Millionen Euro müssen unter die Erde

Kanalbau in Schenklengsfeld wird Millionen verschlingen

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Schenklengsfelds Bürgermeister Carl Christoph Möller.

Über die angespannte finanzielle Situation in Schenklengsfeld berichteten Bürgermeister Carl Christoph Möller und Hauptamtsleiter Jens Trabert jetzt bei einer Bürgerversammlung.

Danach wird sich der Schuldenstand zum Jahresende bei 22 825 703 Euro einpendeln. Doch das Ende der Fahnenstange sei damit laut Bürgermeister Möller noch lange nicht erreicht. Aufgrund dringend notwendiger Sanierungen im Abwasserbereich, dürften die Schulden der Gemeinde in den kommenden Jahren weiter drastisch ansteigen.

Alleine die Kanalsanierung im größten Ortsteil Wippershain werde mit drei Millionen Euro zu Buche schlagen. Für Kanalarbeiten in Schenklengsfeld, Oberlengsfeld und Malkomes rechnet Möller noch einmal mit Kosten von bis zu zehn Millionen Euro. Und für die Arbeiten an den jeweiligen Frischwasseranlagen müssten insgesamt fünf Millionen Euro veranschlagt werden.

Sollten im Zuge der Arbeiten unter der Erde auch die darüberliegenden Straßen komplett saniert werden, würden sich die jeweiligen Bausummen noch einmal um etwa 13 Millionen Euro erhöhen.

Allerdings sollen wegen der jetzt schon prekären Finanzlage die Straßen nach den Kanalarbeiten einfach nur wieder verschlossen werden. Als Flickschusterei bezeichnete dies der Bürgermeister. Dadurch wären die Straßenbaukosten jedoch um 80 Prozent zu reduzieren.

Da sämtliche Bauprojekte im Vorfeld von Ingenieuren geplant werden, rief Möller auch dafür eine Millionensumme im mittleren einstelligen Bereich auf.

Weil auch die Kläranlagen in Wippershain und Malkomes technisch nicht mehr auf dem neuesten Stand sind, möchte Möller erreichen, dass die in der Großgemeinde Schenklengsfeld anfallenden Abwässer künftig über noch zu errichtende Leitungssysteme der Kläranlage in Bad Hersfeld zugeführt werden sollen. Auch dafür müssten laut Möller noch einmal fünf Millionen Euro eingeplant werden.

Mit Blick auf die explodierenden Schulden wies Bürgermeister Möller auch darauf hin, dass in den kommenden Jahren nur die vorgenannten Pflichtaufgaben zu erfüllen sein werden. Für freiwillige Projekte stünde somit kein einziger Cent zur Verfügung. (rey)

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