Bürgermeister Möller legte Haushalt vor

Finanzielle Nöte: Gebühren in Schenklengsfeld werden im Jahr 2020 steigen

+
532 400 Euro will die Gemeinde Schenklengsfeld in die Sanierung der Abwasserkanäle in der Raiffeisenstraße investieren.

Die Investitions- und Finanzpolitik in den vergangenen Jahren in Schenklengsfeld hat die Gemeinde arg in finanzielle Nöte gebracht.

So hatte die Kreditanstalt für Wiederaufbau zu Beginn des Monats einen Verwendungsnachweis von der Gemeindeverwaltung gefordert, aus dem hervorgeht, dass der gewährte Kredit in Höhe von 600 000 Euro aus dem Jahre 2017 auch tatsächlich für den Kanalbau an zwei Straßen im Ortsteil Landeshausen verwendet wurde. Doch dort wurde bis zum heutigen Tage nicht gebaut.

In welche Projekte dieses Geld geflossen ist, und ob es noch weitere sogenannte Zweckentfremdungen bei Investitionen gegeben hat, wird geprüft. Das alles führt nun beim Haushalt für 2020 dazu, dass die Gemeinde mit Augenmaß agieren muss.

Das am Donnerstag von Bürgermeister Carl Christoph Möller vorgelegte Zahlenwerk schließt ohne Defizit ab. Größte Posten sind dabei die Arbeiten an den Abwasserkanälen an der Raiffeisenstraße in Schenklengsfeld mit 532 400 Euro und in Landershausen (Fichten- und Eschenweg) mit 450 000 Euro.

Dickster Brocken im Straßenbau: Die Ortsdurchfahrt Hilmes 

Für die Wasserversorgung an der Raiffeisenstraße in Schenklengsfeld sind 270 000 Euro und in Landershausen 121 050 Euro veranschlagt. In Hilmes fließen 294 200 Euro in Arbeiten zur Wasserversorgung. Den finanziell dicksten Brocken im Straßenbau stellt die Ortsdurchfahrt von Hilmes dar, für die die Gemeinde 950 000 Euro an Kosten über den Haushalt aufbringen muss.

Zur Finanzierung ihrer Projekte benötigt die Kommune Kredite in Höhe von 2 536 568 Euro. 532 300 Euro davon entfallen auf ein zinsfreies Darlehen für den Bau der Tagespflege in Oberlengsfeld. Der Höchstbetrag der Liquiditätskredite, die in 2020 zur rechtzeitigen Leistung von Auszahlungen in Anspruch genommen werden dürfen, betragen 1,75 Millionen Euro.

Um bei den vielen noch notwendigen Investitionen im Abwasserbereich (wir berichteten) überhaupt noch handlungsfähig zu bleiben, sollen auch die Bürger im kommenden Jahr kräftig zur Kasse gebeten werden.

Finanziellen Auswirkungen für Haushalte stehen noch nicht fest

Wie sich das finanziell letztlich für die einzelnen Familien und Haushalte darstellen wird, steht noch nicht fest. Klar ist nur, dass sowohl die Grundsteuer B für bebaute Grundstücke von 480 auf 575 von Hundert, die Grundsteuer A von 480 auf 575 und die Gewerbesteuer von 390 auf 395 ansteigen soll. 

Ein derartiger Ankündigungsbeschluss mit Beginn 1. Januar 2020 wurde mehrheitlich gefasst. Die Zahlen selbst sind bereits als Berechnungsgrundlage in das aktuelle Zahlenwerk eingeflossen. Ebenfalls kräftig steigen werden die Preise für Wasser, Abwasser und Niederschlagswasser.

Rund 19 Millionen Euro Schulden für Schenklengsfeld

Für diese Bereiche wurden einstimmig Ankündigungsbeschlüsse zur Erhöhung ab dem 1. Januar 2020 verabschiedet. Wohin dort genau die Reise hingeht, ist ebenfalls noch offen. Über exakte Zahlen und Gebührenmodalitäten soll nun in den jeweiligen Ausschüssen beraten werden. Spätester Termin für eine Entscheidung ist der 30. Juni.

Der aktuelle Schuldenstand für Schenklengsfeld beträgt 18,85 Millionen Euro. Zum Jahresende 2020 werden bereits 25,36 Millionen Euro an Schulden erwartet.

Kommentare