Green City Energy AG aus München plant Windkraftprojekt

Acht Windräder sollen im Buchwald bei Wippershain gebaut werden

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Die im Buchwald bei Wippershain geplanten Windräder sollen bis zu 240 Meter hoch werden. Damit die Anlagen sicher stehen, müssen riesige Fundamente, wie hier in einem Waldstück bei Eiterfeld-Mengers, gegossen werden.

Der Investor Green City Energy AG aus München plant den Bau von acht Windrädern im Buchwald bei Wippershain. 

Schon im Jahre 2021 könnte der Buchwald bei Wippershain seinen Reiz als Naherholungs- und Wandergebiet verlieren. Viele Menschen, die dort heute noch gerne spazieren gehen, wären dann wohl für einen längeren Zeitraum – wenn nicht sogar für immer – aus den Waldstücken vertrieben. Denn Baumaschinen würden von da an das Geschehen bestimmen.

Schließlich plant die Green City Energy AG aus München, in den sogenannten Windvorranggebieten HEF 37 und HEF 39 insgesamt acht Windkraftanlagen zu errichten und später auch zu betreiben.

Das berichteten Vertreter von Green City Energy am Montagabend während einer Informationsveranstaltung im Bürgerhaus von Schenklengsfeld, zu der das Landesprogramm „Bürgerforum Energieland Hessen“ in Kooperation mit Green City Energy eingeladen hatte.

Noch stecke das gesamte Projekt in den Kinderschuhen, teilt Unternehmenssprecher Martin Betzold mit. Derzeit sei die Gutachterphase in Sachen Schall, Schattenwurf und Artenschutz angelaufen. Noch bis Ende des Jahres sollen alle notwendigen gutachterlichen Dinge vorliegen, um später dann auch eine Baugenehmigung zu erhalten. So die Zielsetzung von Green City Energy.

Mit Spannung wird bei Green City Energy auf das artenschutzrechtliche Gutachten gewartet. Die Resultate soll es noch in diesem Sommer geben. „Danach richten sich unsere weiteren Planungen“, erklärt Projektleiter Matthias Neubauer.

Dass Natur- und Artenschutz bei den für das Land Hessen mehr als erträglichen Windkraftprojekten ganz weit hintanstehen, befürchten die beiden Wippershainer Barbara Leister und Klaus Momberger von der Bürgerinitiative „Rettet den Buchwald“.

„Das Ganze war eine Alibi-Veranstaltung, die vom Land Hessen finanziert wird. Das Land profitiert doch finanziell ganz enorm, wenn Windkraftanlagen auf landeseigenen Flächen errichtet werden. Und das eingenommene Geld versinkt dann in Wiesbaden“, empört sich Momberger.

Obwohl sich Leister und Momberger mit vielen anderen Unterstützern das Ziel gesetzt haben, den Buchwald vor der Windkraft zu verschonen, scheint ihnen dies wohl nicht zu gelingen. „Wir können den Buchwald nach Lage der Dinge überhaupt nicht retten, versuchen aber viel Einfluss zu nehmen. Wir bleiben am Ball, um von diesem Projekt nicht komplett überrannt zu werden“, erklärt Leister.

Auch sie befürchtet, dass von der Initiative „Rettet den Buchwald“ vorgelegte Nachweise über das Vorkommen des Schwarzstorchs im Bereich des Hüttenbachtals sowie des Rotmilans und der Fledermaus in weiten Teilen des Buchwalds einfach ignoriert werden. Aus ihrer Sicht gehe es nur darum, der politisch sehr erwünschten Windkraft auf landeseigenen Forstflächen auch weiterhin den Weg zu ebnen.

Hintergrund: Green City Energy

Die Green City Energy AG mit Sitz in München wurde 2005 als Tochter der gemeinnützigen Umweltorganisation Green City e.V. gegründet und steht für eine dezentrale und demokratische Energiewende. Für den Umbau der Energieversorgung auf 100 Prozent erneuerbare Energien arbeiten aktuell etwa 120 Menschen an den Standorten in München, Freiburg, Bayreuth, Stuttgart und in der französischen Dependance in Toulouse. Green City Energy projektiert Erneuerbare-Energien-Anlagen in den Bereichen Windenergie, Wasserkraft und Photovoltaik – von der Idee bis zum schlüsselfertigen Kraftwerk. Die Green City Energie AG hat bisher Wind-, Wasser- und Solarkraftanlagen errichtet, die zusammen 250 Megawatt Ökostrom erzeugen.rey

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