„Klimaschutz ja, aber mit Ratio“

„Industrielle Basis erhalten“: Neujahrstreffen des IGBCE-Bezirks Kassel in Schenklengsfeld

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Regionalhymne: Als zum Abschluss des IGBCE-Neujahrstreffens in der Schenklengsfelder Großsporthalle das Steigerlied angestimmt wurde, erhoben sich die Teilnehmer von den Plätzen. Auch IGBCE-Bezirksleiter Friedrich Nothhelfer und der IGBCE-Vorsitzende Ralf Sikorski (vorne, von links) sangen kräftig mit

Die Lage der Weltwirtschaft, die Folgen der Klimakrise sowie der  Rechtspopulismus waren am Samstag die großen Themen beim Neujahrstreffen der IGBCE in Schenklengsfeld.

Die Lage der Weltwirtschaft in Zeiten von Handelskriegen und bewaffneten Konflikten, die Folgen der Klimakrise sowie der mit einem zunehmendem Vertrauensverlust in etablierte Parteien und Institutionen einhergehende Rechtspopulismus – das waren am Samstag die großen Themen beim Neujahrstreffen Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE) in der Schenklengsfelder Großsporthalle.

Friedrich Nothhelfer, Bezirksleiter der IGBCE Kassel, ging in seiner Eröffnung auf den notwendigen Strukturwandel angesichts der Folgen des Klimawandels ein und gab damit den roten Faden für die folgenden Redebeiträge vor. Dieser „Transmissionsprozeß“ setze die Unternehmen zunehmend unter Druck. 

Agenda der Gewerkschaft: „Gute Tarifabschlüsse in allen Branchen"

Trotzdem stünden „gute Tarifabschlüsse in allen Branchen" – wegweisend in der Chemie-Industrie – auf der Agenda. Landrat Dr. Michael Koch sprach von zahlreichen Herausforderungen, die auf den ländlichen Raum zukommen werden und nannte dabei die Gewährleistung der Mobilität sowie das sich abzeichnende Verbot für Ölheizungsanlagen.

Satter Sound: Die Bergmannskapelle Unterbreizbach begleitete das Neujahrstreffen des IGBCE-Bezirks Kassel in Schenklengsfeld musikalisch.

Staatsminister Michael Roth ging in seinem Grußwort vor allem auf die Europapolitik ein

Während der deutschen EU-Ratspräsidentschaft, die Deutschland in der zweiten Jahreshälfte turnusgemäß übernehmen wird, will sich Roth für EU-weit geltende höhere Mindestlöhne und Umweltstandards sowie gegen wettbewerbsverzerrende Niedrig-Steuern einsetzen. Weiterhin mahnte er die Einhaltung von rechtsstaatlichen Prinzipien innerhalb der EU an: „Wer diese nicht einhält, bekommt auch weniger Geld aus Brüssel“.

Hauptredner war diesmal der stellvertretende IGBCE-Vorsitzende Ralf Sikorski. „Unsere Gesellschaft darf nicht auseinander brechen! Daher müssen wir als Gewerkschaft Verantwortung übernehmen und unsere Gestaltungskraft behalten“, ist Sikorski überzeugt und mahnte an, dass „wir uns auf Veränderungen einstellen müssen“. 

Gewerkschaftsfunktionär sieht Wachstumslogik angesichts der notwendigen ökologischen Transformation unter Druck

So sieht der Gewerkschaftsfunktionär die vorherrschende Wachstumslogik angesichts der notwendigen ökologischen Transformation infolge von Klimawandel und Energiewende unter Druck. „Klimaschutz ja, aber mit Ratio“ lautet die Forderung der Gewerkschaft, die für den „Erhalt unserer industriellen Basis“ – Stichwort Kohleausstieg und Gestaltung der Verkehrswende – kämpfen werde. 

Dabei stehe vor allem die Frage im Raum „Wie gehen wir mit den Verlierern der Transformation um?“. Fehlende Antworten auf diese Frage würden die Bürger verunsichern und hätten zur Krise der etablierten Parteien geführt. Eine klare Absage erteilte Sikorski hingegen rechtspopulistischen Tendenzen: Brauner Hass hat in unserer IGBCE und in unserem Land nichts aber auch gar nichts zu suchen!“

Für die traditionelle herzhafte Linsensuppe mit Bockwürstchen aus der Gulaschkanone hatte – wie auch in den vergangenen Jahren – das bestens eingespielte Team vom DRK-Schenklengsfeld gesorgt. Vor dem Essen spielte die Bergmannskapelle Unterbreizbach, die die Veranstaltung unter Leitung von Karl-Heinz Ditzel musikalisch begleitete, noch das Steigerlied, zu dem sich alle erhoben und kräftig mitsangen. (tl)

IGBCE-Neujahrstreffen in Schenklengsfeld

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