedingungslos zueinander: Martha und August Hohmann aus Unterweisenborn feiern heute Gnadenhochzeit.

Am Silvestertag des Jahres 1949 haben sich Martha und August Hohmann das Ja-Wort gegeben. 70 Jahre später stehen sie immer noch bedingungslos zueinander.

Gemeinsam begehen sie das besondere Fest der Gnadenhochzeit. 

Martha Hohmann wurde als Martha Wink 1927 in Bochum geboren. Sie arbeitete zunächst in einem Diakonissenhaus im Ruhrgebiet, bis sie 1943 während des Krieges nach Landershausen, den Heimatort ihres Vaters evakuiert wurde. 

In Bad Hersfeld arbeitete sie in einem Haushalt, danach bis zu ihrer Hochzeit in der Ölmühle Weitz in Schenklengsfeld. 

August Hohmann ist ein „eingeborener“ Unterweisenborner. Als er 1930 geboren wurde, war sein Vater einige Monate zuvor tödlich verunglückt. Sein Bruder Karl fiel 1943 in Russland und sein Bruder Heinrich 1944 in Finnland. Auch August Hohmann wurde 1945, als 15-Jähriger, zum Volkssturm einberufen und hätte sich auf der Tannenburg in Nentershausen melden sollen, doch seine Mutter ließ ihn nicht gehen. 

August Hohmann wurde bei der Firma Schilde zum Dreher ausgebildet, wo er über alle Firmenverkäufe hinweg bis zum Rentenalter blieb. Hier engagierte sich Hohmann auch im Betriebsrat der Firma Babcock BSH, dessen Vorsitzender er zugleich war. Für sein Engagement wurde er 1989 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. 

August Hohmann war außerdem lange Jahre Wehrführer der Unterweisenborner Feuerwehr, Gemeindevertreter sowie Orts- und Kirchenvorsteher. 65 Jahre gehörte er dem Posaunenchor an, in dem außer ihm auch weitere Mitglieder seiner Familie aktiv waren. Das, so gesteht er mit einem liebevollen Seitenblick zu seiner Frau, sei immer sein Ausgleich gewesen und oft, wenn er abends spät nach Hause gekommen sei, sei er vor dem Essen in die Probe gegangen, um sich abzureagieren. Er sei dankbar, dass seine Frau dafür immer Verständnis gehabt habe.

Vor 70 Jahren: Das Hochzeitsfoto von Martha und August Hohmann.

Martha und August Hohmann lernten sich 1948 beim Tanz in Konrode kennen. Beide können sich noch genau daran erinnern, wie Martha Hohmann am 16. Dezember 1949, kurz vor der Hochzeit, in Unterweisenborn einzog. Weil der Bräutigam damals erst 19 Jahre alt war, musste er, wie August Hohmann mit verschmitztem Lächeln berichtet, vor dem Gang zum Standesamt erst „volljährig gemacht“ werden. Gemeinsam versorgten die Eheleute ihre Mütter im eigenen Haus und zogen vier Kinder groß – einen Sohn und drei Töchter. Inzwischen hat das Ehepaar Hohmann neun Enkel und neun Urenkel.

Zu den täglichen Pflichten gehörte die Versorgung der kleinen Nebenerwerbslandwirtschaft und des großen Gartens. Martha Hohmann war zudem eine versierte Näherin, die viele Kleidungsstücke für die Familie selbst schneiderte. August Hohmann hat zudem als Jugendlicher und später als Rentner allmorgendlich die Hersfelder Zeitung ausgetragen, deren Lektüre bis heute zum Alltag des Ehepaars gehört. Vor allem das tägliche Sudoku-Rätsel ist August Hohmanns liebster Denksport. Für beide ist bis heute die intakte Nachbarschaft und die gegenseitige Unterstützung im Alltag wichtig.

Auch wenn die Gartenarbeit mittlerweile nicht mehr so intensiv betrieben werden kann, für ein Frühbeet und Tomatenpflanzen reicht es mit Unterstützung von Tochter Christine Hohmann, die mit im Haus wohnt, immer noch. Martha Hohmann, die gesundheitlich eingeschränkt ist, ist froh und dankbar, dass ihr Mann sie sehr verwöhnt: Er kocht, backt (mehrere Sorten Weihnachtsplätzchen hat er auch in diesem Jahr gebacken) und liest ihr, wie sie betont, die Wünsche von den Augen ab.

Von Ute Janßen

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