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CDU im Schatten des Bürgermeisters

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Gast aus Wiesbaden: Die hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Eva Kühne-Hörmann (2. von links), plädierte auf dem Neujahrstreffen des CDU-Stadtverbands Heringen für eine kommunale Investitionspolitik mit Maß und Vernunft. Links Landrat Dr. Schmidt, rechts die Stadtverbandsvorsitzende Anneliese Golez und ihr Stellvertreter Gerhard Rudolph. Foto: z
Gast aus Wiesbaden: Die hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Eva Kühne-Hörmann (2. von links), plädierte auf dem Neujahrstreffen des CDU-Stadtverbands Heringen für eine kommunale Investitionspolitik mit Maß und Vernunft. Links Landrat Dr. Schmidt, rechts die Stadtverbandsvorsitzende Anneliese Golez und ihr Stellvertreter Gerhard Rudolph. Foto: z

Wölfershausen. Eine Person, die gar nicht anwesend war, bestimmte das öffentliche Gespräch am Donnerstagabend während des Neujahrsempfangs der Heringer CDU im Gemeinschaftshaus von Wölfershausen. Die Veranstaltung stand im Schatten des streitlustigen Heringer Bürgermeisters Hans Ries (WGH), unter dessen politischen Attacken nicht zuletzt die kleine Fraktion der Christlich-Demokratischen Union im Stadtparlament zu leiden hat.

Die Atmosphäre erfasste auch der Ehrengast des Abends, die hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Eva Kühne-Hörmann. „Ich wünsche Ihnen, dass die Fraktion in der Kommunalwahl stärker wird als bisher, damit sie dem Bürgermeister mit Beschlüssen auf die Pelle rücken können“, ermutigte sie am Ende ihrer Rede die Heringer Parteifreunde.

Landrat im Visier

Augenblicklicher Staatsfeind Nummer eins in den Augen des Bürgermeisters ist Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt, weil er – so jedenfalls Ries’ Lesart – der Stadt einen gerechten Kreiszuschuss zu den Baukosten des Hallenbads verweigert und durch einen unvernünftigen Ausbau der Kreisstraße 4 künftiges Werra-Hochwasser in die Häuser von Widdershausen lenken will.

Anneliese Golez, Vorsitzende des CDU-Stadtverbands, würdigte deshalb in ihrer Begrüßung die Tatsache, dass sich der Landrat nach „Riesland“ gewagt habe, um Gast des Neujahrsempfangs zu sein. Teilnehmer an der Veranstaltung wiesen den Landrat darauf hin, dass er in jeder Nummer des Heringer Mitteilungsblatts vom Bürgermeister an den Pranger gestellt werde und empfahlen ihm, eine Verleumdungsklage anzustrengen.

Davon hält Dr. Karl-Ernst Schmidt allerdings nichts. Er versprach aber, als Kommunalaufsicht das Finanzgebaren der Stadt Heringen genau unter die Lupe zu nehmen wenn, wie es sich abzeichne, der genehmigte Kreditrahmen für den Bau des Ganzjahresbades deutlich überschritten werde.

Der Landrat kündigte an, dass es zu den technischen Einzelheiten des Ausbaus der Kreisstraße 4 am 14. Februar eine öffentliche Veranstaltung mit Fachleuten in Widdershausen geben werde. Immerhin habe ihm der Bürgermeister dafür die städtische Mehrzweckhalle kostenlos zur Verfügung gestellt.

Er betonte, keine Maßnahmen zu veranlassen, durch die Bürger geschädigt werden könnten und stellte klar: „Wir werden nichts tun, was die Stadt Heringen nicht will.“

Dr. Schmidt beteuerte, dass er entgegen den Vorwürfen des Bürgermeisters die Hochwassersituation im Raum Widdershausen in Augenschein genommen habe, das könne er auch mit datierten Handy-Fotos beweisen. Auch Mitarbeiter seines Hauses seien vor Ort gewesen, ohne dies allerdings an die große Glocke zu hängen.

Zuschuss nicht beantragt

Einen angebotenen jährlicher Betriebskostenzuschuss des Kreises für das neue Schwimmbad, wie er auch für das alte Hallenbad gezahlt worden sei, habe die Stadt Heringen bisher nicht beantragt, sagte der Landrat.

Die Vorwürfe des Bürgermeisters, bei der Auflösung des Hallenbad-Zweckverbandes Heringen sei die Stadt Heringen zugunsten des Landkreises benachteiligt worden, ließen sich dagegen nicht nachvollziehen.

Von Peter Lenz

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