Anwohner scheiterte mit Berufung

Landgericht: Glocken in Schenklengsfeld dürfen läuten

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Das Glockengeläut der evangelischen Kirche von Schenklengsfeld war Streitpunkt vor Gericht: Jetzt hat das Landgericht zugunsten der Kirchengemeinde entschieden.  

Fulda/Schenklengsfeld. Im Schenklengsfelder Glocken-Streit hat das Landgericht Fulda jetzt zu Gunsten der evangelischen Kirchengemeinde entschieden.

Der in unmittelbarer Nähe des Gotteshauses wohnende Kläger hatte eine „seit geraumer Zeit bestehende Ruhestörung“ beklagt, die vom Gotteshause ausgehe und die „deutlich über den Werten der Jahre davor“ läge.

Nachdem bereits das Amtsgericht Bad Hersfeld die Klage abgewiesen hatte (unsere Zeitung berichtete), hat jetzt das Landgericht Fulda als Berufungskammer die Klage endgültig abgewiesen. Dies teilte der Prozessvertreter der Kirche, die Bad Hersfelder Rechtsanwaltskanzlei Kreissl, Morbach und Partner, mit.

Das Landgericht habe ein Sachverständigengutachten eingeholt, heißt es in einer Presseerklärung der Anwälte, wonach feststehe, dass der nächtliche Glockenschlag in der Zeit zwischen 22 und 6 Uhr die maßgeblichen Richtwerte der TA Lärm (Technische Anleitung) nicht überschreite. 

Das Gericht führte darüber hinaus aus, dass es sich zu Ungunsten des Klägers auswirke, „dass er sich in Kenntnis der Lärmbelästigung in der Nachbarschaft der Kirche angesiedelt hat. Wer sich in Kenntnis oder grob fahrlässiger Unkenntnis in der Nähe einer vorhandenen Emissionsquelle ansiedelt, der hat den daraus entstehenden Konflikt mitverschuldet und ist daher jedenfalls zur Duldung verpflichtet.“ 

Das Urteil ist rechtskräftig. Eine Revision wurde nicht zugelassen. Die Schenklengsfelder Glocken läuten also wie in den letzten Jahrzehnten auch in Zukunft weiter. (red/ks)

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